Samstag, 16. Dezember 2017

Geschichten auf Facebook – so sichert man sich die Aufmerksamkeit der Nutzer

158499_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.deErzähl mir eine Geschichte! Das scheinen viele Nutzer zu sagen, wenn sie in Sozialen Medien wie Facebook unterwegs sind und dabei Unternehmen näher kennenlernen möchten. Ein absolut menschlicher Zug, denn erst einmal möchte man sich mit jemandem näher beschäftigen, bevor man ihm vertraut.

Zahlreiche namhafte Firmen haben sich bereits erfolgreich am Storytelling versucht. Das Flugunternehmen Lufthansa inszenierte die Kampagne #inspiredby. Menschen erzählten im Rahmen derer von Erlebnissen und Orten, die sie auf ihren Reisen besucht hatten und von denen für sie eine besondere Inspiration ausging. Zielgruppe der Kampagne waren 18- bis 30-Jährige. Im Ergebnis sollten Brand Favorability und Awareness bei jenen erhöht werden. Die Kampagne lief auf Facebook. Es wurden innerhalb von elf Wochen 55 Beiträge online gestellt. Nach Angaben von Lufthansa sahen diese über 16,3 Millionen Nutzer und das allein über Sponsored Stories sowie Anzeigen. Im Schnitt folgten auf einen Beitrag etwa 64.000 Interaktionen. Mehr als drei Millionen Mal wurden die Videos der Reisenden angesehen.

Modemarke Hugo Boss steigerte mit einer Facebook-Kampagne seine Bekanntheit beziehungsweise Beliebtheit und stärkte seinen Markencharakter. Dafür holte man die Agentur Werbewelt ins Boot, die Boss als vertrauenswürdigen Erfolgsberater für alle Lebensbereiche vorstellen sollte. Von Juni bis August 2013 erfolgte die Verbreitung der Kampagne sowohl auf der Unternehmensseite bei Facebook als auch über Anzeigen und Sponsored Stories. Währenddessen stieg die organische Verbreitung um 54 Prozent, die virale Reichweite sogar um 183 Prozent. In den USA wurden 2,7 Millionen Menschen mit jedem bezahlten Beitrag erreicht. Allgemein erreichte man eine Steigerung der Reichweite um 680 Prozent.

Die Baumarktkette Hornbach nutzte Facebook ebenfalls zur Steigerung seiner Popularität. Das Unternehmen ging allerdings dabei andere Wege als die beiden Vorgenannten. Alles begann Anfang Juni 2013, als Hornbach in einem Facebook-Beitrag bekanntgab, dass man einen Panzer gekauft habe. Aber was will eine Baumarktkette mit einem solchen Gefährt? Im Laufe der nächsten Tage wurden stückweise die Pläne damit bekanntgegeben: Es werden 7.000 Hämmer daraus entstehen. Der Verkauf der ersten Auflage in limitierter Stückzahl erfolgte ausschließlich über Facebook und es brauchte nicht einmal fünf Minuten, bis alle Hämmer an den Mann gebracht waren. Erst danach fand der Verkauf in den Filialen und im Online-Shop statt. Hier nahm der Ausverkauf immerhin zwei Stunden in Anspruch. Die Ziele der Kampagne, nämlich eine Steigerung der Bekanntheit, des Online- und Offline-Traffics sowie der direkte Austausch mit den Kunden, waren erreicht. Am Ende wurde ein Plus an Fans von 15 Prozent verzeichnet.

Geht es um ausgefallene Aktionen, darf Media Markt nicht fehlen. Auch auf Facebook ist die größte europäische Elektronik-Fachmarktkette aktiv. Für den 1.000.000 Fan hatte sich das Unternehmen etwas ganz Besonderes ausgedacht. Dieser erhielt sozusagen eine Prämie von 10.000 Euro, aber nicht per Banküberweisung oder verpackt in einem Koffer, das Geld wurde in Cent-Stücken bar ausgezahlt. Als Verpackung für die eine Million Cent-Stücke wurden Moneytrucks (Spielzeugtransporter) genommen. Per App konnten die Fans schätzen, wie viele von den Trucks für den Transport gebraucht werden. Den Beginn der Kampagne bildete ein Video mit einem Teilnahmeaufruf bei Facebook. Schlusspunkt war die Dokumentation der Auslieferung der 10.000 Euro an die Gewinnerin, die schlussendlich in 193 der Moneytrucks erfolgte. Das Video wurde innerhalb von sechs Wochen 25.000 Mal gelikt und 3.000 Mal geteilt. An dem Gewinnspiel nahmen 600.00 Fans teil, die Zahl derer erhöhte sich um 70.600 Personen.

Bildquelle: © S. Hofschlaeger / Pixelio.de

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