Sonntag, 22. Januar 2017

Der Tablet PC – immer noch nicht richtig angekommen

Als Apple das erste Tablet auf den Markt brachte, da war die Begeisterung groß und es wurde von einer revolutionären Erfindung gesprochen. Eine nicht repräsentative Umfrage von Internetworld mit 178 Usern, die man bei http://www.internetworld.de nachlesen kann, zeigt ein eher nüchternes Bild der hochgelobten neuen Computer, denn es gibt immer noch einiges zu bemängeln. 37% der Deutschen haben bereits den handlichen Computer mit dem Touchscreen, aber 63% gehören noch nicht zu den Nutzern. Wenn man aber den Weihnachtswünschen für dieses Jahr Glauben schenken darf, dann werden einige der Tablets unter dem Tannenbaum liegen. Auf den Wunschzetteln stehen sie jedenfalls ganz weit oben. Was ist aber der Grund, warum die Tablets nicht wie erhofft und erwartet bei den Verkaufszahlen durch die Decke geschossen sind? Es gibt nicht nur einen besonderen Grund, sondern vieles, was die Menschen davon abhält, sich einen flachen Computer für unterwegs zu kaufen.

Im Grunde kann ein Tablet alles, aber leider nicht so richtig. Das ist es vielleicht, was viele Menschen stört. Man kann auf einem Tablet schreiben, aber die Tastatur ist nicht für alle User benutzerfreundlich. Es gibt Anschlüsse für andere Geräte, aber die sind nicht so einfach zu finden oder manchmal auch Mangelware. Die Funktionen eines Tablet Computers können jederzeit durch die entsprechenden Apps erweitert werden, aber die kosten nun mal Geld. Man kann auf einem Tablet auch viele Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und auch E-Books lesen, wenn das Tablet einen Mobilfunkanschluss hat und wenn man bereit ist, dafür zu bezahlen. Alles in allem sind viele der Meinung, dass ein Tablet etwas ist, mit dem man sich anstelle eines Laptops auf dem Sofa ein bisschen die Zeit vertreiben kann, aber mehr auch nicht. Sicher kann man seine Mails abrufen und auch Nachrichten lesen, selbst im Internet einkaufen ist möglich, aber dieses Potenzial nutzen immer noch sehr wenige User aus. Die Umfrage wollte aber nicht nur wissen, was die Besitzer eines Tablets stört oder was sie an ihrem kleinen Taschencomputer vermissen, sondern auch wie viel Zeit sie am Tag mit ihm verbringen.

Gemessen an stationären Computern und Laptops verbringen die User von Tablets nur sehr wenig Zeit an ihrem Gerät. 12% sind rund eine Stunde am Tag mit ihrem Tablet beschäftigt und bei einem Zehntel ist es nur knapp eine halbe Stunde täglich. 7% lassen sich zwei Stunden Zeit, um zu surfen, zu lesen oder etwas zu tippen. Nur 8% nutzen sogar länger als zwei Stunden am Tag ihr Tablet. Für viele Menschen ist das Tablet eine Art Spielerei, wenn auch eine sehr teure. Als ernsthafte Konkurrenz zum Laptop kann man den flachen schicken PC noch nicht sehen, denn dafür bietet er offenbar noch zu wenige Möglichkeiten. Ob sich das in der Zukunft zum Positiven verändern wird, bleibt offen. Auch wenn sich viele Menschen einen Tablet Computer zu Weihnachten wünschen, wer ernsthaft am tragbaren PC arbeiten will, der wird sich sehr wahrscheinlich auch weiter für einen normalen Laptop entscheiden.

Bildquelle: © berlin-pics / Pixelio.de

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2 Kommentare

  1. Hi Markus,

    so ganz kann ich Deine Meinung nicht teilen. Tablets gehen „absatztechnisch“ gerade ab durch die Decke. Rund 2,1 Mio. Tablets werden dieses Jahr alleine in Deutschland umgesetzt, was einem Wachstum zum Vorjahr von 165% entspricht. V.a. bei Privatanwendern wird aktuell lieber ein Tablet gekauft. 13% aller Bundesbürger wollen zu Weihnachten ein Tablet kaufen oder verschenken.
    Der Notebookmarkt ist dagegen etwas rückläufig. (Quelle: http://tablettest.net/tablets-verdrangen-notebooks-unterm-weihnachtsbaum/)

    Daher sind die obigen Verallgemeinerungen nicht immer zutreffend. Klar kann ein Tablet nicht alles, muss es aber auch nicht. Es muss mobil (leicht) sein, surfen können und genügend Akkulaufzeit haben.

    Grüße,
    Andreas

  2. Ich denke auch, dass die Entwicklung bei Tablets ganz normal und parallel zur Entwicklung von Smartphones läuft. Es sind beide Nice to have, aber niemand braucht es wirklich. Um bei Facebook seine „Freunde“ zu sortieren reicht ein gebrauchter 50,– PC.

    Übrigens letztens in der Hand gehabt. Eine Asus EeePad Transformer. Kann eine Asus-eigene Tastatur einklemmen und rennt damit 16 Stunden. Sehr geil 🙂