Der September 2026 war ein vielseitiger Monat für die Affiliate-Branche. Neben Entwicklungen rund um Travel, Creator Marketing und neue Vergütungsmodelle standen auch Google-Updates, Gutschein-Whitelabels und die Weiterentwicklung von Partnerprogrammen im Fokus. Gleichzeitig zeigte sich erneut, wie wichtig guter Content, passende Publisher und eine klare Programmstrategie für nachhaltiges Wachstum sind. Mit der DMEXCO gab es zudem einen der wichtigsten Branchentreffpunkte des Jahres, bei dem neben neuen Technologien vor allem persönliche Gespräche, Austausch und neue Partnerschaften im Mittelpunkt standen.
Affiliate-Marketing im Travel-Segment 2026: Mehr als nur der letzte Klick
Die Customer Journey im Travel-Bereich wird immer komplexer, da Reisende sich über Suchmaschinen, Social Media, Creator, Vergleichsportale, Reiseblogs und zunehmend auch über KI-Systeme informieren. Affiliate-Marketing sollte deshalb nicht mehr ausschließlich danach bewertet werden, welcher Partner den letzten Klick vor der Buchung liefert, sondern stärker nach Inkrementalität, Neukundengewinnung und dem tatsächlichen Einfluss entlang der Customer Journey. Gleichzeitig gewinnt die Sichtbarkeit in KI-Systemen an Bedeutung, da hochwertige Publisher-Inhalte bereits in der Inspirations- und Recherchephase eine wichtige Rolle spielen können. Auch Creator werden für Travel-Advertiser relevanter, weil sie Reichweite, Vertrauen und Performance miteinander verbinden. Erfolgreiche Programme sollten deshalb Publisher gezielt nach ihrer Funktion steuern und Messmodelle stärker auf Wirkung statt nur auf Last Click ausrichten.
Google ändert Site-Reputation-Policy: Relevanz für Affiliate-Seiten
Google hat seine Site-Reputation-Policy für den Europäischen Wirtschaftsraum angepasst und behandelt entsprechende manuelle Maßnahmen seit dem 30. August 2026 anders. Betroffene Bereiche einer Website können künftig von der restlichen Domain getrennt und unabhängig bewertet werden, statt automatisch von deren bestehender Reputation zu profitieren. Für Affiliate-Publisher ist dabei wichtig: Affiliate-Content und korrekt gekennzeichnete Affiliate-Links gelten nicht grundsätzlich als problematisch. Entscheidend sind vielmehr Qualität, thematische Relevanz, redaktionelle Verantwortung und ein echter Mehrwert für Nutzer. Besonders White-Label-Modelle, Gutscheinbereiche und extern produzierte Inhalte auf starken Domains dürften deshalb künftig noch genauer betrachtet werden.
Affiliate Conference 2026: Advertiser-Ticket für 99 Euro
Advertiser können sich aktuell ein stark vergünstigtes Kombi-Ticket für die Affiliate Conference und NetworkxX 2026 für 99 Euro netto sichern. Möglich wird die Aktion durch die Unterstützung von easy Marketing, idealo, uppr.rocks und condayo. Pro Advertiser sind maximal zwei Tickets verfügbar, Voraussetzung ist die Zustimmung zur Weitergabe der Kontaktdaten an die vier Partner.
Affiliate-Marketing mit System: 4 Hebel für ein besser steuerbares Partnerprogramm
Ein erfolgreiches Affiliate-Programm braucht nicht möglichst viele Maßnahmen, sondern klare Ziele, passende Partner und eine konsequente Steuerung. Entscheidend ist, Qualität vor Quantität zu stellen und Publisher gezielt danach zu bewerten, welchen tatsächlichen Beitrag sie zum Programm leisten. Gleichzeitig sollte Affiliate-Erfolg nicht nur am ersten Sale gemessen werden, sondern auch an Faktoren wie Neukundenqualität, Wiederkaufrate oder Customer Lifetime Value. Regelmäßige Reviews und ein fester Steuerungsrhythmus helfen dabei, Maßnahmen zu priorisieren und Budgets gezielter einzusetzen. Wichtig ist außerdem, unterschiedliche Publisher-Typen mit passenden KPIs zu bewerten, statt alle Partner nach denselben Performance-Kennzahlen zu messen.
