Freitag, 26. Mai 2017

Studie: 82 Prozent der Online-Marketer glauben an negative Auswirkungen durch Datenschutzveränderungen

Die Werbeausgaben im Online-Marketing werden auch 2014 rapide ansteigen. Während derzeit andere Kanäle wie Radio, Zeitungen, Magazine oder Kino Werbegelder verlieren, explodieren lt. einer Umfrage von Nielsen die Werbespandings für Online-Kanäle wie SEA, Display- oder Affiliate-Marketing. Mit einem Wachstum von 32,4% im Jahr 2013 verzeichnet der Online-Kanal weiterhin eine rasante Entwicklung.

Der einzige Wermutstropfen derzeit ist deswegen immer noch die offene Frage nach der weiteren Entwicklung der Datenschutzregulierung in der EU sowie technische Entwicklungen hinsichtlich Do-not-track oder Einstellungen in den digitalen Ökosystemen, z.B. die 3rd-Party-Blockade im Firefox-Browser.

Zwar überraschte die Online-Branche im Februar die Nachricht, dass die EU-Kommission nun befunden hat, dass das deutsche Recht schon heute die Nutzung von Cookies regelt und die lang diskutierte e-Privacy-Richtlinie in Deutschland durch das Telemediengesetz bereits umgesetzt ist. Dennoch sind sich Experten wie Adrian Schneider, der Mitbegründer des Blogs Telemedicus, nicht sicher, ob diese Entscheidung rechtlich haltbar ist.

Und auch die im Februar 2013 angekündigte Anpassung der Mozilla-Einstellungen, 3rd-Party-Cookies zu blockieren, wurde anschließend von Mozilla-Technikchef Brendan Eich vorerst wieder zurückgenommen, um die Implementierung erst einmal weiter zu testen.

Dennoch befindet sich die Branche weiterhin in einem schwebenden Zustand und niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich Reglementierungen hinsichtlich des Datenschutzes, der DNT-Initiative und der Browser-Einstellungen zukünftig entwickeln werden.

63% der Online-Marketer glauben deswegen, dass es zukünftig zu einer Datenschutz-Reglementierung kommen wird. Das ist das Ergebnis einer neuen Erhebung, die xpose360 unter 80 Online-Marketing-Verantwortlichen durchgeführt hat.

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Frage: Glauben Sie, dass es zu einer Datenschutz-Regulierung kommen wir?

82% der Befragten glauben zudem, dass mögliche Datenschutzveränderungen negative Auswirkungen auf die Online-Branche haben könnten.

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Frage: Glauben Sie, dass die Datenschutzveränderungen negative Auswirkungen auf die Online-Branche haben könnten?

49% sehen auch die Do-not-Track-Initiative als Gefahr für die Online-Branche. Zwar gibt es hierzu zwischen der Werbeindustrie und dem W3C noch keinen Konsens, dennoch wird DNT von vielen Browsern bereits über die default-Einstellung an Internetseiten übermittelt.

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Frage: Sehen Sie Do-not-track als Gefahr für die Online-Branche?

Erstaunlich ist allerdings, dass aufgrund der Entwicklungen und der Diskussionen in den letzten Monaten über 53% der Befragten noch keine Trackingalternativen zum Cookie-Tracking in ihrer eigenen Cookieweiche integriert haben und damit noch voll auf die Relevanz des Cookie-Trackings vertrauen. Dies belegt, dass es bei vielen Online-Unternehmen derzeit noch Nachholbedarf bei der Überprüfung der Cookieweiche und bei der Implementierung von Cookie-Alternativen gibt.

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Frage: Nutzen Sie für Ihre eigene Cookieweiche auch Trackingalternativen wie z.B. Fingerprint-Tracking?

Allerdings hat die Umfrage auch gezeigt, dass die Online-Marketer nun für das Thema sensibilisiert sind. Daher werden sich 66% in den nächsten 6 Monaten intensiver mit der Thematik Tracking-Alternativen beschäftigen.

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Frage: Werden Sie sich in den nächsten 6 Monaten intensiver mit der Thematik Tracking-Alternativen beschäftigen?

xpose360-Geschäftsführer Markus Kellermann empfiehlt daher den Werbetreibenden: „Jeder Shopbetreiber sollte sich zukünftig Gedanken über eine mögliche Regulierung des Cookie-Trackings machen und daher auch technische Tracking-Alternativen testen.“

Derzeit werden von vielen Dienstleistern bereits Tracking-Alternativen wie Fingerprint-Tracking, Cache-Grafiken, Web-Storage oder auch Tracking-Lösungen über AdServer-Technologien ausgebaut und weiterentwickelt.

Es empfiehlt sich daher, das Gespräch mit Agenturen oder technischen Dienstleistern zu suchen, um in diesem Bereich immer Up-to-Date zu sein und sich über die neuesten Entwicklungen weiter zu informieren.

Die komplette Studie gibt es hier zum kostenlosen Download.

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Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

Ein Kommentar

  1. Endlich spricht es mal jemand aus. Datenschutz hier, Datenschutz dort… natürlich ist er wichtig. Aber man wird doch immer als potentieller „Verbrecher“ behandelt und so lange das Abmahngeschäft immer noch so gut läuft, wird sich daran auch nichts ändern. Schade eigentlich.