Schluss mit den Werbeeinnahmen über mobile Endgeräte?

Die Vormachtstellung von Google ist seit mehreren Jahren ein Dorn im Auge derer, die die wachsenden Werbeerlöse des Internetriesen mit Unmut betrachten. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass sich auch andere Parteien zu Wort melden und ein Stück des Kuchens abhaben möchten. Wir erinnern uns an das Debakel im Rechtsstreit deutscher Verlage gegen Google, welche nicht länger untätig zusehen wollten, wie die weltweit meistgenutzte Suchmaschine ihre Inhalte, ohne Zahlung eines Entgelts, in den Suchergebnissen bei Google News anzeigte. Was daraufhin folgte, war ein Streit um das Leistungsschutzgesetz, welches Verlagen prinzipiell ermöglicht eine Lizenzgebühr für ihre Inhalte zu verlangen, solange es sich nicht nur um kurze Auszüge handelt. Google ließ sich das natürlich nicht gefallen und warnte die Verlage sie komplett aus dem Index zu entfernen, sollten diese nicht von ihren Forderungen ablassen. Die meisten Verlage gaben sich geschlagen, nur die VG Media (ein Verband deutscher Verleger) blieb stur. Letztendlich saß Google aber „am längeren Hebel“ und man musste sich der Suchmaschine beugen.

Eine ähnliche Problematik zeichnet sich derzeit im Zusammenhang mit Mobilfunkanbietern ab. Wie Internetworld berichtet, denken aktuell mehrere Mobilfunkanbieter darüber nach Onlinewerbung zukünftig in ihren Netzen zu blockieren. Dabei bezieht sich die Seite auf einen Artikel der Financial Times, laut dem die notwendige Software bereits bei einem europäischen Netzbetreiber installiert sein und bis Ende des Jahres freigeschaltet werden soll. Damit versucht man Google, Yahoo und co. dazu zu bewegen Werbeeinnahmen zu teilen. Als Beweggrund nennt man die Kosten für den Infrastrukturaufbau, welche die Netzbetreiber alleine zu tragen hätten, während Suchmaschinen hohe Umsätze mit Werbeeinnahmen erzielten, ohne sich an dem Netzaufbau zu beteiligen.

Die dazu notwendige „Blocking-Software“ soll von dem israelischen Start-Up Unternehmen „Shine“ entwickelt worden sein. Shine wird von der Investment Firma Horizon Ventures unterstützt, welche zu Li Ka-shing gehört. Diese wiederum kontrollieren zusammen mit Hutchison Whampoa eines der weltweit größten Telekommunikationsunternehmen. Auch Google besitzt Ambitionen für ein globales Mobilfunk-Roamingangebot und möchte diesbezüglich mit Hutchison Whampoa zusammenarbeiten. Das Ganze könnte deshalb vielmehr ein strategischer Schachzug sein dem ungewollten Konkurrenten (Google) Paroli zu bieten. (Quelle: heise online)

Im Gespräch mit der Financial Times bestätigte ein Sprecher eines europäischen Netzbetreibers, dass Kunden zunächst die Möglichkeit eingeräumt werden soll einen werbefreien Service zu buchen. Man habe aber auch die Option Anzeigen für das gesamte Netzwerk und damit für Millionen Benutzer zu blockieren. Bezahlte Anzeigen wie bei Facebook oder Twitter sollen von der Aktion zwar unberührt bleiben, dennoch würde ein solches Vorhaben den Internetfirmen nicht unerhebliche Umsatzeinbußen bescheren. Ob die Telco-Anbieter mit ihren Forderungen Erfolg haben, bleibt natürlich abzuwarten.

Bildquelle: © REK  / pixelio.de

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