Affiliate TalkxX Folge 76: Live-Podcast – Zero-Click, LLM-Attribution und die Zukunft des Affiliate-Marketings

Zero-Click im Affiliate-Marketing: Wie lässt sich Leistung künftig messen?

In Folge 76 von Affiliate TalkxX geht der Live-Podcast in die zweite Runde. Host Julian Weiß spricht erneut mit  Benjamin Gromann von Tradedoubler,  Yann Dutertre von Awin und  André Kögler von impact.com über die Zukunft des Affiliate- und Partner-Marketings.

Während Teil 1 vor allem die aktuelle Position des Kanals, KI-Sichtbarkeit und authentischen Creator-Content beleuchtet, dreht sich Teil 2 um eine entscheidende Frage: Wie messen und vergüten wir Affiliate-Leistung in einer zunehmend von Zero-Click und Large-Language-Models geprägten Customer-Journey?

Denn wenn User bereits innerhalb eines KI-Systems viele relevante Informationen erhalten, verändert sich der klassische Weg vom Publisher über den Klick bis zum Sale. Für Netzwerke, Publisher und Advertiser entstehen dadurch neue Anforderungen an Attribution, Messbarkeit und Vergütung.

LLM-Attribution: Citations machen den Einfluss von Publishern sichtbar

Eine Möglichkeit zur Bewertung bietet die Analyse sogenannter Citations. Dabei wird untersucht, welche Quellen und Publisher innerhalb von Antworten eines Large-Language-Models auftauchen.

André erklärt im Podcast, dass Advertiser bereits mit externen Analyse-Tools arbeiten können. Dafür definieren sie relevante Prompts und untersuchen anschließend, welche Partner bei diesen Suchanfragen sichtbar werden.

So lässt sich beispielsweise analysieren:

  • welcher Affiliate-Partner in KI-Antworten auftaucht
  • wie hoch die Sichtbarkeit eines Publishers ist
  • wie sich diese Sichtbarkeit über einen bestimmten Zeitraum entwickelt
  • welchen Einfluss einzelne Inhalte auf die Markenpräsenz innerhalb eines LLMs haben

Damit entsteht ein erster Ansatz, die Leistung von Publishern auch vor einem klassischen Klick greifbarer zu machen.

Eine Herausforderung bleibt die Dynamik: Inhalte und Antworten innerhalb der Large-Language-Models verändern sich laufend. Genau deshalb gewinnen kontinuierliches Monitoring und transparente Daten an Bedeutung.

Pay-per-Citation: Neue Vergütungsmodelle für Affiliate-Marketing

Mit der neuen Form der Sichtbarkeit verändert sich gleichzeitig die Diskussion rund um Vergütungsmodelle.

André spricht im Podcast unter anderem über Pay-per-Citation, Pay-per-View und Pay-per-Content als mögliche Ergänzungen zum klassischen CPO.

Der Gedanke dahinter: Ein Publisher schafft bereits einen Wert, wenn sein Content dazu beiträgt, eine Marke innerhalb eines KI-Systems sichtbar zu machen.

Yann wirft dabei eine zentrale Frage auf: Wie lässt sich der Wert verteilen, wenn mehrere Publisher innerhalb einer KI-Antwort zitiert werden?

Eine mögliche Perspektive ist eine anteilige Attribution. Der Einfluss verschiedener Publisher könnte entsprechend ihrer jeweiligen Wirkung auf eine Antwort bewertet werden.

Damit entwickelt sich Attribution stärker in Richtung Multi-Touch-Betrachtung. Statt ausschließlich einen finalen Kontaktpunkt zu bewerten, kann der Einfluss mehrerer Content-Quellen sichtbar werden.

Affiliate-Marketing zwischen probabilistischer und deterministischer Attribution

Im Live-Talk unterscheiden die Gäste zwischen zwei Ansätzen zur Messung: einer probabilistischen und einer deterministischen Methode.

Beim probabilistischen Ansatz werden relevante Prompts simuliert. Anschließend wird untersucht, welche Quellen innerhalb der KI-Antworten erscheinen. Diese Daten liefern bereits heute wertvolle Insights über die Sichtbarkeit verschiedener Publisher.

Der deterministische Ansatz geht einen Schritt weiter. Hier sollen tatsächliche Prompts und konkrete Interaktionen stärker miteinander verbunden werden. Dadurch könnte sich zukünftig genauer nachvollziehen lassen, welche Inhalte Einfluss auf eine konkrete Customer-Journey hatten.

Auch Initiativen wie OpenAttribution.org beschäftigen sich laut André mit dieser Entwicklung. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Partner auf Large-Language-Models transparenter zu machen und entsprechende Informationen für die Attribution nutzbar zu machen.