#AskTheExpert: Travel-Affiliate-Marketing zwischen KI, Content und Cashback
Im aktuellen #AskTheExpert erklärt Jameel Mahmoud von Checkout Charlie, warum die lange und komplexe Customer Journey das Affiliate-Marketing in der Reisebranche besonders vielseitig macht. Reisende informieren sich heute über Suchmaschinen, Social Media, Vergleichsseiten, Deal-Portale und zunehmend auch über KI-Tools, weshalb ein breiter Publisher-Mix immer wichtiger wird. Hochwertiger und vertrauenswürdiger Content gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da LLMs die Inspirations- und Recherchephase zunehmend beeinflussen. Gleichzeitig bleiben Gutscheine und Cashback relevant, weil der Preis bei Reisebuchungen weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Checkout Charlie setzt deshalb auf die Kombination aus Performance-Angeboten und redaktionellen Kooperationen, unter anderem mit der SPIEGEL Reisewelt und künftig auch der FAZ.
Gutschein-Whitelabels: Neue Chancen, aber kein Zurück zum alten Modell
Vier Branchenexperten bewerten die geänderte Google Site Reputation Policy im EWR unterschiedlich, sehen aber mehrheitlich neue Chancen für Gutschein-Whitelabels. Ein einfaches Comeback der früheren SEO-Modelle gilt jedoch als unwahrscheinlich, da Google betroffene Bereiche künftig stärker unabhängig von der Reputation der Hauptdomain bewerten kann. Entscheidend werden deshalb eigene Autorität, redaktionelle Qualität, exklusive Angebote, Nutzersignale und eine gute User Experience. Während Checkout Charlie und Coupons.de Reaktivierungen vorbereiten, setzt Bravogutschein weiter bewusst auf das eigene Portal und Atolls zunächst auf Tests und Beobachtung. Ob Whitelabels langfristig wieder relevante Rankings und Traffic aufbauen können, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Reisen statt Besitzen: Warum Travel für Marken relevanter wird
Trotz steigender Lebenshaltungskosten bleibt Reisen für viele Verbraucher eine bewusst priorisierte Ausgabe, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Immer stärker verschiebt sich der Konsum weg vom Besitz materieller Güter hin zu Erlebnissen, gemeinsamer Zeit und persönlichen Erfahrungen. Auch im Premiumsegment wachsen Reise-, Event- und Genussangebote dynamischer als klassische Luxusprodukte. Für Travel-Marken bedeutet das, nicht nur Preise und Angebote zu kommunizieren, sondern vor allem Inspiration und Reiselust zu erzeugen. Hochwertiger Content, starke Bilder und authentischer User Generated Content können dabei helfen, aus Interesse konkrete Reiseplanung entstehen zu lassen.
Mehr als die Hälfte der Gen Z und Millennials vertraut KI-Influencern
Eine aktuelle Awin-Studie zeigt, dass weltweit 54 Prozent der Gen Z und Millennials grundsätzlich bereit wären, KI-Influencern zu vertrauen. Auch KI-gestützte Produktempfehlungen gewinnen an Bedeutung: In Deutschland nutzen bereits 22 Prozent der Verbraucher entsprechende Tools bei Kaufentscheidungen, bei jüngeren Zielgruppen liegt die Nutzung und Akzeptanz deutlich höher. Gleichzeitig können Creator-Empfehlungen sehr direkt wirken, denn fast die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen hat bereits unmittelbar nach einer Empfehlung gekauft. Entscheidend bleibt jedoch Transparenz, da Verbraucher nachvollziehen möchten, wann KI eingesetzt wird und welche kommerziellen Interessen hinter Empfehlungen stehen. Für Affiliate- und Influencer-Marketing entstehen dadurch neue Chancen, gleichzeitig wird glaubwürdige Kennzeichnung zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.
