Freitag, 31. März 2017

Yahoo muss trotz neuer Chefin einen Umsatzrückgang hinnehmen

654091_web_R_K_B_by_Windorias_pixelio.deDas Portal internetworld.de befasste sich kürzlich mit den Umsatzzahlen des Unternehmens Yahoo für das dritte Quartal 2013. Im Fokus standen dabei nicht nur die Zahlen, sondern ebenfalls die Bemühungen von Marissa Mayer, die nunmehr seit gut einem Jahr Chefin des Internetriesen ist. Zu Beginn ihrer Amtszeit kündigte sie umfangreiche Maßnahmen zur Umsatzsteigerung an. Anfangs schienen diese aufzugehen, doch nun liegt der Finanzbericht für das dritte Quartal 2013 vor und aus jenem ergibt sich erstmals seit Dienstbeginn von Mayer ein Rückgang des Umsatzes.

Das dritte Quartal des letzten Jahres war das erste Quartal, das komplett unter der Führung von Mayer stand. Prompt schien die emsig an den Tag gelegte Tätigkeit des neuen Oberhauptes Früchte zu tragen, denn am Ende stand eine Steigerung des Umsatzes zu Buche. Der Erfolg hielt an: Auch die Ergebnisse des vierten Quartals und der Abschluss für das Jahr 2012 fielen unerwartet gut aus. Nach dem Bericht für das unlängst zu Ende gegangene Quartal jedoch muss das Unternehmen einen Umsatzrückgang von fünf Prozent hinnehmen. Lediglich 1,14 Milliarden US-Dollar wurden umgesetzt. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahreszeitraum 1,20 Milliarden US-Dollar. Eine noch deutlichere Sprache hinsichtlich der Zahlen von Yahoo spricht der GAAP-Nettoertrag, der momentan bei 297 Millionen US-Dollar liegt, im Vergleichszeitraum des Vorjahres jedoch 3.160 Millionen US-Dollar aufwies. Dies entspräche einem Rückgang von 91 Prozent. Die Zahl spiegelt allerdings nur bedingt die Realität wider, da der Verkaufsertrag der Alibaba-Anteile berücksichtigt wurde, der 2,8 Milliarden US-Dollar betrug.

Sorgenkind des Unternehmens ist die Display-Sparte. Hier fiel der Umsatz um sieben Prozent von 452 Millionen US-Dollar auf 421 Millionen. Diese Entwicklung ist bei der Bannerwerbung derzeit überall zu beobachten. Hintergrund scheint der allgemeine Preisverfall in dem Segment zu sein. Demgegenüber gab es jedoch ebenfalls Bereiche, wo Yahoo eine Umsatzsteigerung verbuchen konnte, wie etwa auf dem Gebiet Search. Im dritten Quartal 2012 betrug der Umsatz hier 414 Millionen US-Dollar, 2013 wurden im gleichen Zeitraum 426 Millionen US-Dollar umgesetzt, also drei Prozent mehr. Diese Steigerung war aber nicht ausreichend um den oben genannten Umsatzrückgang von sieben Prozent bei der Displaywerbung auszugleichen, zumal die beiden Sparten nicht die Einzigen sind, die Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis haben.

Grund zur Sorge sieht Mayer nicht. Als Reaktion auf den Umsatzeinbruch verwies sie auf die Nutzerzahlen, die im Gegensatz zum Umsatz gestiegen sind: „Mit jetzt mehr als 800 Millionen monatlich aktiven Nutzern – ein Anstieg von 20 Prozent innerhalb von 15 Monaten – verzeichnen wir aussagekräftiges Wachstum im Bereich Nutzer-Engagement und Traffic.“ Bleibt nur zu hoffen, dass die Nutzer Yahoo auch mehr Umsatz bescheren. An der Börse sorgte die Veröffentlichung des Quartalsberichts gleichfalls nicht für Beunruhigung. Der Aktienpreis stieg sogar um etwa ein Prozent. An eine ernsthafte Krise scheint keiner zu glauben oder sieht man die Rettung in dem unlängst von Yahoo, Microsoft und AOL angekündigten Werbebündnis? Damit scheint sich eine sichere Einnahmequelle für die Unternehmen aufzutun. Inwiefern der Plan aufgeht und welche Umsätze sich daraus ergeben, bleibt erst einmal abzuwarten. Schließlich bedarf es dafür auch einer gewissen Anzahl an Kunden, die Werbung schalten wollen. Erscheint jenen das Angebot nicht interessant, ist es fraglich, ob die Strategie der Bündnispartner von Erfolg gekrönt sein wird.

Bildquelle: © Windorias / Pixelio.de

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