Sonntag, 23. Juli 2017

Facebook als Instrument zur Marktforschung und Zielgruppensegmentierung

658416_web_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.deFacebook ist beliebter denn je und spielt auch für Unternehmen immer mehr eine Rolle. Die Zahlen für 2013 belegen, dass die Sättigungsgrenze bei den Menschen noch längst nicht erreicht ist, wie unlängst in den Medien behauptet wurde. Unternehmen haben das soziale Netzwerk in der Vergangenheit hauptsächlich zur Werbung und Bindung von Kunden eingesetzt. Allein die Einnahmen aus dem Onlinewerbebereich betrugen laut Angabe von Facebook 2,34 Milliarden Dollar. Insgesamt wurde ein Jahresgewinn von 2,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Zugleich stieg die Zahl der Nutzer um 16 Prozent an. Interessant ist weiterhin die Aufteilung der Werbeeinnahmen. Eine knappe Milliarde Dollar entfällt auf stationäre Endgeräte, der Rest wurde mit Werbung auf mobilen Endgeräten erzielt. Das macht neben der Wichtigkeit von sozialen Netzwerken auch die Wichtigkeit der Werbung zugeschnitten auf mobile Endgeräte deutlich.

Das soziale Netzwerk Facebook bietet aber Unternehmen weitaus mehr an, als nur Werbeanzeigen zu schalten. Ein Instrument sind beispielsweise die Custom Audiences. Es erlaubt die Integration von Kundenkontaktdaten in das Werbemanagement von Facebook und ermöglicht dadurch eine gezieltere Ansprache von Kunden. An Bestandskunden kann dementsprechend anders herangetreten werden als an mögliche Neukunden. Voraussetzung ist lediglich die Wiedererkennung der Kunden innerhalb des Netzwerkes, etwa durch eine E-Mail-Adresse. Gesteuert wird das Ganze über den Power Editor.

Außerdem ermöglichen Custom Audiences die mehrfache Kontaktaufnahme zu ausgewählten Personen mit Hilfe von Postings. Dafür wird lediglich eine Posting veröffentlicht, eine Weile abgewartet und anschließend mit der Facebook eigenen Werbefunktion Boost dieses Posting wieder nach oben gesetzt. Soll das Posting an eine bestimmte Zielgruppe gehen, kann das gleichfalls eingestellt werden. Im Endeffekt wird das Unternehmen beziehungsweise das Produkt oder die Dienstleistung von mehr Nutzern wahrgenommen.

Um Anzeigen auf Facebook noch präziser an die Zielgruppe heranzubringen, ist das soziale Netzwerk weiterhin für die Segmentierung derselben verwendbar. So kann eine Anzeige an verschiedene Alterssegmente versandt werden. Gibt man den Kampagnen zudem unterschiedliche Bezeichnungen, lässt sich leicht feststellen, wie die Reaktionen der einzelnen Personengruppen ausgefallen sind. Im Anschluss daran können größere Kampagnen deutlich gezielter durchgeführt werden. Positiver Nebeneffekt einer solchen Zielgruppensegmentierung: Manchmal ergeben sich sogar neue Zielgruppen, die gar nicht in der näheren Auswahl waren.

Das Einsatzgebiet der Custom Audiences ist damit aber längst nicht erschöpft. Desweiteren ist der Test von Neuropsychologischen Triggern wie etwa Autorität oder Verknappung, von Motiven und vom Wording denkbar. Natürlich ergibt sich aus den gewonnenen Erkenntnissen von Facebook kein hundertprozentig typisches Gesamtbild, dennoch sind jene für zahlreiche Unternehmen immens wertvoll. Befragt nach seinen diesbezüglichen Erfahrungen, gab ein Hamburger Unternehmen an, dass es herausgefunden hat, mit seinen Produkten hauptsächlich Frauen anzusprechen. Männer stellen dagegen überhaupt keine Zielgruppe dar. Damit wurden die Erfahrungen aus dem Ladengeschäft bestätigt. Somit wird das Onlinemarketing bezüglich Ansprache und Auswahl der Motive nunmehr exakt auf die Wünsche von Frauen ausgerichtet.

Durch eine spielerische App filterte eine Hotelgruppe seine Zielgruppe heraus. Mit dem Klick auf einen Cappuccino oder ein Bier in Bilderform ordnete sich der Betreffende einem bestimmten Urlaubstyp zu. Den Teilnehmern winkten außerdem attraktive Preise, was den Radius des Gewinnspiels um einiges erhöhte. Nach Auswertung der gesammelten Daten wurden nach Zielgruppen getrennte E-Mail-Kampagnen gestartet.

Bildquelle: © Lichtkunst.73 / Pixelio.de

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