Freitag, 28. Juli 2017

Fake Kosmetik aus dem Internet

Eine Studie, die vom VKE-Kosmetikverband in Zusammenarbeit mit TNS Infratest in Auftrag gegeben wurde und die bei nachzulesen ist, beschäftigt sich mit dem leidigen Thema Produktpiraterie. Dass Taschen, Kleidung, Schuhe und viele andere Dinge sogenannte Fakes sind, das ist allgemein bekannt und für viele Verbraucher trotzdem kein Grund auf die Luxustasche vom Designer zu verzichten, auch wenn es sich dabei eindeutig um einen Fake handelt. Wer zum Beispiel bei eBay eine Tasche von Louis Vuitton oder Prada findet, der kann in der Regel davon ausgehen, dass die Tasche echt ist, da eBay was Luxustaschen angeht, sehr vorsichtig ist, aber es passiert trotzdem immer wieder, dass Fälschungen von Produktpiraten auch den Weg ins größte Onlineauktionshaus finden, ganz sicher kann man sich nie sein.
Die Mehrheit der deutschen Internetkäufer ist sich darüber im Klaren, dass es sich bei rund 80% der angebotenen Kleidung von bekannten Designern um Fälschungen handelt und auch wenn es um Schmuck aus dem Internet geht, dann muss man davon ausgehen, dass rund 77% der Ringe und Ketten, Armbänder und Ohrringe nicht das sind, was der Händler anpreist. Ein Sektor spielt aber offensichtlich keine allzu große Rolle beim Thema Markenpiraterie, und das ist die Kosmetik. Nur jeder Dritte ist sich sicher, dass die Markenprodukte, die man im Internet kaufen kann, nicht echt sind und dass das Make-up nicht von Chanel und der Lippenstift nicht von Dior kommt. Was bei Taschen, Kleidung, Schuhen und Accessoires nicht sonderlich ins Gewicht fällt, wenn man mal von den vielfach horrenden Preisen absieht, die man für die Fakes zahlen muss, wird bei gefälschter Kosmetik zu einem echten Problem, denn die angebliche Markenkosmetik ist unter Umständen alles andere als gut für die Gesundheit.
Was Medizinern schon lange bekannt ist, wissen viele Verbraucher nicht, nämlich dass gefälschte Markenkosmetik der Gesundheit schaden kann. Im besten Fall sind die Produkte nur minderwertig, das heißt, der Lippenstift ist nur fettig und schmiert, das Make-up bröckelt und der teuer gekaufte Nagellack enthält mehr Wasser als alles andere. Gefährlich wird es allerdings, wenn angeblich Designerparfüms ins Spiel kommen, denn diese „Düfte“ enthalten in sehr vielen Fällen ätzende chemische Substanzen, die in Europa teilweise schon seit Jahren vom Markt genommen wurden. Hautausschläge, allergische Reaktionen, aber auch schmerzhafte Entzündungen der Haut und Ekzeme sind keine Seltenheit, wenn gefälschte Markenkosmetik und giftige Parfüms auf die Haut treffen.
Auch wenn die Preise in einigen Internetshops für Designerparfüms und kosmetische Produkte verlockend niedrig sind, sollte man die Finger davon lassen, wenn nicht einwandfrei feststeht, dass es sich wirklich um einen Markenartikel handelt. Wer die Preise für gute Kosmetik und Parfüms kennt, der kann sich ausrechnen, dass es auch im Internet nicht möglich ist, diese Dinge zum Teil für weniger als die Hälfte des Preises zu bekommen. Trotzdem floriert der Markt mit Fakes aus der Welt der Kosmetik, denn allein im letzten Jahr stellte der Zoll gefälschte Markenartikel für rund 2,2 Millionen Euro sicher.

Bildquelle: © Klicker / Pixelio.de

Über Nadine