Affiliate TalkXX Folge 77 – live von der DMEXCO 2026: Warum Affiliate Marketing für Advertiser zum No-Brainer wird

Affiliate Marketing bietet hohe Flexibilität, eine vielfältige Publisher-Landschaft, performancebasierte Vergütung und einen attraktiven ROAS – und wird im Online-Marketing-Mix vieler Unternehmen trotzdem noch immer unterschätzt. Warum eigentlich? Darüber spricht Julian Weiß, (Head of Affiliate Marketing bei MAI xpose360), in der neuen Affiliate TalkXX Folge live von der DMEXCO 2026 mit Marcus Seidel, (CEO & Founder von ADCELL) und Gregor Janik (CEO von ADCELL).

Für die aktuelle Folge des Affiliate TalkXX ging es mitten ins Geschehen der DMEXCO 2026. Aufgenommen wurde live aus der Podcastbox der Commerce Lounge – inklusive Publikum hinter der Glaswand. Zu Gast sind Markus und Gregor von ADCELL, die gemeinsam auf mehrere Jahrzehnte Erfahrung im Affiliate Marketing zurückblicken.

Im Mittelpunkt steht eine Frage, die sich durch die gesamte Folge zieht: Warum nutzen noch immer vergleichsweise wenige Online-Shops Affiliate Marketing konsequent, obwohl der Kanal zahlreiche Vorteile bietet?

„Alle wollen sein wie Amazon, keiner macht Marketing wie sie“

Mit dieser These startet eines der zentralen Themen der Folge. Amazon gilt nicht nur als einer der größten Player im E-Commerce, sondern auch als Pionier des Affiliate Marketings. Obwohl Amazon seine Kund und deren Kaufverhalten sehr genau kennt, investiert das Unternehmen weiterhin Geld dafür, diese über Partner zurückzugewinnen.

Darin steckt eine wichtige Erkenntnis für andere Online-Shops: Auch eine starke Marke kann nicht automatisch davon ausgehen, dass Kund von selbst zurückkehren.

Gerade angesichts steigender Kosten in anderen Performance-Kanälen gewinnt Affiliate Marketing zusätzlich an Bedeutung. Gleichzeitig wird im Gespräch eine deutliche Diskrepanz angesprochen: Während es in Deutschland eine große Zahl an Online-Shops gibt, nutzt nur ein vergleichsweise kleiner Teil Affiliate Marketing aktiv.

Ein ROAS, der für Affiliate Marketing spricht

Wie attraktiv der Kanal wirtschaftlich sein kann, zeigen auch die in der Folge diskutierten Marktzahlen. Im Rahmen des Affiliate Performance Marketing Councils (APMC) wurden aktuelle Zahlen zum Markt erhoben. Für die Bereiche Retail und Travel wird dabei ein durchschnittlicher ROAS von über 16 genannt.

Das bedeutet vereinfacht: Ein eingesetzter Euro steht einem Umsatz von mehr als 16 Euro gegenüber.

Dabei darf Affiliate Marketing längst nicht mehr nur auf klassische Gutschein- oder Cashback-Modelle reduziert werden. Über den Kanal lassen sich heute zahlreiche Bereiche des Online-Marketing-Mixes abbilden – von Content und Retargeting bis hin zu Google CSS.

Ein weiterer entscheidender Vorteil bleibt das Vergütungsmodell: In vielen Fällen wird auf CPO-Basis abgerechnet. Kosten entstehen also erst dann, wenn tatsächlich eine Conversion stattgefunden hat.

Ist Affiliate Marketing wirklich noch „risikofrei“?

Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht mehr. Denn die Publisher-Landschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark professionalisiert.

Statt kleiner Blogs stehen heute auch große Plattformen, etablierte Unternehmen und Verlagshäuser auf Publisher-Seite. Damit gewinnen hybride Vergütungsmodelle und Werbekostenzuschüsse, kurz WKZ, an Bedeutung.

