Freitag, 29. Juli 2016

Tag 2 – 1. Tag Affiliate Summit

Nach einer tollen Affiliate NetworkxX New York letzten Abend mit ca. 20 Teilnehmern begann heute die Affiliate Summit, mit über 4.000 Teilnehmern.

Dabei hatte man wie immer die Qual der Wahl sich von über 18 Vorträgen am 1. Tag vier heraussuchen zu müssen.

Meine erste Session war „Are your Affiliates Adding Value“ von Adam Riemer.
Dabei erklärte er verschiedene Publisher-Modelle und worauf man dabei achten sollte.

Für das Thema Couponing hatte er eine gute Idee, nämlich speziell für auserwählte Gutschein-Affiliates eine eigene Landingpage zu erstellen und die Affiliates nur darauf verlinken zu lassen. Das hat den Vorteil, dass die User sich im Shop auf der passenden Website direkt zurecht finden und man damit auch sicherstellen kann, dass der korrekte Gutscheincode wirklich nur dem richtigen Affiliate gutgeschrieben wird, denn nur wenn der User über diese Landingpage kommt, wird im Warenkorb auch das passende Couponing-Feld angezeigt.

Eine weitere Idee war über die Cookieweiche wirklich nur die Gutscheinpublisher zu filtern, die in der Kaufentscheidung beteiligt waren und auch nur dann das Couponing-Feld anzuzeigen, bzw. den Trackingcode auszuspielen.

Das nächste Publisher-Modell waren SEA-Partner. Hier muss man aufpassen, dass man die richtige Strategie fährt und durch Teilnahmebedingungen schon zu Beginn genau die Regeln definiert. Somit kann man Brand-Hijacking verhindern.

Ein weiteres Problem ist Adware. Hierzu zeigte Adam ein gutes Video mit verschiedenen Adware-Systemen, die speziell bei folgenden Themen aktiv werden:

– Couponing Adware
– Natural Search Listings
– Direct Traffic to Merchant
– Affiliate Traffic to Merchant

Das Video findet Ihr HIER. Dabei sollte man darauf achten, dass man solche Affiliates erst gar nicht zulässt, da diese keinen Mehrwert bieten können.

Bei Cashback und Loyalty Sites sollte man darauf achten, dass man die Qualität der Kunden überwacht. Dabei sollte man aufpassen, wie die Retouren- und Stornoquoten sind und ob dabei bestimmte Muster zu erkennen sind, z.B. ob diese überwiegend innerhalb eines bestimmten Zeitraumes vorkommen (30, 60, 90, 120 Tage) und diese regelmäßig überwachen. Dadurch kann man evtl. schlechte Cashback-Partner finden und diese deaktivieren.

Zum Thema Self Shoppers hat Adam kalkuliert, dass diese in den USA ca. 15% der Umsätze generieren. Dabei sollte mann sich bei seiner Strategie überlegen, wie man damit umgeht und sich durchrechnen, wie hoch die eigene Marge ist, die man bezahlen kann. Der Vorteil von Self Shoppers kann allerdings auch sein, dass dadurch regelmäßig das Tracking getestet wird und auch die User Experience, was natürlich für den Shop hilfreich sein kann.

Der letzte Punkt war SEO. Dabei kann es hilfreich sein, wenn man man bei seinem Keyword oder Brand bei Google die komplette Top 10 ausfüllt durch seinen eigenen Shop und die 9 Affiliates. Wichtig dabei sollte natürlich sein, dass man dann mit seinem eigenen Shop auf Platz 1 stehen sollte. Hierzu kann es hilfreich sein, eine Keywordliste zu erstellen, mit Keywords welche für die Affiliates erlaubt sind und welche verboten sind, darauf zu optimieren.

Im 2. Vortrag ging es um das Thema „A Blueprint to Blowing up a Site“ von Joshua Ziering von FullSpeed Marketing.

Er zeigte in einer interessanten Case-Study wie er ein neues Projekt aufgezogen hat und damit innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich wurde.

Die Idee hatte sein kleiner Bruder, nämlich über einen Onlineshop sog. Snapback Hads zu verkaufen. Dabei handelt es sich um bestimmte Baseball-Caps die im Moment in Amerika sehr angesagt sind, da diese z.B. von US Super-Rapper Wiz Khalifa getragen werden.

Nachdem die Idee entstanden war, stellte Joshua über Google Trends fest, dass ein großer Peak bei der Suche nach diesen Caps besteht, die parallel mit dem Suchpeak zu Wiz Khalifa besteht, da dieser beim Superbowl aufgetreten ist.

Also hat er den Shop www.snapbackhads.net erstellt. Der Shop wurde ganz einfach in WordPress aufgebaut. Eines der Geheimnisse ist, dass der Bestellprozess sehr einfach ist und der Warenkorb + Versandadresse + Zahlungsform nur auf einer Seite stattfindet, was den Bestellvorgang sehr erleichert und übersichtlich macht.

Der Großteil der Bestellungen kommt über Google und Facebook. Der Vorteil über Google ist, dass der Name Snapback Hat bereits in der URL steht und der Shop somit sehr einfach in die Top 10 gekommen ist.

Für Facebook hat er ein paar interessante Tests gezeigt.  Besonders erfolgreich auf facebook.com/snapbackhats.net bei der Bewerbung sind verrückte Fotos der Caps, also aussergewöhnliche Cap-Bilder. Zudem sollte man darauf achten, dass man in Facebook nicht den Brand bewirbt, sondern das Produkt selbst um damit die Zielgruppe zu erreichen. Der Brandingeffekt kommt dann mit der Zeit ganz von selbst.

