Sonntag, 19. November 2017

Das e-Book erobert die Bibliotheken

719731_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deImmer verfügbar, ohne Kostenaufwand ausleihbar und sehr leicht – die e-Book Bibliothek ist nicht umsonst auf dem Vormarsch. Vor allem die Bibliotheken an den deutschen Universitäten verzeichnen einen wahren Boom, wenn es um das e-Book geht, denn die Studenten schätzen diese Form der Leihbibliothek sehr. Aber nicht nur die Studenten sind begeistert, auch leidenschaftliche Leseratten haben längst auf das praktische e-Book umgestellt und verleihen Liebesromane und spannende Krimis als e-Book. Aber keine Angst, laut Expertenmeinung kommt auch das gedruckte Buch noch lange nicht aus der Mode.

1,3 Millionen Titel hat zum Beispiel die Stadtbibliothek in Stuttgart im Angebot, aber nur knapp über 13.000 Titel können auch als e-Book ausgeliehen werden. Das ist verhältnismäßig wenig, aber der Bestand an elektronischen Büchern wächst von Jahr zu Jahr weiter an. Viele leihen sich zu Beginn der Ferien gerne mal ein e-Book aus, denn das erspart das Schleppen der Bücher im Koffer, und wer möchte, der kann sein Buch mit an den Strand nehmen, ohne dafür die Badetasche mit Büchern befüllen zu müssen. Aber nicht nur die Belletristik steht bei den e-Books hoch im Kurs, auch Ratgeber werden heute gerne in der modernen Form ausgeliehen.
Wer jetzt Angst um die klassischen Bibliotheken mit ihren meterlangen Bücherregalen hat, der kann unbesorgt sein, denn nicht immer muss ein neues Medium ein bereits bewährtes Medium verdrängen, sie können sich wie es bei den Büchern und den e-Books der Fall ist, auch wunderbar ergänzen. Ein e-Book ist ein Buch, das keine Verschleißerscheinungen zeigt, das keine Eselsohren bekommt und das man immer wieder in der gleichen Qualität lesen kann. Diese Argumente überzeugen selbst diejenigen, die sich bislang aus Liebe zum gedruckten Buch standhaft geweigert haben, ein e-Book zu lesen oder eins auszuleihen.

Wie beliebt das e-Book in der Leihvariante ist, das zeigt das Beispiel der Bibliothek in Freiburg. Dort sollen in diesem Jahr rund 35.000 Euro für den Ankauf von e-Books ausgeben werden und das sind 10.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. 270.000 Medien hat die Bibliothek in Freiburg im Sortiment, davon sind 4.000 e-Books und 48 elektronische Abos für Zeitschriften und Zeitungen. Dass elektronische Medien auf dem Vormarsch sind, das ist nicht weiter verwunderlich, was aber ein wenig komisch klingt, ist die Tatsache, dass es vor allem Menschen zwischen 50 und 80 Jahren sind, die für das elektronische Medium schwärmen, die Jugend hält sich noch zurück.
Auch die Universität in Tübingen baut ihre Bibliothek mehr und mehr um und bietet ihren Studenten immer mehr Bücher in elektronischer Form an. Von 2011 bis 2014 hat sich die Zahl der e-Books verfünffacht und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Trotzdem verlassen sich viele Studenten immer noch auf das gedruckte Buch, vor allem wenn sie zum Beispiel für eine Doktorarbeit, lange mit einem bestimmten Buch arbeiten müssen.

Bildquelle: © Rainer Sturm / Pixelio.de

Über Nadine