Awin bündelt Produkt, Technologie und KI unter neuer Führung
Awin beruft den ehemaligen Amazon- und Checkout.com-Manager Varun Aggarwal zum neuen Chief Product & Technology Officer. Künftig sollen Produktentwicklung, Technologie und KI stärker unter einer gemeinsamen Strategie verzahnt werden. Im Fokus stehen Funktionen wie AI Visibility und Smart Search, mit denen der Einfluss von Publishern entlang komplexer Customer Journeys besser messbar werden soll. Awin will damit seine Plattform technologisch weiterentwickeln und Partnerleistungen künftig präziser sichtbar und vergütbar machen.
Google testet Vergütung für Publisher-Inhalte in KI-Antworten
Google testet ein neues Vergütungsmodell für Publisher, deren Inhalte in Gemini, AI Overviews oder AI Mode einfließen. Für Affiliate-Publisher ist das besonders relevant, weil Produktvergleiche, Tests und Kaufberatungen künftig auch dann Einnahmen erzielen könnten, wenn Nutzer nicht mehr auf die Website klicken. Damit könnte ein Teil der durch KI-Antworten verlorenen Affiliate-Provisionen durch direkte Zahlungen von Google ausgeglichen werden. Noch ist das Modell allerdings wenig transparent und befindet sich in einer frühen Testphase.
#CloseUp: Devin Meßing zwischen Daten, Kommunikation und Affiliate-Marketing
Devin Meßing kam über sein Studium „Marketing & Digitale Medien“ und eine Werkstudententätigkeit im Affiliate-Management in die Branche. Nach fünf Jahren Agenturerfahrung bringt er seine Expertise in Tracking und Datenanalyse heute bei DataFirst ein. Typisch Affiliate-Marketing ist für ihn vor allem die Kommunikation zwischen Publishern, Merchants, Netzwerken und Agenturen, denn gute Partnerschaften entstehen nur durch offenen und ehrlichen Austausch. Im #CloseUp spricht er außerdem über Spontanität, persönliche Weiterentwicklung und die Bedeutung unterschiedlicher Perspektiven innerhalb der Branche. Privat spielen seine Hündin, Reisen und der Wunsch nach einem naturnahen Leben eine wichtige Rolle.
DMEXCO 2026: KI, Commerce und starke Partnerschaften im Fokus
Die DMEXCO 2026 zeigte erneut, wie stark KI die digitale Branche und insbesondere Commerce und Produktsuche verändert. In Vorträgen wurde deutlich, dass Händler ihre Produktdaten, Inhalte und Prozesse zunehmend auch für KI-gestützte Recherche und Shopping-Agenten optimieren müssen. Gleichzeitig standen Gutschein-Whitelabels, neue Google-Richtlinien und die Weiterentwicklung des Affiliate-Marketings zu einem strategischen Partner-Ökosystem im Mittelpunkt vieler Gespräche. In der Live-Aufnahme des Affiliate TalkxX wurde zudem diskutiert, wie breite Publisher-Strukturen, gutes Tracking und faire Vergütungsmodelle nachhaltiges Wachstum unterstützen können. Trotz aller technologischen Veränderungen blieb eines konstant: Persönlicher Austausch und Networking sind weiterhin ein zentraler Bestandteil der Branche.
Fazit:
Der September hat gezeigt, wie breit Affiliate-Marketing inzwischen aufgestellt ist. Travel, Content, Creator, Gutscheine, Vergleichsportale und neue Commerce-Modelle bieten Advertisern viele Möglichkeiten, ihre Zielgruppen an unterschiedlichen Punkten der Customer Journey zu erreichen. Gleichzeitig werden eine klare Steuerung, passende KPIs und ein guter Publisher-Mix immer wichtiger. Technologische Veränderungen schaffen neue Chancen, ersetzen aber nicht das, was Affiliate-Marketing seit jeher ausmacht: gute Ideen, verlässliche Partner und langfristige Zusammenarbeit.

