Samstag, 18. August 2018

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn – eine kleine Auswahl von Bad Ads

646195_web_R_K_B_by_Markus Vogelbacher_pixelio.deWerbung verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Gerade im Internet ist sie allgegenwärtig. Dabei kommt es manchmal zu wirklich unpassenden Kombinationen. Der Fachmann spricht dann von Bad Ads. Das ist Werbung, die so gar nicht zu dem eigentlichen Thema der Webseite passt. Jeden Monat macht sich Internet World Business die Mühe, die besten Bad Ads zu küren. Auch im August gab es da wieder jede Menge Anwärter für die Top Ten. Wer beispielsweise mit den Keywords Haus, Häuser und/oder abgebrannt eine Suchmaschine fütterte, bekam im Ergebnis zahlreiche Meldungen über schwere Schicksalsschläge im Zusammenhang mit Hausbränden. Makaber nur, dass darüber eine Anzeige von Lieferheld prangte, einem Unternehmen also, dass Essen direkt ins Haus liefert. Ein anderes Beispiel ist ein Bild von der bekannten Skandalnudel Miley Cyrus, die sich wieder einmal mit einem mehr als knappen Outfit auf der Bühne räkelt. Darunter ein entsprechender Text mit den Worten, Cyrus verstoße gegen Moral und Sitte und dazwischen ein Werbebanner, dass für eine Patenschaft für ein Kind in einem SOS-Kinderdorf wirbt.

Am vergangenen Wochenende verhängte Island ein Flugverbot in der Nähe des Vulkans Bardarbunga. Nach einer Eruption am Krater wurde Alarmstufe Rot ausgegeben. Kein Hindernis für einen renommierten Reiseanbieter: Neben der Meldung warb das Unternehmen für seine Last-Minute-Flugreisen. Schließlich sind viele Ziele auf der Welt auch ohne das Überfliegen des Vulkans erreichbar. Das Reisen steht ebenfalls bei der nächsten Bad Ad im Mittelpunkt. Dem meist-gepiercten Mann der Welt wurde in Dubai die Einreise verweigert, wie das Internet berichtete. Auf der gleichen Seite warb eine Fluggesellschaft für seine günstigen Flüge nach New York. Da wäre ein solcher Fauxpas sicher nicht passiert. Also am besten gleich weiterfliegen.

Tödliche Autounfälle tauchen regelmäßig in den News auf. Am 17.08.2014 raste auf der A95 ein Porschefahrer mit über 200 km/h in den Tod. Hätte er mal lieber den Jeep gefahren, der neben der Meldung beworben wurde. Vielleicht würde er dann noch leben. Der Ferienstart in den letzten Bundesländern Mitte August brachte die deutschen Autobahnen zum Kollabieren. Aber auch die Staus sind irgendwann vorbei, dachte sich wohl ein Autohersteller, der seine Werbung neben der Meldung platzierte.

Nicht ohne Versicherung! Das ist in Deutschland für das Führen eines Autos im öffentlichen Straßenverkehr Gesetz. Aber will man denn angesichts dieser Nachricht überhaupt noch auf die Straße? Ein 58-Jähriger führte jahrelang seinen persönlichen Krieg gegen Autos und LKWs. Über 700 Schüsse soll er auf jene im Laufe der Zeit abgefeuert haben. Da er jetzt vor Gericht steht und mit einer Strafe rechnen muss, kann man ja getrost ein neues Auto mit 12 Monate Gratis-Versicherung erwerben, so zumindest der Tenor der Werbeanzeige neben der Meldung.

Schon im Frühjahr 2014 sorgte diese Nachricht für Aufregung: Ein Händler reichte Klage gegen einen Kunden ein, der ihn bei Amazon schlecht bewertet hatte. Wer die Meldung auf der entsprechenden Seite las, wurde gleich darüber informiert, dass ein weltweit agierendes Versandhaus mit Sitz in Deutschland ein Top-Partner von Amazon ist.

Das Internet ist eines der wichtigsten Medien unserer Zeit. Jeder will hier einen Platz haben und das scheinbar oftmals um jeden Preis. Aber nicht immer gelingt es, den gewünschten Effekt mit seiner Präsenz zu erzielen, sehr zur Freude der Internetuser, die darüber oftmals herzhaft lachen können. In diesem Sinne auf schlechte/gute Nachbarschaft!

Bildquelle: © Markus Vogelbacher / Pixelio.de

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