Montag, 18. Dezember 2017

Soziale Netzwerke aus der Sicht der Unternehmen

Nicht nur für die private Nutzung werden die bekannten sozialen Netzwerke immer interessanter, auch immer mehr Firmen und Unternehmen nutzen die Chance und bringen sich bei Netzwerken wie Facebook ein. Sie rechnen sich größere Chancen am internationalen Markt aus, aber nur sehr wenige sind wirklich mit dem Thema Social Media vertraut. Das ist das Ergebnis einer Studie mit dem Titel „Future of Content“,die in der W&V veröffentlicht wurde,befragte die Meltwater Group im Oktober zu diesem Zweck 450 Firmen und Unternehmen weltweit. Die Ergebnisse dieser Studie sind zum Teil überraschend.

Deutsche Unternehmen sehen die wachsende Bedeutung der sozialen Netzwerke nicht nur als eine gute Chance für ihr Geschäft, sondern Twitter, Facebook und Co. sind mittlerweile auch zu einem fester Bestandteil der Unternehmenspolitik geworden. Während das 59% der deutschen Unternehmen bei der Befragung angaben, waren es im internationalen Vergleich 54%. In Deutschland halten sich viele Unternehmen sogar für Visionäre auf dem Gebiet der sozialen Netzwerke, aber nur 36% haben im Umgang mit Social Media einen Plan, eine Strategie oder ein ausgearbeitetes Konzept. Weltweit sind es dagegen zehn Prozent mehr Unternehmen, die ganz gezielt und geplant an die Sache herangehen.

Auch was die Inhalte angeht, so ist man in Deutschland noch lange nicht soweit wie im Ausland. Nur 64% der von der Meltwater Group befragten Unternehmen gab an, sich viele Gedanken über den Inhalt ihrer Seiten bei Facebook zu machen. International sind es immerhin 78%. Eine allzu große Bedeutung wird der Sache also nicht beigemessen. Wie wenig sich die Unternehmen um die Aufmachung und auch die Inhalte ihrer Seiten im sozialen Netzwerk Gedanken machen, zeigen auch noch andere Zahlen. Nur 26% der deutschen Firmen wollen mit dem Inhalt ihrer Seiten ihre Kunden wirklich informieren, den meisten reicht es aus, wenn die Seiten hübsch aufgemacht sind, aber wenig Inhalt haben. Hier sehen die deutschen Unternehmen im Vergleich mit dem Ausland noch gut aus, denn international denken nur 23% der Unternehmen an einen guten und vor allem sehr informativen Inhalt ihrer Seiten. Nur 27% der befragten deutschen Firmen die soziale Netzwerke nutzen, wollen für den Aufbau der Seiten viel Zeit investieren. International sehen das 38% der Unternehmen so.

Eine Tatsache, die aber sehr deutlich für das eigentliche Desinteresse der Unternehmen an einer optimalen Nutzung von sozialen Netzwerken steht, ist die Tatsache, dass sich nur sehr wenige Unternehmen einen wirklichen Spezialisten leisten, der ihre Interessen vertritt. Nur gerade einmal 20% der befragten Unternehmen in Deutschland überlässt die Aufmachung und damit auch die Präsenz der Firma bei einem sozialen Netzwerk einem Spezialisten, die restlichen Firmen übertragen diese an sich sehr wichtige Aufgabe einfach einem Mitarbeiter, der vielleicht Spaß am Umgang mit einem PC und mit den diversen sozialen Netzwerken hat. Das diesem Mitarbeiter aber in den meisten Fällen die Kompetenzen und vor allen Dingen auch die Kenntnisse fehlen, spielt dabei keine große Rolle.

Foto: Gerd Altmann / graphicxtras

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