Montag, 23. Oktober 2017
Abmahnwelle gegen Fake-Test Affiliate-Seiten

Abmahnwelle gegen Fake-Test Affiliate-Seiten

Vor einigen Tagen wurde eine große Abmahnwelle gegen sog. „Fake-Test-Seiten“ ins Rollen gebracht. Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBZ) und der Stiftung Warentest versenden massiv kostenpflichtige Abmahnungen gegen Webseiten-Betreiber und Affiliates die mit gefakten oder mangelhaften Testberichten auf ihren Seiten werben.

Einen ausführlichen Bericht über die Abmahnwelle gibt es auf „Welt Online“.

Bisher wurden bereits einige bekannte Webseiten abgemahnt und auch einige Affiliate-Webseiten mit Testberichten stehen im Visier der Abmahnjäger. Im Prinzip geht es dabei immer um Webseiten, die auf ihren Seiten bestimmte Produkte vergleichen und dabei z.B. „Testsieger“ ermitteln und kommunizieren. Auch Webseiten die in der Domain „Warentest“ oder „Testsieger-XX“ haben, wurden abgemahnt.

Um nun als Affiliate zu überprüfen, ob man auch Gefahr läuft kostenpflichtig abgemahnt zu werden, sollte man folgende Punkte überprüfen:

  • Man sollte nur über Produkte auf der Webseite als „Testsieger“ oder „Test“ berichten, die man auch wirklich real in den Händen gehalten hat
  • Man sollte darauf achten, dass „Testsieger“ oder „Test“ nicht im Domainnamen vorkommt
  • Man sollte keinen irreführenden Eindruck hinterlassen als hätte man die Produkte doch getestet, wenn das real nicht der Fall war

Die große Frage für die Affiliate-Branche ist nun natürlich, wie gerechtfertigt sind diese Abmahnungen?

Einmal unabhängig davon, von welcher Richtung die Abmahnwelle angestoßen wurde, sollte man vielleicht auch einmal betrachten, dass generell Webseiten, die dem User Produkttests vorgaukeln, die der Webseitenbetreiber selbst gar nicht durchgeführt hat, eine Irreführung der User darstellt. Daher können die Abmahnungen v.a. gegen unseriöse Webseiten absolut nachvollzogen werden, v.a. wenn z.B. bei den Produkttests auch gar keine eigenen Bewertungen oder Erfahrungswerte herangezogen werden, sondern fremde Bewertungen verwendet werden.

Des Weiteren führen ja solche „Manipulationsversuche“ der User auch dazu, dass die Affiliate-Branche ansich in ein schlechtes Licht gerückt wird, daher führt eine Abstrafung solcher Seiten auch eher zu einer weiteren Professionalisierung der Branche.

Wie ist Eure Meinung hierzu? Diskutiert gerne mit über die Kommentare!

 

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

7 Kommentare

  1. Ok, aber wie kann der abmahnende Anwalt zwischen fake und echten Tests unterscheiden? Demnach wäre jeder Test mit Affiliate Links doch „verdächtig“. Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass der Begriff „Testsieger“ markenrechtlich schützenswert ist.

  2. Meinung? Super! Denn insbesondere die Massen von Made-for-Amazon(Affiliate)-Seiten sind überwiegend eben nur auf Basis von SEO-Strategien ohne jede eigene Aktivität was Tests, Überprüfung etc. anbelangt erstellt worden. Und das ist dann halt einfach eine Täuschung. Und wer täuscht der soll auch mit den Konsequenzen leben. Somit ist es auch sinnig, wenn die Verbraucherzentralen als auch ein Player wie Stiftung-Warentest diesem verlogenen Unfug Einhalt gebietet.
    Und die die es fälschlich trifft möge der Stress unangenehm sein, wenn sie aber WIRKLICH getestet haben gilt es das dann im Zweifel halt nachzuweisen.

    Und eben wie Du sagst: Der geschundene Kanal Affiliatemarketing gewinnt dadurch sicher nicht an Reputation! Wobei früher oder später Google sowieso die massenhaften Pseudotestseiten in den Rankinglokus spülen wird ;o)

  3. @Christian. Ist vermutlich nicht schwer zu erkennen. Wenn man nur Amazon- und keine eigenen Bilder zeigt, keine Seite hat auf der die Testverfahren beschreiben werden, wenn man einen Testsieger in der Produkt-Tabelle kürt ohne Begründung, wenn nicht darauf hingewiesen wird, dass nicht alle Produkte selber getestet wurden, usw. dann deutet schon vieles auf Fake hin. Aber schwammig wird es immer bleiben. Der Kläger müsste ja Beweise liefern.

  4. Woher ist die Info, dass Stiftung Warentest Abmahnungen verschickt? Die VZBV ok, ist ja bei Welt.de quasi beschrieben, aber Stiftung Warentest?

  5. Seltsam, dass die Berichte von testbericht.de initiiert wurden, die ja selber nichts anderes tun, als maschinell Inhalte zu aggregieren und „Test“ drüber zu schreiben… Ich weiß nicht, ob ich das hier posten darf, aber wer mag, kann sich gerne meinen Artikel zu den Verstrickungen von testbericht.de dazu durchlesen: http://www.dreimarkfuffzig.de/allgemein/schlammschlacht-onlinemarketing/

    Mir kommt das jedenfalls alles sehr dubios vor… Und das obwohl ich die Abmahnungen und das Vorgehen gegen Fake-Tests ausdrücklich begrüße.

  6. Abmahnwelle? Meiner Information nach hat die VBZ ganze 3 Abmahnungen verschickt…

  7. Im Prinzip finde ich es in diesem Falle gut. Nur bin ich auch gegen den sogenanten Abmahnwahn in Deutschland, bei dem Website-Betreiber den neuen Gesetzen und Vorschriften oft nicht hinterherkommen. Profieure sind in erster Linie Leute die damit Geld verdienen.