Sonntag, 23. Juli 2017

Cookie-Tracking im Affiliate-Marketing

Da es immer wieder Fragen zum Cookie-Tracking im Affiliate-Marketing gibt, hier eine kurze Erklärung dazu.

Also ein Kunde klickt auf der Website eines Publishers auf einen Banner. Nun wird auf dem Computer des Kunden ein Cookie des Affiliate-Netzwerkes gesetzt. Der Kunde gelangt nun per Weiterleitung z.B. auf den Onlineshop des Advertisers und kauft dort Produkte.

Nachdem der Kunde die Produkte in den Warenkorb gelegt hat und seine Adressdaten und Zahlungsmöglichkeiten gewählt hat, klickt er auf „Jetzt bestellen“. Nun erscheint die Bestellbestätigungsseite („Vielen Dank für Ihre Bestellung“). Auf dieser Seite befindet sich der Zählpixel des Affiliate-Netzwerkes. Dieses Zählpixel erkennt das Cookie auf dem Computer des Kunden und liest es aus. Somit wir dem Publisher nun der Sale und dadurch auch die Provision über das Affiliate-Netzwerk zugeordnet.

Nun taucht oft die Frage auf, was passiert wenn der Kunde Cookies auf seinem PC deaktiviert hat. Wenn man dazu einen Blick auf WebHits wirft, sieht man, dass gerade mal 1,5% der User Ihre Cookies deaktiviert haben.

Doch nun wurde von AdTiger eine Studie in Auftrag gegeben die besagt, dass nur 47,4% die Annahme von 3rd-Party-Cookies akzeptieren. 3rd-Party-Cookies sind alle Cookies, die nicht direkt von der Advetiser-Seite gesetzt werden, also z.B. Cookies von einem Affiliate-Netzwerk. Die Frage ist allerdings nun, ob in dieser Studie auch die Datenschutzrichtlinien berücksichtigt wurden, sprich es ist sehr wohl so, dass man mit der Internet-Explorer-Datenschutzeinstellung „Mittel“ z.B. alle 3rd-Party-Cookies deaktivieren kann, „die über keine Datenschutzrichtlinie verfügen“, oder „die persönlich identifizierbare Informationen über stillschweigende Zustimmung verwenden“. Da die Cookies über die Affiliate-Netzwerke allerdings das Datenschutzrichtlinien-Zertifikat besitzen und auch keine persönlichen Daten speichern ist natürlich fraglich, in wie weit dieser Punkt in der Studie integriert ist. Leider liegt mir die Studie nicht vor, so dass ich dazu keine näheren Informationen habe.

Nichts desto trotz, gibt es aber bei den Affiliate-Netzwerken für den Fall, dass ein User wirklich Cookies deaktiviert hat, auch noch die Möglichkeit des Session-Trackings. D.h. wenn der Kunde auf ein Werbemittel auf der Publisher-Website klickt und auf die Advertiser-Seite weitergeleitet wird, wird dabei auch gleich eine Session an den Advertiser mitübergeben und bis zur Bestellbestätigungsseite weitergereicht. Auf der Bestellbestätigungsseite erkennt dann das Zählpixel des Affiliate-Netzwerkes die Session und kann somit den Sales und auch die Provision, auch ohne Cookie, beim Sofortkauf dem Publisher zuordnen.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

4 Kommentare

  1. Markus, die Thematik mit „Cookies von Drittanbietern“ ist leider unvollständig dargestellt. Zudem ist Deine Definition „3rd-Party-Cookies sind alle Cookies, die nicht direkt von der Advetiser-Seite gesetzt werden…“ nicht korrekt. Dies trifft nur zu, wenn der Trackinglink in einem (i)Frame „indirekt“ aufgerufen wird. Im Normalfall, insbesondere bei Bannerwerbung, ist dies jedoch nicht der Fall, weil der Klick „direkt“ im gesamten (neuen) Fenster über einen Server des Affiliate-Netzwerks, der das Cookie setzt, zum Advertiser führt. Wie auch immer, die Netzwerke sind bei der „Drittanbieter“-Frage eigentlich kein Problem, da Sie wie beschrieben P3P-Datenschutz-Policies einsetzten, die das Setzen von Cookies auch als Drittanbieter bei Standard-Browsereinstellungen (im I. E. bei Datzenschutz auf „mittel“) ermöglichen. Problematisch wird es oft nur, weil die Programmbetreiber selbst auch noch mal ein „Gegencookie“ setzen, in dessen Abhängigkeit das Zählpixel aufgerufen wir, und dabei diese Richtlinien (un)bewusst missachten. Auch der Prozess des Sessiontrackings ist teilweise unkorrekt dargestellt. So wird keine „Session übergeben“, sondern ein Parameter, der Seites des Advertisers in der Session gespeichert und wieder an das Trackingpixel übergeben werden muss. Das Zählpixel kann das nicht „von selbst erkennen“. Ausführlich über die Trackingverfahren und -probleme habe ich bereits vor geraumer Zeit auf http://www.affiliate.de/tracking.htm berichtet.

  2. Hallo,

    weiß jemand, wie ich an das angesprochene „Datenschutzrichtlinien-Zertifikat“ kommen kann?