Awin-Studie zeigt: KI und Creator beeinflussen Kaufentscheidungen zunehmend – Transparenz bleibt entscheidend.
KI-Influencer und KI-gestützte Produktempfehlungen werden für Verbraucher zunehmend relevant. Eine aktuelle Studie von Awin zeigt, dass weltweit bereits 54 Prozent der Gen Z und Millennials grundsätzlich bereit wären, einem KI-Influencer zu vertrauen. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil bei 42 Prozent.
Auch in Deutschland zeigt sich ein deutlicher Generationenunterschied: 51 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 41 Prozent der 18- bis 24-Jährigen stehen KI-Influencern offen gegenüber. Bei den über 65-Jährigen sind es dagegen lediglich 22 Prozent.
Creator-Empfehlungen können direkt zum Kauf führen
Besonders interessant für das Affiliate-Marketing ist der Einfluss von Creatorn auf konkrete Kaufentscheidungen. Knapp die Hälfte der 18- bis 34-jährigen Deutschen hat bereits ein Produkt unmittelbar nach einer Creator-Empfehlung gekauft, ohne zuvor weitere Recherchen anzustellen. Bei den über 65-Jährigen trifft dies nur auf sechs Prozent zu.
Gleichzeitig gewinnen KI-Tools wie ChatGPT, Copilot oder Gemini als Informationsquelle an Bedeutung. In Deutschland nutzen bereits 22 Prozent der Verbraucher solche Tools im Rahmen ihrer Kaufentscheidung. 38 Prozent haben außerdem schon ein Produkt gekauft oder zumindest einen Kauf erwogen, das ihnen zuvor durch ein KI-Tool empfohlen wurde.
Bei den jüngeren Zielgruppen fällt dieser Wert deutlich höher aus: 63 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben bereits eine entsprechende Erfahrung gemacht.
Transparenz wird zum Erfolgsfaktor
Trotz der wachsenden Offenheit gegenüber KI bleibt Vertrauen die entscheidende Währung. Transparenz ist weltweit für 33 Prozent der Verbraucher der wichtigste Vertrauensfaktor bei Creatorn, in Deutschland sind es 26 Prozent.
Für Marken und Publisher bedeutet das: Wer KI für Produktempfehlungen, Content oder Influencer Marketing einsetzt, sollte klar kommunizieren, wann KI zum Einsatz kommt und auf welcher Grundlage Empfehlungen entstehen. Gerade im Affiliate- Marketing dürfte die nachvollziehbare Kennzeichnung kommerzieller Interessen damit weiter an Bedeutung gewinnen.
Kaufabschluss weiterhin in vertrauten Kanälen
Interessant ist zudem, dass neue Empfehlungswege nicht automatisch zu neuen Kaufkanälen führen. In Deutschland werden laut Studie 43 Prozent der Käufe über Online-Marktplätze abgeschlossen. Auf Social Commerce entfallen dagegen lediglich sechs Prozent, während stationäre Geschäfte 21 Prozent der Kaufabschlüsse ausmachen.
Die Customer Journey wird damit zunehmend vielfältiger: KI und Creator können Aufmerksamkeit schaffen und Kaufentscheidungen beeinflussen. Jedoch findet der eigentliche Kauf häufig weiterhin auf etablierten und vertrauten Plattformen statt.
Fazit für das Affiliate-Marketing
Die Studie zeigt eine klare Entwicklung: KI-Empfehlungen werden insbesondere bei jüngeren Verbrauchern zu einem festen Bestandteil der Customer Journey. Für Affiliate- und Influencer-Marketing eröffnet das neue Möglichkeiten: von KI-generiertem Content bis hin zu personalisierten Produktempfehlungen.
Entscheidend bleibt dabei das Vertrauen. Marken, Advertiser und Publisher, die KI-Einsatz, kommerzielle Interessen und Empfehlungslogik transparent machen, dürften langfristig bessere Chancen haben, Verbraucher von ihren Empfehlungen zu überzeugen.
Methodik: Die Verbraucherbefragung wurde im Mai 2026 von Obsurvant unter 4.518 Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA durchgeführt. Für Deutschland wurden 1.007 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. Ergänzend flossen Ergebnisse der Awin Influencer Research 2026 sowie der Awin Brand Survey 2025/26 ein.

