Recap Awin ThinkTank 2022

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie war es endlich wieder so weit: Vom 21. bis 22. Juni fand der Awin Think Tank DACH 2022 auf dem TEC Event Campus in Berlin statt und brachte die Affiliate-Community wieder mal an einen Tisch.

Neben spannenden Vorträgen zu branchenrelevanten Themen wie z. B. Datenschutz, Tracking und den Entwicklungen im Affiliate-Markt, gab es interessante Panel-Diskussionen zu Themen wie „Die Zukunft der deutschen Marktplätze“ oder zum kürzlich verabschiedetem Telekommunikationsgesetz.

Die Veranstaltung bot so ideale Möglichkeit, den persönlichen Wissenshorizont zu erweitern und auch einen Blick über den Tellerrand zu wagen sowie sich über Trends im Affiliate-Marketing zu informieren.

Zwischen den Vorträgen und Diskussionen gab es die Möglichkeit, Einblicke in neue Partnermodelle anhand 15-minütiger Elevator Pitches zu erhalten und Publisher kennenzulernen. Hier stellten sich beispielsweise Klarna, Stylink oder Shopping24 vor und erläuterten deren Strategie und Werbemöglichkeiten.

Natürlich kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz! Auf dem OMBash im Anschluss wurden alte Kontakte gepflegt und neue geknüpft.

Im Folgenden möchten wir – Romy Habelt (Senior Affiliate Managerin), Anja Lechner (Affiliate Managerin) und Mathias Döbbeler (Senior Publisher Manager) von der xpose360 – Euch einen Überblick zu einigen Vorträgen und Panel-Diskussionen geben und jeweils auf die wichtigsten Punkte eingehen.

Whats coming next – Florian Geldner

Florian Geldner, Senior Product Manager bei Awin, lieferte in diesem Vortrag einen umfassenden Einblick in die Vision von Awin für die nächsten zwölf Monate.

Überblickend gab er drei Phasen für das Partner-Marketing an: das Fundament bzw. das Tracking, das Wachstum inklusive konkreter Stellschrauben sowie die Optimierung seitens Awin selbst.

Tracking 
Zum Thema Tracking erläuterte er, weshalb eine vollständige Awin-Trackinglösung sinnvoll ist, um zu verhindern, dass Daten aufgrund von Browsereinschränkungen sowie Content- und Adblocker Extensions verloren gehen.

Neben Awins Trackinglösungen ging es außerdem um Plugin-Lösungen wie Magento, Shopify und Woo, welche helfen das Tracking noch einfacher zu optimieren.

Ziel ist es, Tools und Hilfestellungen zu bieten, um Daten noch genauer zu analysieren.

Wachstum
Nach dem Thema Tracking und Trackinglösungen widmete sich Florian dem Wachstum.

„Employer business of any size to partner and grow together” – North Star Metric. Nach diesem Leitsatz richtet sich auch Awins Zielsetzung in Bezug auf Wachstum.

Kernziel hierbei ist es, die Partner effizient zusammenzubringen, neue Möglichkeiten für Kooperationen und Promotions zu schaffen und diese zielführend zu nutzen.

In diesem Bezug strebt Awin ein gemeinsames „Partner Ökosystem“ an. Es dient der generellen Vereinfachung der Partnerschaften, indem keine Trennung bzw. keine Differenzierung zwischen dem Advertiser und Publisher Verzeichnis an.

Zudem sollen Aufwände optimiert werden, vom täglichen Account-Management bis zum gezielten Wachstum.

Hierbei soll auch der Marketplace unterstützen, welcher als neues Tool integriert wurde. Dieser gibt Advertiser basierend auf Maschinenintelligenz Publisher-Empfehlungen und Vorschläge.

Optimierungen
Zum Ende des Vortrags gab er einen Ausblick hinsichtlich Optimierungen und Neuerungen des Netzwerks. Zum einen lassen sich die Commission-Groups flexibler bearbeiten. Advertiser können ab jetzt Provisionen dynamisch in Abhängigkeit von Produkt-ID oder Customer-Parameter anpassen.

Neben den Provisionen soll auch die Kommunikation einfacher gestaltet werden. Mithilfe der automatisierten Kommunikation wird es die Möglichkeit geben, E-Mails basierend auf Performance-Kennzahlen und partnerschaftspezifischen Auslösern automatisiert zu versenden.

Ein großes Update werden flexible Reportings sein, die in Zukunft detaillierte Einblicke in die Daten geben. Hierzu wird es die Möglichkeit geben, weitere kombinierbare Filter zu setzen, um nur benötigte Daten einzusehen und sich eine bessere Übersicht zu schaffen. Hinzu kommen wichtige Branchenkennzahlen, die bisher separat berechnet werden mussten.