Im Gespräch wird deutlich, dass diese Entwicklung differenziert betrachtet werden muss. Publisher tragen im klassischen CPO-Modell zunächst das Conversion-Risiko. Dass insbesondere größere Unternehmen dieses Risiko nicht bei jeder Platzierung vollständig übernehmen möchten, ist nachvollziehbar. Entscheidend ist deshalb, WKZ nicht isoliert zu betrachten, sondern gemeinsam mit Provisionen und den erzielten Ergebnissen.

Werbekostenzuschüsse müssen sich am Ende ebenso rechnen wie andere Marketinginvestitionen. Das performanceorientierte Grundprinzip des Affiliate Marketings bleibt damit bestehen – auch wenn sich die Vergütungsmodelle weiterentwickeln.

Maximale Flexibilität für Advertiser

Ein weiterer Vorteil, der in der Folge immer wieder hervorgehoben wird, ist die enorme Steuerbarkeit des Kanals.

Advertiser können selbst entscheiden, mit welchen Publishern sie zusammenarbeiten, welche Provisionen sie zahlen und ob beispielsweise Neu- und Bestandskund unterschiedlich vergütet werden sollen. Auch einzelne Warengruppen, Aktionen oder Publisher-Modelle lassen sich gezielt steuern.

Damit wird Affiliate Marketing zu einer Art modularer Marketing-Klaviatur: Ein Advertiser kann Cashback testen, gezielt mit Deal-Plattformen arbeiten, Influencer über individuelle Gutscheincodes anbinden oder große Reichweitenpartner integrieren.

Und funktioniert ein Ansatz nicht wie erwartet, lässt er sich vergleichsweise flexibel wieder anpassen.

Matchmaking: Der richtige Publisher für den richtigen Advertiser

„Tinder für Online-Shops“ – mit diesem Vergleich wird das Matchmaking im Affiliate Marketing während der Folge beschrieben.

Denn ein erfolgreiches Partnerprogramm besteht nicht einfach darin, möglichst viele Publisher anzubinden. Entscheidend ist vielmehr, diejenigen Partner zu identifizieren, die zur Marke, zum Produkt und zu den jeweiligen Zielen passen.

Die Möglichkeiten dafür sind heute größer denn je. Neben Deal- und Gutscheinseiten gehören große Verlagshäuser, Preisvergleichsportale, Cashback-Anbieter, Content Publisher, Influencer und zahlreiche weitere Modelle zum Affiliate-Ökosystem.

Gerade für kleine und mittelständische Advertiser kann ein Netzwerk dabei helfen, Zugang zu relevanten Publishern zu schaffen und passende Partnerschaften aufzubauen.

Warum auch kleine Publisher relevant bleiben

Trotz großer Publisher und reichweitenstarker Plattformen sollten kleinere Partner nicht aus dem Blick geraten.

Nicht jeder Publisher muss hunderte Transaktionen generieren, um einen Mehrwert zu schaffen. Auch Nischenseiten, Content Creator, Blogger oder kleinere Influencer können zusätzliche Touchpoints und relevante Reichweite für eine Marke erzeugen.

Gerade durch Automatisierung und KI entstehen neue Möglichkeiten, diesen Long Tail effizienter zu aktivieren. Daten lassen sich besser aggregieren und Publisher identifizieren, die vielleicht längere Zeit nicht aktiv waren oder bisher nur geringe Umsätze erzielt haben.

So kann ein Partnerprogramm wachsen, ohne dass jeder einzelne Publisher mit hohem manuellem Aufwand betreut werden muss.

Fair Affiliate: Partnerschaft muss für beide Seiten funktionieren

Doch mehr Automatisierung und Performance dürfen nicht zulasten der Publisher gehen.

