Freitag, 20. Oktober 2017

Apps sind für Entwickler wenig ertragreich

560229_web_R_K_B_by_KBregulla_pixelio.deDie Zukunft für App-Entwickler sieht laut internetworld.de nicht unbedingt rosig aus, zumindest bis zum Jahr 2018. Wer eine App sucht, schaut in der Regel zuerst nach einer Gratisversion und wird zumeist auch fündig. Da stellt sich der Eine oder Andere die Frage, wie die Entwickler einer solchen App überhaupt ihre Kosten decken und davon leben können. Und mit ihren Gedanken haben sie Recht. Gemäß einer aktuellen Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner sind Apps für ihre Entwickler nur in den seltensten Fällen an einen finanziellen Erfolg gekoppelt. Weniger als ein Prozent von ihnen werden in den nächsten vier Jahren einen Ertrag abwerfen. Bis dahin kann sich vor allem der Nutzer freuen, denn der größte Teil der angebotenen Downloads besteht aus Gratis-Apps. Etwas mehr als 94 Prozent der Apps werden 2017 kostenlos sein. Der Voraussage nach werden die Entwickler lediglich bei unter 0,01 Prozent ihrer Apps von einem finanziellen Erfolg sprechen können.

Begründet liegt diese Entwicklung im Verhalten der Verbraucher. Bei der Suche nach einer neuen App verlassen sie sich vermehrt auf soziale Netzwerke, Freunde, Werbeanzeigen und Empfehlungsmaschinen. Ken Dulaney in seiner Eigenschaft als Analyst bei Gartner sieht dennoch enormes Potenzial in mobilen Apps: „Die große Anzahl an mobilen Apps könnte daraufhin deuten, dass Mobile eine neue Einnahmequelle ist, die vielen Reichtum bringt“. Zugleich geht aus der Analyse jedoch hervor, dass die meisten Apps nicht dafür geschaffen sind, überhaupt Einnahmen und eventuell sogar einen Gewinn zu erzeugen. Das Hauptaugenmerk liegt eher darauf, einen Markenwiedererkennungswert zu etablieren und ein Produkt bekannter zu machen. Manche Apps dienen ganz und gar sogar nur der Unterhaltung, sie wurden sozusagen „ohne Hintergedanken“ geschaffen. Von den kostenpflichtigen Apps werden über 90 Prozent täglich nicht mehr als 500 Mal heruntergeladen. Das macht einen Umsatz von weniger als 1.250 US-Dollar am Tag und künftig wird es nicht besser werden. Nach Ansicht von Dulaney wird der Wettbewerb noch größer und das vordergründig bei den erfolgreichen Märkten. Im Umkehrschluss wird das Verlangen nach kostenlosen Apps weiter steigen.

Die beliebtesten Anwendungen des Jahres 2013 im Mobile-Bereich hat Distimo ermittelt. Im App Store von Apple wurde am häufigsten „Candy Crush Saga“ heruntergeladen. Das Puzzle-Spiel hat über 400 Level und lässt dem Spieler viel Raum zum Tauschen sowie Kombinieren. Das Ranking im Google Play Store entschied „Facebook“ für sich. Der Messenger „WhatsApp“ sicherte sich Platz 2, „Skype“ ist auf dem dritten Rang zu finden. Der Appstore von Amazon meldet als Spitzenreiter bei den kostenlosen Apps die TV-App „Netflix“. Bei den kostenpflichtigen Apps landet „WhatsApp“ in Apples App Store auf dem ersten Platz. Der Messenger ist im ersten Jahr der Nutzung kostenlos, danach wird eine geringe jährliche Gebühr fällig. Im Google Play Store hat bei den bezahlten Apps „SwiftKey Keyboards“ die Nase vorn. Amazon konnte beim Spiel „Minecraft – Pocket Edition“ die meisten kostenpflichtigen Downloads verbuchen. Spiele stehen sowohl bei den kostenlosen als auch den kostenpflichtigen Apps hoch im Kurs.

Hauptstadt der App-Entwicklung ist Berlin. Derzeit haben in der Stadt mehr als 50 iPhone- und iPad App-Publisher ihren Sitz. Sie sind mit über 400 Apps im App Store vertreten.

Bildquelle: © KBregulla / Pixelio.de

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