Der letzte Ausblick ist die Optimierung der Produktdatenfeeds, genauer genommen die Optimierung der API-Anbindungen, welche nochmals überarbeitet werden.

Wie shoppen wir heute?

Im Vortrag „Wie shoppen wir heute?“ gab uns Vanessa Kury von Awin (Director Client Services and Go to Market) einen Einblick in Awins neue Verbraucherstudie aus dem Frühjahr 2022. Hier wurden die Jahre 2019 vor der Pandemie und 2022 miteinander verglichen, um zu sehen, wie sich das Einkaufsverhalten geändert hat.

Inzwischen kaufen 88 % der deutschen Verbraucher mindestens einmal im Monat online, jeder dritte sogar mindestens einmal pro Woche. Die am häufigsten genannten Gründe für Onlineshopping sind: Lieferung nach Hause, günstigere Preise, rund um die Uhr einkaufen, größere Auswahl und bessere Vergleichs- & Produktinformationen als im stationären Handel.

Sparen ist dabei ein wichtiges Thema und durch die Pandemie noch wichtiger geworden. So werden beim Kauf Rabatte immer relevanter als Entscheidungsfaktor. Gutscheine und Rabattcodes sind vor Cashback die erste Wahl. Bei Nutzen von Cashback wird die klassische Auszahlung des Geldes auf das Bankkonto vor dem Reinvestieren in andere Shops bevorzugt.

In der Studie wurde sich auch angesehen, ob neue Verbrauchergewohnheiten neue Einkaufserlebnisse erfordern. Virtuelle Shopping-Assistenten wie Augmented oder Virtual Reality sind noch nicht in der breiten Masse angekommen, die jüngere Zielgruppe ist dafür aber deutlich offener. Zudem ist ersichtlich, dass bei Nutzung von Virtual-Reality-Angeboten die Conversionrate deutlich steigt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieses Thema zukünftig weiterentwickelt.

Ethical eCommerce: Wie Nachhaltigkeit & Konsum stärker zusammenwachsen

In der Session „Ethical eCommerce: Wie Nachhaltigkeit & Konsum stärker zusammenwachsen“ stellten Thomas Gehlhaar und Tasso Melzer von Awin neben Einblicken aus aktuellen Studien spannende Advertiser und Publisher vor, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben.

Die Pandemie hat das Verbraucherverhalten verändert: „61 % der Verbraucher:innen kaufen aktuell umweltfreundlicher, nachhaltiger oder ethischer ein.“ Die Nachhaltigkeit ist im Mainstream angekommen und die ökologische Verantwortung inzwischen bei vielen Verbrauchern ein wichtiges Einkaufskriterium. Diese Entwicklung ist vor allen in Konsumbereichen wie Lebensmittel, Körperpflege & Kosmetik und Energie zu beobachten.

Auch bei Awin ist die Anzahl von nachhaltigen Brands in den letzten Jahren stark gestiegen und somit werden Kooperationen mit nachhaltigen Publishern immer gefragter. Der größte Partner zum Thema Nachhaltigkeit bei Awin ist Utopia. Inzwischen gibt es aber in allen bekannten Verticals Partner, die sich dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben haben. Im Folgenden ein Auszug der Publisher-Beispiele, die Awin vorgestellt hat:

  • Editorial / Wissensvermittlung: PepperMynta, Lifeverde.de
  • Preisvergleich: VeggieSearch, net4Energy
  • Gutschein & Deal-Seiten: fair-dealz, Bravogutschein, Grüne Gutscheine, GuteGutscheine.de
  • Shopping Content: Klima Shopper, Nachhaltige Handys
  • Loyalty: &Charge, oekobonus
  • Green Mobility: Efahrer.com, Bahndampf

Zum Abschluss des Vortrags stellte sich noch das Unternehmen Ecosia, eine ökologische Suchmaschine, vor. Die Einnahmen, die aus den Suchanfragen generiert werden, werden verwendet, um dort Bäume zu pflanzen, wo sie dringend benötigt werden. Ende Juni launchte das Unternehmen zusätzlich die Browser-Extension freetree.io. Für jeden Kauf in einem aktivierten Partnershop, erhält freetree eine Provision, mit der die Ecosia-Projekte zusätzlich unterstützt werden.

