Samstag, 21. Januar 2017

Das Internet im Reich der Mitte

Social Media in China: Das Netz im Reich der Mitte“ so heißt eine neue Studie, die sich mit dem Phänomen der chinesischen Internetnutzung befasst und die man jetzt bei http://www.internetworld.de nachlesen kann. Diese Studie zeigt die mehr als rasante Entwicklung, die China nach Meinung von Experten sehr bald zur stärksten Nation machen wird, die im internationalen Netz unterwegs ist. Schon jetzt lässt sich erkennen, wohin China steuert, denn die neusten Zahlen des chinesischen Wirtschaftsministeriums sprechen eine sehr deutliche Sprache. Um mehr als die Hälfte, genauer gesagt um 53,7%, ist allein der E-Commerce in China im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen und ist jetzt bei einer Marke von sagenhaften 124.2 Milliarden US-Dollar angekommen. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn Kenner der Branche schätzen, dass China schon 2015 die USA als stärkste Internetmacht überholt haben wird. Einige sind der Meinung, dass es nicht mehr so lange dauert und die Chinesen schon im nächsten Jahr an der Spitze stehen werden.

Die Zahlen sind gigantisch – 531 Millionen Chinesen sind Tag für Tag und für mindestens drei Stunden im Internet. Sie sind bei sozialen Netzwerken ebenso zu finden wie beim online Shopping. Das größte Einkaufsportal im chinesischen Netz, Taobao, hat 40 Millionen Kunden und die Zahl steigt ständig weiter an. Im Moment sieht es so aus, als wäre das Internet für die Menschen im Reich der Mitte das einzig Wahre, denn in dem Tempo, in dem die Verkaufszahlen beim Internet Shopping gesteigert werden, so fallen im Gegenzug die Zahlen beim stationären Verkauf. Besonders Nahrung, Kleidung und Schmuck bestellen die Chinesen vom heimischen Computer aus, aber es ist noch lange nicht alles Gold, was da im chinesischen Internethandel glänzt.

Wenn es zum Beispiel um die Logistik geht, so sieht das Geschäft weniger rosig aus, denn nur in den großen Städten wie Shanghai, Hongkong und in der Hauptstadt Peking läuft es mit dem Versand der Waren aus dem Internet einigermaßen reibungslos. Auf dem Land ist es deutlich schwerer im Netz einzukaufen, denn es kann Wochen dauern, bis die Waren auch die hintersten Provinzen des riesigen Landes erreichen. Die ländlichen Regionen hinken überhaupt ein bisschen hinterher, wenn es um das Internet geht, denn von den bislang 28% der Chinesen, die online einkaufen gehen, sind fast alle Einwohner der großen Städte. Nicht nur der Handel im Internet spielt im Reich der Mitte eine immer größere Rolle, auch die sozialen Netzwerke sind auf dem Vormarsch, allen voran Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt. Aber so einfach, wie Facebook sich den Einstieg in China vorgestellt hat, ist es dann leider doch nicht.

Mit Renren und Sina hat China zwei eigenständige soziale Netzwerke. Dazu kommt noch Weibo, die chinesische Form von Twitter und alle diese Netzwerke stehen unter einer strengen politischen Überwachung. Wen Facebook in China einsteigen will, dann müssten sie einen großen Teil ihrer Freiheit aufgeben und das ist für das Netzwerk momentan nicht vorstellbar.

Bildquell: Markus Traunwieeser / Pixelio.de

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