Freitag, 30. September 2016

Microaffiliates die Zukunft des Affiliate Marketings?

Bereits in meinen Trend-Aussichten 2011 hatte ich über die Microaffiliates geschrieben. Auf Searchengineland ist jetzt eine neue Statistik von Hitwise erschienen.

Demnach war Facebook 2010 die am häufigsten aufgerufene Website und hat somit erstmals die Spitzenposition von Google übernommen. Zudem war Facebook 2010 für 8,93% der Besucher auf amerikanische Websites verantwortlich und Google nur noch für 7,19% aller Besucher.


(Grafik von searchengineland.com)

Ich hatte ja bereits darüber berichtet, dass auch die US-Affiliates auf der Affiliate Summit in New York sehr oft darüber gesprochen haben, dass Google im Affiliate Marketing nicht mehr das Non-plus-Ultra als Trafficlieferant ist.

Aktuell gibt es weltweit über 500 Mio. aktive Facebook-User. Alleine in Deutschland gibt es über 13,9 Mio. aktive Nutzer.


(Grafik von facebookmarketing.de)

Durchschnittlich hat jeder User 130 Freunde und insgesamt verbringen die User über 700 Mrd. Minuten jeden Monat in Facebook.

Nun muss man den Usern eigentlich nur noch die Möglichkeit bieten, durch die Empfehlung von Produkten oder Dienstleistungen über Facebook einfach Geld zu verdienen. Desto einfacher dieser Prozess für die User wird, desto mehr werden diese auch auf den Geschmack kommen, v.a. wenn die ersten Euro damit verdient sind.

In den USA gibt es ja bereits einige interessante Apps, die sich speziell auch für das Empfehlungsmarketing eignen, wie z.B.

1. Blippy
Datenschutzrechtlich wäre das Tool in Deutschland sehr bedenklich. In den USA ist es ein beliebtes Werbemittel, um in Streams Facebook- und Twitter-Aktivitäten anzuzeigen. Zudem können Freunde im Internet sehen, was der User per Kreditkarte bezahlt. Das soll den Freunden Spass machen und ebenfalls zum Kauf anregen.

Hier ein Video zu Blippy:

2. Thingbuzz
Das Werbemittel zeigt z.B. an, wie viel Tweets und Empfehlungen es für ein bestimmtes Produkt gibt und kann somit den Anreiz dafür steigern.

Hier ein Video zu Thingbuzz:

3. Mashup Datafeeds
Affiliates können sich z.B. mit Mashup Datafeeds Google Maps-Widgets erstellen und somit z.B. auf einer Website zum Thema Stadt Berlin eine Google Map mit Hotels in Berlin anzeigen, die dann wiederum mit Trackinglinks hinterlegt wurden.

4. Skimlinks
Keywords im Content können mit Produkten über Geo-Targeting verlinkt werden.

5. Imagemaps
Produkte in Bildern können direkt verlinkt werden. Eine gute Möglichkeit, um z.B. die neue Sonnenbrille von Paris Hilton in einem Bild zu verlinken und direkt zu verkaufen.

Aber auch die deutschen Affiliate-Netzwerke bieten in ihren App-Stores interessante Apps wie z.B.

Recommander
Empfehlung von Produkten, Gutscheinen und Shopping News über Facebook

GetAdmedia
Integration von Werbemitteln in Facebook oder Twitter

Andora
Ein tolles App, über welches ich bereits im November 2009 berichtet habe. Mit dem App können Produkte im Laden gescannt und dann via Twitter an Freunde empfohlen werden.

Hier gibts noch ein Video dazu:

Aber auch Tradedoubler hat mit TD Social im Juli 2010 ein neues Tool für Publisher gelauncht. Diese haben damit die Möglichkeit, direkt aus ihrem Account heraus Produkte auf Twitter und Facebook zu empfehlen.

Oder auch Amazon, die ihren Affiliates auch schon seit einiger Zeit die Möglichkeit anbieten, die Produkte über Twitter und Facebook zu bewerben.

Wenn man bedenkt, dass fast 50%  aller Kunden, die im Internet einkaufen, großen Wert auf Empfehlungen und Bewertungen von Freunden und Bekannten legen, dann sieht man schon, wieviel Potential sich hier noch bietet.

40% der User würden sogar über eine Shopping-Applikation direkt in einem social Network einkaufen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

Auch die Bereitschaft der User selbst über ein gekauftes Produkt zu urteilen, ist lt. einer Studie von netz98 sehr hoch. 45% der Nutzer bewerten Dienstleistungen und Produkte aktuell sogar schon. Wenn man diesen Nutzern nun noch eine Provision für vermittelte Verkäufe anbieten würde, wäre das sicherlich ein Anreiz noch aktiver zu werden.

Man darf sicherlich gespannt sein, wie sich dieses Thema zukünftig weiter entwickelt.

Gerne könnt Ihr mir Eure Meinung dazu mitteilen. Gemeinsam finden wir evtl. weitere Ideen und Lösungen, um über Social Media und Empfehlungsmarketing Geld zu verdienen.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

6 Kommentare

  1. Hallo Markus, da hast Du zum Jahreswechsel ein spannendes Thema aufgegriffen. Rückblickend auf 2010 sehe ich die Ablösung von Google durch Facebook auch 2011 noch nicht. Letztlich ist die Qualität des Traffics mit Blick auf die Conversion ausschlaggebend. Und in diesem Sinne ist Facebook noch zu weit von Google entfernt.

    Spannender sehe ich das Thema Empfehlungsmarketing über die Social-Media-Kanäle. Das wäre z.B. ein Ansatzpunkt, um die Trafficqualität zu steigern. Noch nehmen Produktbewertungen und Empfehlungen einen zu geringen Stellenwert auf Affiliate-Seiten ein. Über die 5 hier vorgestellten Apps bzw. Plugins sollte sich jeder Affiliate beim Start eines Projekts Gedanken machen.

  2. Klasse Artikel, ich kann mich @Sascha nur anschliesen 😉

  3. Hallo!

    Ich sehe leider nichts gutes aus Facebook entspringen wenn es um Produktempfehlungen geht.

    Es wird soweit kommen wie auf Twitter, das fast jeder nur noch Autotweets für den ganzen Werbemüll nutzen wird. Eine Zeitlang wird es gut gehen…bis die erste merken das keiner mehr da ist dem man etwas empfehlen kann. Somit wird die Suchmaschine wieder ein wichtiger „Target-Traffic“ lieferant und Facebook wird zwar Klicks und jede Menge Besucher bringen aber die Qualität dieser wird nicht an die von Suchmaschinen herankommen…

    In Zukunft wird dann auf Facebook jeder versuchen seinem „Freund“ (wenn man auf Facebook davon sprechen kann) etwas aufzuquatschen und keiner wird dem anderen mehr trauen…Facebook hin-Freundschaft her…Ich sehe da schlechtes auf die Nutzer von Facebook zukommen!

    MfG

    Csaba Nagy

  4. @Csaba

    Vielen Dank für Deine ausführliche Erläuterung. Das Thema muss sich natürlich erst mit der Zeit „entwickeln“ und wird auch nicht von Heute auf Morgen passieren. Die Empfehlung muss auch eher als Empfehlungsmarketing gesehen werden, anstatt als Werbung, sonst liest es keiner. Zudem sind intelligente Apps von Nöten, die dem Leser neben der Werbung auch Mehrwert bieten.