Donnerstag, 30. März 2017

Diskussion Lead oder Sale oder doch Lead?

Von dem Affiliate-Netzwerk Superclix habe ich soeben einen Newsletter erhalten mit folgendem Inhalt:

Lead oder Sale oder doch Lead?

Manchmal bemitleide ich die armen neuen Affiliates (Partner), die in Deutschland versuchen, die Begriffe des Affiliate Marketing und des Bereiches Partnerprogramme zu verstehen…Nicht nur, daß manche Anbieter unbedingt nur englische Fachbegriffe nützen müssen, und so potentielle Neueinsteiger erstmal verwirren, manchmal auch vergraulen – nein, es muß auch unbedingt sein, daß bestehende Begriffe einfach mal etwas „großzügiger“ ausgelegt werden, damit man eigentlich uninteressante Partnerprogramme und Kampagnen etwas besser verkaufen kann…

Zum Beispiel gibt es zahlreiche Partnerprogramme bei anderen Anbietern, die angeben, daß diese per „Lead“ vergüten – wenn man dann etwas genauer nachforscht, sucht man erstmal vergeblich, wie denn genau ein „Lead“ definiert ist – nach langer Sucherei und eigenen Tests findet man dann heraus, daß keiner der Besucher, die man zu diesem Partnerprogramm gesandt hat, zu einem „Lead“, also zu einer gültigen oder zumindest offenen Provision, geführt hat – nach Rückfrage beim Betreiber (Merchant) oder Netzwerk erhält man dann statt einer kompetenten Antwort nach längerer oder kürzerer Wartezeit einen Verweis auf die FAQ, in der steht, daß man bei „Lead“ irgendeine Zielseite erreichen muß, damit eine gültige Provision erfasst wird – natürlich wird bei dieser Antwort nicht erwähnt, wo denn nun diese Zielseite sei…letztendlich klärt sich dann, daß es sich eigentlich nicht um „pay per lead“ handelt, sondern um „pay per Sale“, also muß der Kunde nicht nur eine bestimmte Zielseite erreichen, sondern ganze Bestell-Formulare ausfüllen und tatsächlich eine gültige Bestellung aufgeben – ein riesiger Unterschied zu anderen „Lead“-Partnerprogrammen, bei denen man tatsächlich nur eine bestimmte 2. Seite oder z.B. ein Shopangebot erreichen muss…

Eigentlich kommt „Pay per Lead“ aus dem Ursprungsland des Affiliate Marketing (USA) – damals galt „Pay per Lead“ wirklich als Erreichen einer bestimmten Zielseite, allerdings ohne Ausfüllen eines Formulares (z.B. Gewinnspiel, Umfrage…) oder sogar einer Bestellung – „Lead“ wurde eigentlich so deklariert, daß diese niemals kostenpflichtig ist oder werden kann (Abo usw.)…

Meine Anmerkung dazu:

Ich finde, das ganze ist eine Definitionssache. pay-per-Lead ist m.E. nicht nur das erreichen einer bestimmten Zielseite, denn das ist für mich per-pay-Click. Wenn ein Lead so definiert wird, dass z.B. ein vollständig ausgefülltes Formular mit 5,- EUR verprovisioniert wird, dann ist das für mich auch pay-per-Lead und nicht pay-per-Sale.

Wie seht ihr das? Über eine ausführliche Diskussion über die Kommentarfunktion würde ich mich freuen.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

6 Kommentare

  1. Sehe ich genau so wie Du. Ein Lead umfasst für mich immer noch etwas mehr als nur auf die Zielseite zu gelangen. Ein Formular auszufüllen, wäre genau so ein Lead. Der Newsletter stiftet nur noch mehr Verwirrung als dass er aufklären würde.

  2. Sehe es wie du. Websites/Angebote sind nun mal unterschiedlich, da kann man nicht genau das gleiche unter „Lead“ verstehen – aber dafür gibt es ja die Programm-Beschreibung.

  3. Da bin ich ganz deiner Meinung Markus. So und nicht anders sollte es sein.

  4. … genau das ist der springende Punkt: ein „Lead“ ist meines Erachtens per se Definitionssache seitens des Merchants bzw. genauer ‚eine aus Sicht des Merchants erwünschte Aktion (z.B. Teilnahme an einer Umfrage, Bewertung eines Artikels, etc. pp.) durch den Websitebesucher *AUßER* eine Aktion, die mit einer Bezahlungen – gleich welcher Art – verbunden ist‘. Damit stimme ich also dem Statement zu, dass der „Lead“ niemals kostenpflichtig ist, denn für einen solchen Abschluss ist des Pay-Per-Sale-Modell etabliert. Die Modelle PPL & PPS sind durch das Fehlen bzw. Vorhandensein der Bezahlkomponente auch klar voneinander abgegrenzt, sodass es seitens der Merchants eigentlich nicht zu „versehentlichen Irrtümern“ kommen kann.

    Da unter einem „Lead“ sehr vieles verstanden werden kann, ist für eine ordentliche Programmbeschreibung eine möglichst exakte Definition der gewünschten Aktion, die zu eben diesem Lead führt, sicherlich unerlässlich. Da ist hie und da vielleicht noch Nachholbedarf. Da das Verhältnis zwischen Affiliate und Merchant wegen der Informationsasymetrie zu ungunsten des Affiliates sehr auf Vertrauen basiert, ist es nicht zuletzt deshalb für die Merchants – gerade solche ohne starke Marken – ratsam, diese Definition zu leisten.

    Pay-Per-Click kann man wohl auch als das Erreichen einer bestimmten Zielseite definieren, wie Du es tust – immerhin wird der Klick ja nur registriert, wenn der Zählpixel auf eben dieser Zielseite (= Landeseite eines Hyperlinks) aufgerufen wird. Ich würde allerdings diesen technischen Aspekt außen vor lassen, es rein inhaltlich vom Begriff ableiten und als „Vergütung für einen Klick auf ein Werbemittel“ definieren, da dies der Kern des Modells ist und „das Erreichen einer Zielseite“ bereits durch PPL abgedeckt ist. Aber gut… 😉

    So long…

  5. ähm… ja… Kommando zurück… Pay-Per-Click und Zählpixel passen nicht so ganz zusammen… aber gut… ist schon spät… *gähn* 😉

  6. Diesen Newsletter habe ich auch bekommen. Ich denke er wurde von dem aktuellen Posting und der Diskussion bei 100pp.de inspiriert. Dort habe ich mich schon inhaltlich beteiligt.
    Da sieht man mal wieder, was ein Posting bei 100pp.de so alles bewirken kann, wie im Dez. als ich die Netzwerk Umfrage dort anregte.
    Die Szene ist halt wirklich recht klein und um gewisse Sites und Blogs (wie diesen hier) kommt man nicht herum.

    Auch interessant finde ich folgendes – wenn Markus die Leser zum kommentieren auffordert, dann passiert das sogar! 😉