Die TKG-Novelle: Fluch oder Segen

Zum 01. Juli 2022 treten die übrigen Regelungen, des Ende 2021, verabschiedeten Telekommunikationsgesetz (TKG) in Kraft. Die Rechte der Verbraucher:innen sollen im Hinblick auf Internet-, Fernseh-, Festnetz- und Mobilfunkverträge gestärkt werden. Eine Änderung dabei ist die Einführung des Kündigungsbutton, welcher auf der Website des Merchant zu finden sein muss. User müssen hierüber leicht zugänglich und unkompliziert bestehende Verträge kündigen können.

Welche Folgen das für die Telekommunikationsbranche hat, diskutierten in diesem Panel Ingo Just (Geschäftsführer TARIFFUXX GmbH) und Benjamin Weiland (Co-Founder & CSO Trimexa), moderiert von Franzisca Hertwig (Team Leader Key Account Management AWIN).

Derzeit werden ca. 70 % der Vertragsabschlüsse offline abgeschlossen. Der Trend geht hin zu Online und dieses Potenzial gilt es abzugreifen, so die Experten. Änderungen wie der Kündigungsbutton und die kostenlose Rufnummernmitnahme werden in der Zukunft zu einer hohen Fluktuation führen und somit wird die Kundenbindung immer wichtiger werden.

Ingo und Benjamin sind sich einig: das neukundengetriebene Business muss sich ändern. Beide sehen Chancen für neue Business- und Provisionsmodelle. So wünschen sie sich z. B. eine Vergütung, die den Fokus auf den Erhalt von Bestandskunden legt. In der Praxis heißt das, dass sie für die Vermittlung einer Vertragsverlängerung oder eines Tarifwechsels beim jeweiligen Anbieter provisioniert werden möchten.

Ob sich der Fokus beim Anbieter in Bezug auf Neu- vs. Bestandskunden ändern wird, bleibt abzuwarten. Schließlich birgt das neue Telekommunikationsgesetz ein hohes Potenzial an Neukunden.

Die kommenden Monate werden also spannend, letztlich hängt es von Verbraucher:innen ab, wie sie die neuen Möglichkeiten, die das Gesetz mit sich bringen, nutzen werden.

Gallische Dörfer: Die Zukunft der deutschen Marktplätze – Eine Publisher Perspektive

Unter der Moderation von Tim Lomborg (Awin) stellen sich Veit Mürz (Geschäftsführer, Shoop Germany GmbH), Christoph Kirschner (Director Marketplace Digital Sales, PAYBACK GmbH), Martin Rieß (Managing Director, Checkout Charlie GmbH) und Jennifer Grund (Teamlead Affiliate & Kooperationen, idealo GmbH) der Frage wie die Zukunft deutscher Marktplätze aussehen könnte.

Die Relevanz an Marktplätzen ist nicht zu übersehen: zwischen 2015 und 2021 hat sich die Anzahl an Marktplätzen mehr als verdoppelt. 51 % der gesamten eCommerce-Umsätze werden von ihnen generiert und 44 % der deutschen Online-Einkäufer:innen beginnen ihre Produktsuche auf einem großen Marktplatz.

Dennoch ist Deutschland von der starken Dominanz Amazons geprägt: 94 % aller deutschen Online-Shopper kaufen über amazon.de ein, wovon 1/3 bereits als Heavy-Amazon-Shopper bezeichnet werden kann.

Die Panel-Teilnehmer sind besorgt über die Marktmacht des Konzerns. Der Riese gibt die Bestimmungen vor und setzt neue Maßstäbe, die für viele Marktteilnehmer nicht umsetzbar sind.

Auf der anderen Seite hat Amazon auch seine Schwächen, die es zu nutzen gilt. Hier sehen alle Experten Chancen für deutsche Marktplätze und auch für ihre jeweiligen Plattformen: breites Produktportfolio im Versicherungs-, Telekommunikations- und Reisebereich, eine starke Bindung zu ihren Usern und der Fokus auf Content-Kreierung.

Wichtig ist es, den Nutzer:innen Alternativen zu bieten und USPs herauszustellen: so setzt Checkout Charlie z. B. stark auf redaktionelle Beiträge, um Informationen zu den Produkten zu geben, idealo möchte neben dem Preisvergleich den Direktkauf auf der Seite pushen um den User: innen eine einfachere Einkaufs- Experience zu bieten. Shoop und Payback setzen u. a. auf das noch nicht vorhandene Portfolio im Bereich Versicherung, Telekommunikation und Reise.

Zusammengefasst sehen die Expert:innen viele Möglichkeiten und Chancen, den übermächtig wirkenden Wettbewerbern entgegenzutreten.

Abschließend möchten wir uns bei Awin für die äußerst gelungene Veranstaltung bedanken.
Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

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