Samstag, 22. Juli 2017

Interview mit Marcus Tandler

Ich hatte heute die Möglichkeit ein Interview mit Marcus Tandler zu führen, der vor einigen Tagen auf der Search Engine Strategies in San Jose war, die vom 08. bis 11. August stattfand.

Markus Kellermann (MK): Hallo Marcus, Du warst nun einige Wochen in den USA. Was hast Du dort alles gemacht?

Marcus Tandler (MT): Ich bin am 4.Juli nach Las Vegas geflogen, um dort auf dem Main-Event der Poker Weltmeisterschaft – der World Series of Poker – mitzuspielen. Nach der Weltmeisterschaft bin ich ein paar Tage länger geblieben, da der CEO von Pepperjam – der größten Online-Marketing Company Amerikas – seinen Junggesellenabschied gefeiert hat. Anfang August bin ich dann weiter nach Wilkes-Barre, PA geflogen, wo Pepperjam seinen Firmensitz, und die Hochzei stattgefunden hat. Bei Pepperjam habe ich dann eine weitere Woche im Office gearbeitet, bevor ich mit der Führungsetage zusammen nach San Jose zur diesjährigen Search Engine Strategies Konferenz geflogen bin.

MK: Wie war es denn auf der SES? Hast Du Dir auch Vorträge angehört oder warst Du hauptsächlich zum Networken dort?

MT: Ich besuche die meisten Konferenzen eigentlich nur zum Networken, da die Vorträge sich teilweise doch öfters wiederholen (vor allem, wenn man wie ich 4-5 Konferenzen pro Jahr besucht – da ist der Newsfaktor in den Sessions einfach nicht mehr so hoch). Aber das Networking in Amerika ist einfach herausragend. Außerdem habe ich mittlerweile soviele Freunde in der amerikanischen SEM Szene, dass ich jede Möglichkeit gerne nutze mit meinen Freunden ein wenig zu feiern.

MK: In Deinem Blog habe ich gelesen, dass Du auf der Session „Are paid links eval“ mit Matt Cutts von Google warst. Gab es dort neue Erkentnisse?

MT: Diese Session war bei weitem die beste Session der ich je auf einer Konferenz beigewohnt habe (selbstverständlich die, auch denen ich Referent war ausgeschlossen :)) – Erkenntnisreich war die Session aber nicht wirklich, da ja weder Matt Cutts sich überzeugen lässt den Linkkauf zu legitimieren, als auch die SEOs im Panel vom ebensolchen Abstand zu nehmen. Es ist  aber interessant die genauen Positionen noch genauer verstehen zu können, um so für sich eine adäquate Strategie im Bezug auf dieses Thema finden zu können.

MK: Hat Matt Cutts davon gesprochen, wie Google Paid Links genau findet und wie detailliert auf die Spam-Meldungen der User eingegangen wird?

MT: Google bastelt an geeigneten Algorithmen um Paidlinks automatisiert zu identifizieren. Die Paid-Link Reports werden eher dafür genutzt zu überprüfen ob der Algo diesen Link ebenfalls entdeckt hat, bzw. wieso er durch das Raster gefallen ist.

MK: D.h. Matt Cutts hat nur oberflächlich darüber berichtet. Es wurde also nicht darüber gesprochen, an welchen Mustern Google Paidlinks erkennen könnte?

MT: naja, Paid Links zu erkennen ist na nicht gerade Rocketscience. Ich würde mal sagen, dass 95% aller Paidlinks mind. einem bekannten Muster folgen: offensichtliche Zeichen, wie bspl. das Logo eines Linkhandelsplattform,
oder der Titulierung „Sponsored Links“ etc., Positionierung im Footer, oder der Sidebar, lokale Anhäufung themenfremder Links auf einer Seite  gerade bei High PR Domains

MK: Geht es d.E. darum Linkkäufer über Linkhandelsplattformen zu erkennen? Es gibt ja auch viele Websitebetreiber, die Webmaster von guten Seiten direkt angehen und diesen Geld für einen Link bieten. Dort wird es wohl schwierig werden diese Link für Google zu identifizieren.

MT: Wenn also eine Domain aus dem Linux Bereich mit Pagerank 8 überall in themenaffine Bereiche linkt, aber in einem bestimmten 6-Link großen Block auf der Startseite auf Poker & Gamblingseiten verlinkt, dann ist das recht einfach für Google zu erkennen.

MK: Da hast Du recht. Es ist aber damit nicht gesagt, dass dieser Link auch käuflich erworben wurde. Deswegen wird es m.E. schwierig für Google dies über einen Algorithmus zu lösen.

MT: Das ist ja einer der zentralen Kritikpunkte – nämlich letztendlich sind ja eine Menge Links indirekt bezahlt. Auch die Großkunden, die bspl. auf der Seite von SUN oder dergleichen aufgelistet sind, haben ja mehr oder weniger dafür bezahlt – wenn auch nicht direkt… Anderer Kritikpunkt ist bspl. Matts Empfehlung SMO zu betreiben. Hier gelingt es Seiten durch massenweise themenfremde Links in Ihrem orginären Bereich zu ranken. Wieso sollte also eine Seite besser ranken, nur weil Sie halt mal ein lustiges Video veröffentlicht hat, was tausende Blogger verlinkt haben? Aber hier kann man im Gegenzug anführen, dass ja auch in der „realen“ Welt alles auf eine Marke einzahlt – wie z.B. Charitywork einer Firma.

MK:
Du warst ja auch auf dem Google Dance? Wie läuft diese Party so ab? Was kann man sich darunter so vorstellen?

MT: Der Google Dance ist halt ein Party direkt auf dem Google Campus. Es gibt viel zu trinken, viel zu essen und eine Reihe von Attraktionen wie bspl. die Video-Karaoke Maschine (wie das Hula Hula Video letztes Jahr). Dann gibt es die Möglichkeit beim „Meet the Engineers“ direkt mit den Engineers zu reden, und auch konkrete Antworten auf die meisten Fragen zu bekommen. Aber auch sonst sind die meisten Google-Mitarbeiter ebenfalls am Party machen, und so kann man sehr schnell bei einem Bier neue Freunde bei Google finden.

MK: Was sind deine weiteren Pläne?

MT: Ich mach weiter wie bisher. Es wird sehr bald ein paar große Neuigkeiten geben, aber es wäre noch zu früh darüber zu sprechen.

MK: Vielen Dank für das Gespräch und noch einen schönen Abend.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.