Dienstag, 20. Februar 2018

Facebook at Work – das Facebook fürs Büro

444987_web_R_K_by_Günther Schad_pixelio.deWenn die Financial Times recht behält, dann wird es in der nahen Zukunft eine neue und ganz spezielle Form des sozialen Netzwerks Facebook geben. Diese Version ist nur für Menschen entworfen worden, die in einem Büro arbeiten und die miteinander in Verbindung bleiben wollen. Wenn Facebook seine neue Version auf den Markt bringen wird, dann bekommen Google, Linkedln und auch Microsoft Konkurrenz.

Viele nutzen die Bürozeit nicht nur zum Arbeiten, sondern auch um bei Facebook neue Kommentare zu lesen und die neusten Fotos anzuschauen. Das ist vielen Arbeitgebern aber ein Dorn im Auge und nicht selten wird das private Vergnügen einfach verboten. Damit die vielen Arbeitnehmer auch während der Bürozeit nicht auf Facebook verzichten müssen, haben sich die Macher des sozialen Netzwerks gedacht: Entwickeln wir doch einfach ein separates Facebook nur für den Arbeitsplatz und das Ergebnis heißt Facebook at Work.

Wenn es stimmt, was der Financial Times zu Ohren gekommen ist, dann ähnelt das neue Facebook fürs Büro dem privaten Netzwerk. Wer sich aber bei Facebook at Work anmeldet, der legt nur ein berufliches Profil an, aber kann sich mit seinen Kollegen auf die bekannte Art und Weise unterhalten und austauschen. Neu ist hingegen, dass Kollegen auch zusammen an einem Projekt arbeiten oder sich über interne Dokumente austauschen können. Natürlich könnte man auch einfach mit dem Kollegen reden oder sich mit denen, die im benachbarten Büro arbeiten, an einen runden Tisch setzen und bei einer Tasse Kaffee alle relevanten Dinge besprechen, aber wer sich für Facebook at Work entscheidet, der muss weder reden, noch von seinem Schreibtisch aufstehen.

Ob es aber überhaupt zu diesem Büronetzwerk kommt, steht noch in den Sternen, denn Facebook hat sich zu diesen Plänen noch nicht geäußert. Da aber die Financial Times für ihre immer gute und gründliche Recherche bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass Facebook at Work schon seit einem Jahr in der Planung ist. Es sollten sogar schon die ersten Tests mit einigen ausgewählten Firmen laufen. Wie gut diese Büronetzwerke funktionieren, das wissen alle, die bereits mit Google Drive oder mit Linkedln Erfahrungen gesammelt haben. Auch das Microsoft Office muss sich warm anziehen, wenn Facebook wie offensichtlich geplant mit einem eigenen Büronetzwerk an den Start geht.

Experten sehen allerdings ein Problem, denn Facebook hat bei vielen Unternehmen keinen allzu guten Ruf. Viele Firmen sehen im größten internationalen Netzwerk eine Art Sicherheitslücke. Das hängt mit dem nicht immer so guten Ruf zusammen, den Facebook hat und es ist fraglich, ob ein Unternehmen, das seinen Angestellten die private Nutzung von Facebook verbietet, sich das Netzwerk quasi rein dienstlich ins Haus holt.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich Facebook at Work entwickeln wird und wie die Unternehmen mit der „Datenkrake“ Facebook umgehen werden. Die Idee eines bürointernen Netzwerks ist schließlich nicht neu und Facebook muss sich zumindest auf diesem Gebiet noch einen Namen machen.

Bildquelle: © Name / Pixelio.de

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Ein Kommentar

  1. Die Sicherheitsfrage wird die größte Barriere sein. Ein in den USA gehosteter interner Büro-Service wird bei jedem ITler alle Alarmglocken läuten lassen. Das wird die erste (unüberwindbare) Hürde.

    Zweitens gehe ich davon aus, dass die Oberfläche hübsch, ansprechend und dementsprechend viele Ressourcen verbraucht. Da viele Bürorechner eher schwach auf der Brust sind, werden Programme wie FBAW nicht sauber laufen oder den Arbeitsablauf an sich stören. Bei meinem alten Rechner hat sogar Skype zu viel Ressourcen benötigt.

    Dann wird die Software sicherlich Werbung einbinden. Das stört die Nutzer ungemein. Wo Werbung ist, ist halt auch immer Spam – auch wenns nur subjektiver Spam ist. Außerdem lenkt Werbung ab und wird somit zum Produktivitätsfresser.

    Es gibt sicherlich noch mehr Gründe. Aber wenn FB wirklich eine @work Software bauen will, wird das in Ländern wie Deutschland sicherlich nur sehr wenige Nutzer finden.