Mit „Fair Affiliate“ möchte ADCELL stärker darauf aufmerksam machen, dass Affiliate Marketing ein partnerschaftliches Geschäftsmodell ist. Denn während Advertiser häufig erst bei einer erfolgreichen Conversion bezahlen, tragen Publisher zunächst einen wesentlichen Teil des Risikos: Sie produzieren Content, kaufen Traffic ein oder investieren Reichweite und Ressourcen, ohne dass ein Verkauf garantiert ist.

Gleichzeitig können Transaktionen beispielsweise aufgrund von Retouren, Zahlungsausfällen oder Attributionsfragen storniert werden.

Deshalb muss Qualität auf beiden Seiten gelten. Wenn Publisher hochwertigen Traffic und professionelle Leistungen liefern sollen, braucht es im Gegenzug faire Programmbedingungen, nachvollziehbare Provisionen und eine faire Sales-Validierung.

KI als Effizienztreiber im Affiliate Marketing

Natürlich kommt auch eine Live-Folge von der DMEXCO 2026 nicht am Thema Künstliche Intelligenz vorbei.

Bei ADCELL wird KI bereits eingesetzt, um Prozesse zu automatisieren, Daten besser auszuwerten und Mitarbeiter von zeitintensiven Routineaufgaben zu entlasten. Dazu gehören beispielsweise Recherchen, Datenaggregation oder die Identifikation passender Publisher.

Der Fokus liegt dabei nicht darauf, Menschen zu ersetzen. Vielmehr soll die Technologie Freiräume für jene Aufgaben schaffen, bei denen der persönliche Kontakt den entscheidenden Unterschied macht: Beratung, individuelle Betreuung und die Weiterentwicklung von Partnerschaften.

Gleichzeitig eröffnen die vorhandenen Daten in Kombination mit KI neue Möglichkeiten beim Matchmaking zwischen Advertisern und Publishern.

Affiliate Marketing bleibt People’s Business

Nach vielen Jahren Erfahrung in der Branche wird in der Folge vor allem eines deutlich: Affiliate Marketing lebt von den Menschen dahinter.

Trotz Tracking, Daten, Automatisierung und KI geht es am Ende um langfristige Partnerschaften zwischen Advertisern, Publishern, Netzwerken und Agenturen. Viele Akteur kennen sich seit Jahren und treffen auf Veranstaltungen wie der DMEXCO regelmäßig persönlich aufeinander.

Genau diese Verbindung aus technologischer Entwicklung und persönlichem Austausch ist eine der Besonderheiten des Affiliate Marketings.

Oder, wie es in der Folge passend beschrieben wird: Die Branche ist ein bisschen wie eine „Klassenfahrt für Erwachsene“.

Fazit: Affiliate Marketing kann mehr, als viele Advertiser nutzen

Die neue Affiliate TalkXX Folge macht deutlich, wie breit Affiliate Marketing heute aufgestellt ist. Der Kanal bietet längst mehr als klassische Gutschein- und Cashback-Partnerschaften. Advertiser können unterschiedlichste Publisher-Modelle testen, ihre Kosten weitgehend selbst steuern und gleichzeitig von einer zunehmend professionellen Publisher-Landschaft profitieren.

KI dürfte diese Möglichkeiten weiter ausbauen – durch effizienteres Matchmaking, bessere Datenanalysen und eine gezieltere Aktivierung auch kleinerer Publisher. Gleichzeitig bleibt der persönliche Austausch ein entscheidender Faktor.

Affiliate Marketing entwickelt sich technologisch weiter – bleibt im Kern aber Partner Marketing.

Warum der Kanal gerade für Online-Shops enormes Potenzial bietet, welche Rolle faire Partnerschaften spielen und wie KI das Affiliate Marketing verändert, hört ihr in der vollständigen Affiliate TalkXX Folge – live von der DMEXCO 2026.

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Allegra Degni
Allegra Degni
Allegra Degni ist seit März 2023 bei der xpose360 und arbeitet in der Affiliate Abteilung. Sie hat Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg erfolgreich mit dem Bachelor abgeschlossen.

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