Sonntag, 28. Mai 2017
Kritik am Customer Journey-Modell

Kritik am Customer Journey-Modell

Das Thema in der aktuellen Ausgabe von Affiliate MusixX ist das Customer Journey Tracking.

Dabei gibt es einen Mitschnitt des Vortrages von Maik Preßler (affilinet), der auf der Affiliate Conference am 10. Oktober Insights aus dem affilinet-Netzwerk zum Thema Customer Journey präsentierte.

Zahlreiche User äußerten bereits ihre Bedenken zur Provisions-Attribution im Online-Kanal.

Hier ein paar Auszüge zur Affiliate Musixx-Sendung:

Luis Arteaga:

Allerdings stellt sich mir die Frage, wie der Advertiser das Attributionsmodell in der Praxis umsetzten soll?

Beispiel:
User A hat insgesamt 3 Touchpoints bevor er einen Kauf auf Webseite X tätigt. Der erste Touchpoint erfolgt über den Display Kanal, der zweite über den Affiliate-Kanal und der letzte Touchpoint erfolgt über den SEA-Kanal. Sagen wir, dass jeder Kanal mit 33,33%l gewertet wird.
Jeder Kanal hat also 0,33 Conversions generiert.

Und was mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis?
Ok, ich kann anhand der Touchpoints ablesen, ob das Mediabudget relevante Kanäle berücksichtigt. Aber wie soll eine gerechte Bezahlung möglich sein? Google Adwords rechnet nach Klicks ab und nicht nach Anteil einer Conversion. Die Vermarkter und Agenturen haben Ihren Fix-TKP/CPC und auch sie rechnen nicht nach einem prozentualen Anteil einer Conversion ab.

Was bleibt ist den eCPL/eCPO bei den Performance-starken Kanälen (nachdem last-cookie-wins-prinzip) nach oben zu korrigieren.
Das Gesamtbild sieht schlechter aus, die Marketing-Leute sind über die neue Erkenntnis schockiert und shiften gleich das Budget um. Aber steigt tatsächlich der ROI? Habt ihr Praxis-Beispiele für mich?
Eine gerechte Bezahlung kann es doch nur geben, wenn alle auf CPO-Basis abgerechnet werden? Oder wie seht ihr das?

Markus Käkenmeister

Ist ja eigentlich kein Wunder, dass die gesamte Affiliate Geschichte sich nicht mehr so lohnt: Man kann noch so tolle Seiten machen, dem User Mehrwert bieten, Informationen zum Produkt – das lohnt sich einfach nicht, weil Google Affiliateseiten vielleicht so ab gefühlt SERP-Position 30 zeigt. Was noch funktionieren wird, sind Preisvergleiche und Cashbackseiten aller Couleur. Forced Click und Spammer rechne ich mal dazu.

Für Onlineshopprodukte gibt’s typischerweise 5%. 100 Klicks muss ich generieren bis einer kauft (1% CR). Ein Klick kostet mal so 1 Euro. Also gebe ich 100 Euro für Adwords aus und müsste ein 500 Euro Produkt verkaufen, damit ich erstmal kostendeckend bin, richtig? Wie soll das gehen?

Das hat sich vielleicht gelohnt, wenn der Merchant die Conversion durch eigene Ads vorbereitet hat. Wenn nun anders attribuiert wird, sieht’s noch düster aus.

Wie seht Ihr das Thema? Diskutiert mit über die Kommentare!

 

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.