Freitag, 20. Oktober 2017

Der deutsche Musikmarkt erholt sich zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder von der Abwärtsflaute

654055_web_R_K_by_Windorias_pixelio.deLaut einer Studie, die auf internetworld.de veröffentlicht wurde, geht es dem Musikmarkt nach Jahren endlich wieder einigermaßen gut. Der negative Trend sei erst einmal gestoppt, das habe man auch dem Internet zu verdanken.

Das erste Halbjahr sei für den Musikmarkt überaus positiv verlaufen, wenn man nach den Medien geht. Vor allen Dingen bei den digitalen Verkäufen konnte man bis zu 16 % zulegen und das bescherte der Musikindustrie zum ersten Mal wieder steigende Umsätze. Dabei hatte man zuerst Bedenken, was den Verkauf auf dem digitalen Wege anging, wie der Geschäftsführer der BVMI in einem Interview sagte. Man habe nicht damit gerechnet, dass sich der Verkauf von Musik auf dem digitalen Wege so etablieren würde. So wurden im ersten Halbjahr 1,5 % mehr Musikverkäufe getätigt als noch im Vorjahr, das sei laut des BVMI eine Gesamtsumme von 660 Millionen Euro. Der Bundesverband für Musikindustrie gab außerdem bekannt, dass man insgesamt um 16 % mehr Musikträger verkauft habe als noch im Jahr 2012. Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch mit einem Umsatzminus von 2,5 % zu kämpfen.

Florian Drücke, der Geschäftsführer des Bundesverbandes für Musikindustrie, zeigte sich erfreut über die aktuelle Entwicklung und betonte, dass nicht nur viel in Bewegung sei, sondern man auch in der nächsten Zeit mit einer Stabilisierungstendenz rechnen könne. Im internationalen Bereich hätte es bereits geklappt und auch hierzulande würde die Musiknutzung immer mehr auf die digitale Form ausgeweitet. Gerade hier in Deutschland würde sich diese Entwicklung bezahlt machen, sagte Drücke, denn gerade diese Verlagerung würde sich nicht wie in anderen Ländern negativ auswirken, im Gegenteil, sie bringe sogar positive Effekte mit sich, durch die man mit einem dauerhaften Anstieg der Umsatzzahlen rechnen könne. Der User, der die Musik im Internet anhört und kauft, solle laut Drücke genau da abgeholt werden, wo und wie er die Musik nutzen möchte. Daran wolle man auch in Zukunft arbeiten und die Verfahren, um Musik anzuhören und runterzuladen, noch mehr vereinfachen.

Drücke sagte aber auch, dass der Online-Anteil am Gesamtmarkt wesentlich kleiner sei als der Anteil der physischen Verkäufe, die bisher immer noch auf 75,5 % betragen. Trotz allem ist Drücke optimistisch, dass das Internet auch in den nächsten Jahren weiterhin eine tragende Rolle spielen wird. Allein das Downloadgeschäft konnte in den Monaten Januar bis Juni 5,3 % zulegen, das macht einen Umsatzanteil von 20 % aus. Überraschend dabei ist, dass gerade die relativ jungen Streamingportale am Besten abschnitten haben und einen Marktanteil von 4,6 % für sich verbuchen konnten. Das entspricht einem Umsatzanstieg von 105 %, so Drücke, damit sei das Marktsegment Streaming eines der Wachstumsstärksten in diesem Quartal. Gerade die jüngere Generation würde heute Musik über das Internet herunterladen. Deswegen sei es wichtig, so Drücke, dass man die medialen Seiten weiter ausbauen müsse, um Angebote besser und kompakter sichtbar zu machen. Man sollte die Möglichkeit haben, Musik schnell und einfach zu erwerben. Auch dadurch könne man den Markt für Musik auf Dauer positiv beeinflussen. Inwieweit die Pläne diesbezüglich schon fortgeschritten sind, sagte Drücker allerdings nicht.

Bildquelle: © Windorias / Pixelio.de

Über Nadine