Samstag, 22. Juli 2017

Stationäres Shopping – nur keine Panik

Dem Kunden auf der Spur„, so heißt die Studie der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und ECE Projektmanagement, die jetzt bei internetworld.de online ist. Diese Studie zeigt, dass die Deutschen es nicht verlernt haben, im Geschäft um die Ecke einkaufen zu gehen. Wenn man der Studie Glauben schenken darf, dann erlebt der stationäre Handel eine echte Renaissance und das Offline Shopping einen neuen Boom.

Es besteht kein Grund zur Panik, denn die Geschäfte in den Innenstädten müssen nicht schließen, zumindest nicht, wenn es um die Konkurrenz aus dem Internet geht. Wenn vielleicht der Umsatz in jüngster Vergangenheit nicht so üppig war, dann bedeutet das aber noch lange nicht, dass die Einzelhandelsgeschäfte am Boden liegen. Immer noch sind zwei Drittel der für die Studie befragten 42.000 Verbraucher Kunden in stationären Geschäften, entweder in der Innenstadt oder im Einkaufszentrum, und sie kaufen dort alle zwei Wochen, manchmal aber auch öfter ein, online kaufen in diesem Zeitraum hingegen nur 13 % ein. Auch wenn der Onlinehandel permanent wächst, sprechen diese Zahlen doch für die Vorliebe, in einem „richtigen“ Geschäft einkaufen zu gehen. Auch wenn es um die Umsatzzahlen geht, dann spricht der Einzelhandel in den Städten eine deutliche Sprache, denn im letzten Jahr wurden im stationären Handel 389 Milliarden Euro umgesetzt, im Onlinehandel aber nur 30 Milliarden.

Das sogenannte Showrooming galt als pures Gift für den Einzelhandel in den Innenstädten, denn Studien hatten herausgefunden, dass immer mehr Menschen zuerst in die Stadt gehen, sich das Angebot dort ansehen, vielleicht auch mal etwas anprobieren, um dann letztendlich doch am heimischen PC online einkaufen zu gehen. Heute sieht das der Einzelhandel eher positiv, denn offenbar möchten die Kunden das, was sie gesehen und anprobiert haben, auch gleich in die Tüte packen und mit nach Hause nehmen. Laut Marketingexperten sind es besonders die bekannten und nicht so ganz günstigen Marken, die eine Plattform im stationären Einzelhandel brauchen, und das kann das Internet nur in einem sehr begrenzten Rahmen bieten. Auch wenn der stationäre und der Onlinehandel offenbar immer besser miteinander zu Recht kommen, weiß keiner, wie sich die Zusammenarbeit in Zukunft gestalten lässt. Aber es gibt Vorschläge und Ansätze, wie sich die beiden Handelsformen annähern können. Multichannel heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort.

Hand in Hand gehen, sich nicht ausschließen und sich vor allem keine Konkurrenz machen, denn das verwirrt den Kunden. Experten raten dazu, sich zusammen um die Kundschaft zu kümmern und eine Art Netzwerk aufzubauen, das ist eine der vielen Optionen. So könnte ein Onlineshop schon auf seiner Seite den Kunden mitteilen, dass es den einen oder anderen Artikel auch im stationären Geschäft zu kaufen gibt, denn das ist für die Kunden ein Anreiz, mal wieder einen kleinen Stadtbummel zu machen. Für die Kunden ist das ein gutes Ziel, denn schließlich bieten beide viele Vorteile, sowohl der virtuelle als auch der stationäre Handel.

Bildquelle: © Rainer Sturm / Pixelio.de

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