Freitag, 20. Januar 2017

Der Krieg der Netzwerke

Facebook ist vorne

Das Internet World Business berichtet, das in den USA  jeder vierte der am Computer sitzt, mindestens einmal das größte soziale Netzwerk der Welt anklickt: Facebook. Das sind nur in den Vereinigten Staaten knapp 25%, wobei die Besitzer von Smartphones in dieser Studie gar nicht berücksichtigt werden. Weit abgeschlagen, auf dem zweiten Platz, landet Youtube mit gerade einmal 6,39%. Was die Betreiber von Facebook aber besonders freuen wird, ist die Tatsache, dass Google noch hinter Youtube mit knapp 5,3% auf dem dritten Platz liegt. Für Google Search sieht es noch schlechter aus, denn nur 0,68% der Internetuser klicken diese Seite regelmäßig an.

Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings nur um die reinen Klicks und nicht um die Besucherzahlen auf den jeweiligen Seiten. Aber auch was die Besucher angeht, hat Facebook die Nase vorn, denn mit 10,28% liegt das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg weit vor Google mit 7,21% und Youtube mit 3,19%.

Interessant werden diese Zahlen vor dem Hintergrund des erbitterten Kleinkriegs, den sich Facebook und Google seit September dieses Jahres liefern. Wie und warum es zu den Auseinandersetzungen der beiden großen Netzwerke gekommen ist, kann heute keiner mehr so richtig nach vollziehen, aber fest steht, dass Facebook und Google seither versuchen, sich das Leben so schwer wie möglich zu machen. Viele sehen die Schuld für den Streit bei der Facebook Vizepräsidentin Joana Shields, die Google scharf angegriffen hat. Shields war der Meinung, dass Internetanbieter wie etwa Google nicht mehr auf der Höhe der Zeit wären. Die Zukunft wird laut Shields, den sozialen Netzwerken wie Facebook gehören.

Jetzt hat zum Beispiel Facebook Google aus seiner Liste der möglichen Mailprovider gestrichen und damit Googlemail keine Chance mehr bei Facebook Usern gegeben. Auch das Verknüpfen von Kontakten auf Facebook FriendFeed ist mit Google nicht mehr möglich, da Facebook Googlemails als Quelle gestrichen hat.

Aber Google schlägt im Krieg der sozialen Netzwerke zurück. So hat Facebook keine Möglichkeit mehr, die Daten von Google zu verwenden, da von Seiten Googles kein Zutritt mehr gewährt wird. Stefan Tweraser, der Deutschlandchef von Google sieht die Sache sehr gelassen. Er hat keine Angst, dass Google langfristig Besucher verlieren wird. Auch Google ist seiner Meinung nach ein soziales Netzwerk, mit einem ähnlichen Aufbau wie Facebook. Die Zukunft wird vielleicht Facebook und auch anderen sozialen Netzwerken gehören, aber auch Google und vor allen Dingen Google Search gibt Tweraser eine gute Prognose für die Zukunft im weltweiten Netz.

Wie es allerdings um Google bestellt ist, wenn Facebook wie angekündigt ein eigenes Mail Programm auf die Beine stellt, das ist noch völlig ungewiss. Fest steht, dass dann die Konkurrenz härter wird und auch Google sich etwas einfallen lassen muss. Viele Experten sind heute schon der Ansicht, dass Google langfristig nur noch als reine Suchmaschine Erfolg haben wird. Das Geschäft der sozialen Netzwerke werden andere unter sich ausmachen. Und Facebook wird ganz vorne mit dabei sein.

Bildquelle: © Gerd Altmann   / Pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Konkurrenz belebt das Geschäft. Könnt mir allerdings vorstellen, dass die Netzwerkerei im Gegensatz zur Sucherei für die Mehrzahl der Internetnutzer mal langweilig wird.

  2. @Frank: sehe ich genauso, bin gespannt wie die Wettbewerbssituation nach der Ernüchterungsphase des Social Media ausschaut.
    Apropos GMail: soweit ich weiß liegt der Marktanteil bei knapp 10%, Yahoo ist der dominierende US Mailprovider und müsste um einiges besorgter sein.