Mittwoch, 17. Oktober 2018
Exklusives Interview mit Marc Hundacker von Awin

Exklusives Interview mit Marc Hundacker von Awin

Letzte Woche trafen wir uns mit Marc Hundacker, dem neuen Managing Director von Awin, um ein exklusives Interview mit ihm zu führen.

Affiliateblog: Hallo Marc. Herzlich willkommen in der Affiliate-Branche. Wie waren denn Deine ersten Wochen bei Awin. Konntest Du schon erste Eindrücke aus dem Berliner und Münchner Büro gewinnen?

Marc: Vielen Dank für das herzliche Willkommen. Es waren sehr spannende erste Wochen. Ich konnte die Zeit nutzen, alle Kollegen an den Standorten München, Berlin und Zürich kennenzulernen. Ich war sehr angetan von dem „warm welcome“, der Arbeit aller Beteiligten und besonders der positiven Energie der Teams.

Affiliateblog: Für viele Branchen-Insider war es doch eine große Überraschung, dass mit Dino Leupold von Löwenthal und Martin Riess gleich beide Managing Directors das Bord verlassen haben. Wie kam es zu dieser Entscheidung und wann wurde Dein Interesse für die neue Position des Managing Directors für Awin geweckt?

Marc: Ich möchte mich bei Dino und Martin für die offenen Gespräche bedanken und meinen Respekt für die geleistete Arbeit aussprechen. Ich bin mir auch sicher, dass die Entscheidung des Vorstandes, einen zentralen Geschäftsführer einzusetzen, für die anstehenden Herausforderungen die richtige war.

Mein Interesse wurde bereits in den ersten Gesprächen geweckt. Ich blicke auf eine lange Media Expertise zurück, die sich rund um das Thema Affiliate Marketing gedreht hat. Ich verstehe Publisher-, Agentur- und Advertiser Bedürfnisse und finde es hochgradig spannend, die verschiedenen Ziele mit Mehrwerten aus technischen wie Data Insights Lösungen zu bedienen.

Ich glaube, dass das Affiliate-Business großes Potential hat. Getrieben durch technische Weiterentwicklung können wir den Grad der Professionalisierung vorantreiben und die Geschäfte innerhalb des Netzwerkes für alle Beteiligten ausbauen. Weiterhin sehe ich zusätzliches Potential in der Bewertung der digitalen Spendings im gesamten Media-Mix. Hier hat Affiliate Marketing entscheidende Vorteile durch echte Effektivitätsbeweise. Ich persönlich sehe es zudem als Herausforderung, Advertisern wie Publishern die Möglichkeit zu geben, sich unabhängiger von einigen großen globalen Playern zu machen.

Affiliateblog: Durch die Fusion von affilinet und Awin sind viele Baustellen entstanden. Die Migration von zanox in Awin und auch affilinet in Awin ist sicherlich ein großer Kraftakt für alle Beteiligten. Welche Themen wirst Du zuerst angehen und welche Probleme müssen aus Deiner Sicht zeitnah gelöst werden?

Marc: Das ist mir durchaus bewusst und in der Tat ein komplexes Thema. Ich war schnell beeindruckt, mit welcher Professionalität die technischen Migrationen umgesetzt bzw. vorbereitet werden. Die interne Migration soll sich dem Ziel widmen, das Affiliate Geschäft in Gänze nach vorne zu bringen. Das heißt, wir möchten eng mit unseren Kunden arbeiten, die Programme reibungslos technisch zu migrieren und gleichzeitig verstehen, wie wir diese inhaltlich noch ausbauen können.

Nach dem Motto „Das Beste aus zwei Welten“ ist es das Ziel, die Komplexität in Abläufen zu minimieren, agile Teams und Units zu kreieren und zusammen mit der Mannschaft den Fokus voll auf den Markt zu legen. Zudem nutzen wir die Chance, noch enger mit den globalen Awin Teams zu arbeiten, um internationalen Kunden Alternativen zu bieten.

Affiliateblog: Was sicherlich viele Partner und auch Mitarbeiter interessiert ist, was mit dem Münchner affilinet-Büro zukünftig passieren wird. Kannst Du den Mitarbeitern dort garantieren, dass der Standort bestehen bleibt? Und wird es Konsolidierungen hinsichtlich verschiedener Abteilungen geben?