Für die Affiliate-Branche ergibt sich daraus eine große Chance: Die vorhandene technologische Erfahrung mit Tracking und Performance-Messung kann als Grundlage für neue Attributionsmodelle dienen.

KI-Traffic im Affiliate-Marketing: Weniger Klicks, höhere Qualität?

Spannend wird es auch beim Blick auf den Traffic, der direkt aus Large-Language-Models entsteht.

Die Podcast-Runde diskutiert die These, dass sich die Customer-Journey durch KI in bestimmten Situationen wieder verkürzen kann.

User erhalten innerhalb eines LLMs bereits zahlreiche Informationen. Sie können Produkte vergleichen, Bewertungen einordnen und konkrete Empfehlungen erhalten. Wenn sie anschließend auf die Website eines Advertisers wechseln, sind sie möglicherweise bereits deutlich weiter in ihrer Kaufentscheidung.

Julian fasst diesen Gedanken im Gespräch treffend zusammen: Der Traffic kann sinken, während die Conversion-Qualität steigt.

Yann beschreibt ebenfalls, dass User durch die vorherige Recherche innerhalb eines LLMs bereits inspiriert und informiert auf einer Website ankommen können.

Damit rückt neben der reinen Traffic-Menge zunehmend die Qualität des Traffics in den Mittelpunkt.

Affiliate-Marketing und Warenkorbwerte: Qualität vor reiner Traffic-Menge

Auch der durchschnittliche Warenkorb spielt in der Diskussion eine Rolle.

André verweist auf Zahlen aus der APMC-Marktzahlenanalyse. Demnach liegt der durchschnittliche Warenkorb im Affiliate- und Partner-Marketing in der betrachteten Auswertung bei 81 €, während für den Retail-Durchschnitt 53 € genannt werden.

Ob sich diese Entwicklung direkt auf LLM-Traffic übertragen lässt, bleibt aktuell eine offene Forschungsfrage.

Benjamin weist darauf hin, dass die Entwicklung stark vom jeweiligen Produkt abhängen kann. Bei einer einfachen Preisentscheidung kann KI beispielsweise schnell die günstigste Option identifizieren. Bei komplexeren Produkten kann eine ausführliche Recherche wiederum zu einer bewussteren Auswahl führen.

Für Advertiser wird es deshalb entscheidend, verschiedene Produktgruppen und Customer-Journeys individuell zu betrachten.

Zero-Click verändert den Wert des Affiliate-Marketings

Der Live-Podcast zeigt vor allem eines: Die Entwicklung rund um Zero-Click verändert den Wert des Affiliate-Marketings und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten.

Der klassische CPO bleibt für performanceorientierte Kampagnen relevant. Gleichzeitig kommen neue Ebenen hinzu: Sichtbarkeit, Citations, Content-Einfluss und die Rolle einzelner Publisher innerhalb von Large-Language-Models.

Genau dadurch entwickelt sich das Affiliate-Marketing weiter.

Publisher können ihre Bedeutung entlang der gesamten Customer-Journey sichtbar machen. Netzwerke arbeiten an neuen Datenmodellen. Advertiser erhalten zusätzliche Möglichkeiten, den Einfluss ihrer Partner zu bewerten.

Die Entwicklung steht noch am Anfang. Gleichzeitig entstehen bereits konkrete Ansätze, die heute getestet und weiterentwickelt werden.

Fazit: LLM-Attribution eröffnet neue Chancen für Affiliate-Marketing

Folge 75 von Affiliate TalkxX macht deutlich, wie intensiv sich die Branche bereits mit der Zero-Click-Zukunft beschäftigt.

Probabilistische Analysen, deterministische Ansätze, Pay-per-Citation und neue Attributionsmodelle zeigen, wohin sich die Messbarkeit entwickeln kann.

Für Affiliate-Marketing entsteht daraus eine spannende Perspektive: Der Wert eines Publishers kann künftig stärker über seinen gesamten Einfluss auf die Customer-Journey betrachtet werden.

Content, Sichtbarkeit, Trust und Performance rücken dadurch enger zusammen.

Der Live-Talk zeigt gleichzeitig, wie wichtig der gemeinsame Austausch zwischen Advertisern, Publishern, Netzwerken und Technologie-Anbietern ist. Denn genau gemeinsam kann die Branche Standards entwickeln, Daten nutzbar machen und das volle Potenzial des Partner-Marketings ausschöpfen.

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Nico Klingauf
Nico Klingauf
Nico Klingauf startete im Februar 2025 als Trainee bei der MAI xpose360 GmbH. Inzwischen ist er als Junior tätig und betreut unterschiedliche Kunden aus den Bereichen Retail und Versicherungen.

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