Um möglichst viele Fans bei Facebook zu bekommen, ist es wichtig, sich mit den Fans zu identifizieren. Sehr gut funktioniert es, wenn man in Facebook bestimmte Fragen stellt oder den Fans einen Deal anbietet. So gab es z.B. auf die Frage „Wie geht es Dir heute Morgen?“ über 150 Antworten.

Zudem hat er mit bestimmten Fotos getestet. Das erfolgreichste Foto mit über 3000 Impressions und einer Feedback-Rate von 2,03% war ein Bild von 3 Mädels im Bikini, die alle drei eine Cap aufhatten und die Frage „Du kannst meinen Hut tragen, wenn Du ihn zurückgibst“.

Auch mit Facebook Ads hat er getestet bei einem Klickpreis von 5 US-Dollar. Auch hier war es wichtig, dass es sich bei der Anzeige nicht um eine Brandingkampagne gehandelt hat, sondern dass direkt das Produkt mit dem Titel „Snapback Hat“ beworben wurde.

Ebensfalls gute Erfahrungen hat Joshua mit dem FB Social Plugin gemacht, denn durch die Anzeige der vielen Freunde im Shop soll kommuniziert werden, wie erfolgreich die Aktion ist.

Das Ergebnis sind aktuell über 7822 Facebook-Fans, 150 neue Fans pro Woche und jede Menge Bestellungen von Caps.

Im 3. Vortrag ging es um „Making Money with Facebook, Twitter and Blogging“ von Dave Cupples von FatCowBusiness.com.

Dabei präsentierte er verschiedene Beispiele und Tools. Bei der Suche nach neuen Trends, die man als Affiliate bewerben kann, empfiehlt er Google Insights for Search.

Mit der SEO Quake Toolbar kann man dann anschließend analyieren, welche Websites dort bei den Keywords bereits platziert sind und wie schwierig es wird, dort in die Top 5 bei Google zu kommen.

Mit Google Suggest kann man sich zudem weitere passende Keywords anzeigen lassen, die im Umfeld des Suchwortes ebenfalls noch häufig gesucht werden.

Auch über Q&A-Websites wie Yahoo Answers oder Askville lassen sich bestimmten neuen Nischen finden.

Die Websites Quova und PostRank eigenen sich sehr gut dazu, um passende Linkpartner für Backlinks zu finden, wenn man anschließend eine Website aufzieht. Interessant bei den beiden Tools ist auch, dass man dort Hinweise bekommt, was im Socialweb über die eigene Website geschrieben wird, also auch ein gutes Socialmedia Monetoring.

Auch mit dem Open Site Explorer kann man sehr gut Top Link Pages finden.

Um weitere Twitter Follower zu gewinnen, fährt Dave die Strategie, dass wenn man viele andere Sites followed, dass man dann dadurch ebenfalls gefollowed wird. Anschließend kann man die Follows ja wieder beenden.

Hierzu nutzt er das Tool Tweet Adder. Seine Strategie dabei ist:

– < 200-300 Follows pro Tag
– < 100 Unfollows pro Tag
– 3 Tage warten bevor man Unfollowed

Um eine erfolgreiche Landingpage zu erstellen, hat Dave ebenfalls einen guten Test durchgeführt. Hierzu hat er drei Landingpages verglichen:

1. LP mit der Verlosung eines ipad Nano
2. LP ohne Incentives
3. LP mit Beta-Zugang zu exklusiven Features

Die 3. LP hat dabei am erfolgreichsten funktioniert. Die komplette Studie dazu findet Ihr hier.

Um neue Facebook-Fans zu gewinnen, hat er die FB-Seite von Red Bull präsentiert, die sehr gut aufgebaut ist. Und zwar zeigt RB dabei den Fans was sich auf der Fanpage verbirgt, wenn man „i Like“ klickt um somit die Neugierde zu wecken.

Zum Schluss zeigte er noch eine kleine Case Study, nämlich eine sehr erfolgreiche FB-Fanpage von Aquabumps. Dabei kann man selbst Fotos vom Sonnenaufgang oder de Natur hochladen. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Fanpage bereits über 26.000 Fans hat. Man  muss eben einfach nur das richtige Thema finden 🙂

Beim letzten Panel von Heute ging es in einer Diskussionsrunde um das Thema „The Future of Coupons im Affiliate Marketing„. Eine der Trends wird sicherlich das Thema „Mobile Couponing“ sein, hierbei gibt es ja bereits Lösungen, dass man im Smartphone alle Geschäfte angezeigt bekommt, die sich gerade in der Nähe befinden und wo man mit einem Coupon Geld sparen kann.

Ein weiteres Thema für die Zukunft könnten auchVideos sein. Youtube gehört mittlerweile zu den zweitgrößten Suchmaschinen und auch hier könnte man über Tutorials oder auch mit bestimmten Deal-Videos Neukunden akquirieren.

Das wars aber dann auch schon mit der Zusammenfassung des ersten Konferenztages.

Axel Jack Metayer hat gerade zudem die heutige Keynote schon auf Youtube hochgeladen. Diesen findet Ihr hier:

Für mich geht es jetzt erst einmal mit ein paar deutschen Affiliate-Marketern zum Essen, bevor wir dann die Qual der Wahl haben, ob wir auf die ShareaSale oder die NEON in NYC-Party von Empyremedia gehen. Die Tickets für die Partys haben wir zumindest schon einmal 🙂

Wir sehen uns also dann morgen wieder und ich freue mich auf Eure Kommentare 🙂

 

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.