Marc: Ich denke dass schon die internen Aufgaben die vor uns liegen zeigen, dass wir Teams an allen Standorten brauchen. Und der Blick auf unsere Kunden und Partner als Priorisierung unterstreicht dies. Ich möchte Teams standortübergreifend zusammen arbeiten lassen.

Am Ende ist das meiner Meinung nach eine große Chance für alle: Kunden und Partner können von größerem, standortunabhängigem Know-How und technischen Möglichkeiten bei gleichbleibender lokaler Nähe profitieren. Mitarbeiter profitieren von erweitertem Wissenstransfer, modernen Arbeitsstrukturen und Personalentwicklung im Kontext eines internationalem Players.

Affiliateblog: Seht Ihr als Awin eine Gefahr für das Affiliate-Marketing durch eine mögliche ePrivacy-Verordnung? Inwieweit engagiert Ihr Euch hierzu politisch und welche Auswirkungen könnte eine Umsetzung des aktuellen Entwurfs für die Branche haben?

Marc: Ich vermag heute noch nicht die Auswirkung quantifizieren zu können, dazu ist das Thema rechtlich wie technisch zu komplex und ohne große Erfahrungswerte. Es wird bei allen digitalen Playern Veränderungen geben, aber eine große Gefahr sehe ich derzeit nicht. Wir installieren neben unserer Legal Abteilung auch intern feste Ansprechpartner, die für das Thema alle Teams beraten können. Wir versuchen, so gut wie mit dem aktuellen Wissenstand möglich, Aufklärung und Beratung zu betreiben. Daher sind wir auch z.B. mit beiden Firmen im BVDW.

Affiliateblog: Bei spezialisierten Affiliate-Agenturen entsteht immer wieder Unmut, wenn sie von ihren Kunden damit konfrontiert werden, dass Awin nun auch aktiv Agentur-Leistungen anbietet. Kannst Du diesen Unmut nachvollziehen und besteht die Gefahr, dass ihr mit Euren Serviceleistungen den etablierten Affiliate-Agenturen zukünftig Konkurrenz macht?

Marc: Unser Ziel ist es nicht, uns als Konkurrenz zu Agenturen zu positionieren. Wir wollen das Affiliate Geschäft in Gänze vorantreiben. Ja, es wird immer Überschneidungen von Leistungen geben. Das kenne ich auch aus anderen Unternehmen zuvor. Eine kooperative Zusammenarbeit hat aber immer geholfen. Und der gemeinsame Fokus von Agenturen und Netzwerken sollte hierauf liegen: wie wir das Affiliate Geschäft ausbauen und sowohl Advertisern wie auch Publishern helfen, sich nicht in die Fänge einiger großer globaler Player zu geben, sondern – auch im globalen Kontext – mit transparenten Partnern arbeiten zu können. Da gibt es einiges zu tun und ich finde daher die Frage, welche Wertschöpfung gehört „exklusiv“ in welche Hände, nicht relevant. Das Beste ist, wenn Advertiser für sich selbst entscheiden können, während Agenturen und Netzwerke weiter daran arbeiten Service, Data Insights und technische Möglichkeiten auszubauen.

Affiliateblog: Vielen Dank für das Interview. Wann können Dich denn Affiliates, Advertiser und Agenturen erstmals persönlich treffen? Gibt es Events oder Veranstaltungen, wo man Dich in den nächsten Monaten treffen kann?

Marc: In der ersten Woche war ich direkt auf der OMR in Hamburg und konnte als „Neuling“ in erste Gespräche eintauchen. Genauso wie bei unserem Performance Training für Agenturen und Advertiser letzte Woche. Ich freue mich zudem auf die TactixX und unseren Awin Fashion & Lifestyle Day in Berlin, den ich das erste Mal eröffnen werde. Parallel nutze ich die Chance, forlaufend mit den Teams unterwegs zu sein, um mit Advertisern , Publishern und Agenturen zu sprechen. So auch unser Gespräch heute Morgen 😊 Herzlichen Dank dafür auch von meiner Seite.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.