Sonntag, 22. Januar 2017

Reiseunternehmen im Internet – noch schlechter als ihr Ruf

Eine Untersuchung von Yougov Brand Index, die man bei http://www.internetworld.de nachlesen kann, deckt auf, wie mit unseriösen Geschäften Einzelner die komplette Reisebranche im Internet zu leiden hat. Im Mittelpunkt steht dabei der bekannte Reiseanbieter Unister, der viele populäre Reiseseiten betreibt, wie zum Beispiel ab-in-den-Urlaub.de und auch Fluege.de. Es geht bei den Vorwürfen gegen Unister in erster Linie um eine unsaubere Preispolitik. Das, was die Bild Zeitung nach einer dreimonatigen Recherche herausgefunden hat, das ist ein faustdicker Skandal, der die ganze Branche in Mitleidenschaft zieht. Abzocker Methoden – das ist noch eines der harmlosen Worte, die im Zusammenhang mit Unister fallen. Die Untersuchungen von Computer Bild offenbaren, wie Unister, die mit bekannten Persönlichkeiten wie Rainer Calmund und Michael Ballack werben, im Netz mit vermeintlicher Seriosität, aber immer mit falschen Werbeversprechen Kunden ködern, um dann diesen Kunden auf eine sehr dreiste Art und Weise das Geld aus den Taschen ziehen. Preisreduzierungen, die vollkommen frei erfunden sind, nachträglich aufgeschlagene Gelder für den Service, Klick-Fallen bei den Buchungen und noch eine Menge mehr wird Unister inzwischen vorgeworfen. Das einstige Vorzeigeunternehmen aus dem Osten hat auf diese Weise sehr wahrscheinlich einige Millionen Euro verdient und ganz Deutschland lässig abgezockt.

Aber es geht noch schlimmer, denn wer auf die Bewertungen von Travel24.com, Billigfluege.de oder auch auf Flug24.de klickt, der wird fast nur getürkte Bewertungen lesen, kaum eine der „Kundenmeinungen“ ist echt, der größte Teil wurde von Profis nach den Vorgaben von Unister geschrieben. Alle Unister Unternehmen sind miteinander vernetzt. Wenn man sich zum Beispiel ein Angebot bei ab-in-den-Urlaub anschaut, dann bekommt man automatisch zwei Vergleichsangebote von Travel24.com oder Reisen.de, zwei Unternehmen, die ebenfalls zu Unister gehören und natürlich sind diese beiden Angebote um einiges teurer als das zuerst angeklickte Angebot. Auch wenn sich jetzt die Staatsanwaltschaft Leipzig mit Unister befasst, der entstandene Schaden für die Reisebranche im Internet lässt sich kaum noch reparieren.

Natürlich arbeiten nicht alle Reiseunternehmen im Internet mit den Methoden von Unister, aber auch seriöse Unternehmen, wie zum Beispiel Opodo.de, büßt Kunden ein und verliert an Sympathiepunkten. Die Verbraucher sind verunsichert und wissen nicht mehr, wem sie trauen können und wer sie eventuell über den Tisch zieht. Als lachende Dritte gehen die stationären Reiseunternehmen aus diesem Skandal hervor, denn Anbieter wie TUI, Thomas Cook oder auch DERTOUR verzeichnen wachsende Zahlen bei ihren Reisebüros. Auch wenn Anbieter wie Alltours noch ein bisschen schwächeln, die Zahl der Buchungen bei den Reisebüros vor Ort steigt kontinuierlich weiter.

Das schlechte Image der Branche lässt sich aber auch an den Brand-Index Punkten ablesen. Hatte Unister im vergangenen Monat noch satte 20 Brand-Index Punkte, so ist diese Zahl auf magere zwei Punkte in diesem Monat gesunken. Unternehmen wie TUI profitieren davon, denn das Reiseportal kann mit stolzen 76 Brand-Index Punkten glänzen und das zeigt auch, dass die Kunden ihr Vertrauen in die traditionellen Reiseunternehmen nicht verloren haben.

Bildquelle: © Gerd Altmann / Pixelio.de

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