Grailify – vom WordPress Affiliate zur Plattform mit eigenen Automationen und App

Edgar Suppes ist Mitgründer von Grailify, einer Plattform die ihre User über anstehende Sneaker Releases und aktuelle Aktionen informiert. Seit der Gründung 2016 hat sich Grailify von einem Blog zu einer der relevantesten Sneaker Plattformen mit eigener App, Social Media Präsenz und neuer Website entwickelt. Wir durften mit Edgar sprechen und ihn über die Entwicklung sowie aktuelle und anstehende Projekte befragen.

Hi Edgar, wie geht’s dir?

Hey Michi, mir geht’s blendend. Vielen Dank!

Du bist Mitgründer von Grailify, einer Plattform, die alle Informationen rund um Sneaker liefert. Wie kam es dazu und kannst du uns ein bisschen in die Geschichte von Grailify einweihen?

Schon in der Schulzeit hat mich das Online Marketing Thema interessiert. Ich bin in der Zeit aufgewachsen, in der Plattformen wie Google oder Facebook ebenfalls groß geworden sind. Ja, ich weiß, ich bin alt. Schon damals hat es mich fasziniert, wie scheinbar einfache Websites Menschen auf der ganzen Welt erreichen konnten.

2015 bin ich dann nach meinem Studium Teil des Online Marketing Teams von Foot Locker geworden und konnte hautnah miterleben, wie der Hype rund um die NMDs, Ultra Boosts und Yeezys ausgebrochen ist. Das hat mich definitiv mitgerissen und ich wusste schnell, dass der Bereich unglaublich groß und dort auch noch Platz für Neueinsteiger ist.

So habe ich dann zusammen mit meinem Cousin, der schon etwas tiefer in der Sneaker-Materie drin steckte, Grailify gegründet. Wir haben zuerst eine einfache Website und eine Facebookseite erstellt. So haben wir dann 2016 begonnen unsere Community langsam aufzubauen.

Als „Sneakerhead“ kann ich sagen, dass Grailify im deutschen Raum zu den relevantesten Sneaker Plattformen zählt. Hast du mit so einer Entwicklung gerechnet, als ihr gestartet habt?

Als wir damals angefangen haben, wollten wir einfach mal sehen, wo die Reise hingeht. Es war eher die Neugier zu schauen, wie man auf dieser Hype-Welle mitreiten kann. 

Schnell haben wir gemerkt, dass die Leute unglaublich dankbar sind für die richtigen Hinweise zu Releases und Restocks. Wir haben nach wenigen Wochen schon gemerkt, dass da enormes Potential drin steckt, da wir extrem viel positives Feedback von glücklichen Sneakerheads bekommen haben.

Wir haben dann einfach einen Schritt nach dem nächsten gemacht und das Ganze langsam aufgebaut. Wir sind unglaublich dankbar für diese Entwicklung, haben allerdings auch jahrelang hart gearbeitet.

Euer Geschäftsmodell besteht zum Großteil aus Affiliate Marketing. Hattest du vor deiner Zeit bei Grailify schon Berührungspunkte mit dem Kanal oder war das ganze Thema Affiliate Marketing „Neuland“ für dich und du musstest dich selbst in das Thema einarbeiten?

Wie schon erwähnt, begleitet mich das Thema Online Marketing generell schon seit meiner Jugend. Ich habe zahlreiche Webseiten gebaut, sie versucht mit unterschiedlichsten Kanälen zu monetarisieren, mal mehr – mal weniger erfolgreich.

Grailify war mein persönlicher Durchbruch, da hier endlich alle Fäden zusammengelaufen sind. Wir konnten Grailify ohne fremdes Kapital immer weiter ausbauen und gleichzeitig profitabel durch unsere Affiliate Partnerschaften monetarisieren.

Wie hat sich das Affiliate Marketing für euch in den letzten Jahren gewandelt?

Im Grunde ist Affiliate Marketing für Publisher und Advertiser der ideale Performance Marketing Kanal. Der Kanal ist sehr gut kalkulierbar und beide Parteien wissen, was sie bekommen. Das war der Grund wieso wir uns damals auch dazu entschieden haben, Grailify über die Affiliate Provisionen zu monetarisieren. Auch bis heute bilden die Affiliate Provisionen einen Großteil unserer Einkünfte.

Wir erleben heutzutage jedoch eine teilweise negative Entwicklung, da an immer mehr Stellen das Tracking undurchsichtig oder gar nicht korrekt eingebunden ist.

Manche Shops haben Warteschlangen Releases, bei denen das Tracking nicht funktioniert, manche Shops haben Shopping Apps, wo das Tracking gar nicht eingebunden wurde und manche haben wiederum veraltetes Tracking, sodass auch hier die Performance zum Teil nicht getrackt wird.

All diese Umstände führen dazu, dass immer mehr mit fixen Werbekostenzuschüssen gearbeitet wird und das einst glasklare, performancegetriebene Affiliate Marketing verwandelt sich zu einem hybriden Mix.

Ihr hattet vor kurzem einen großen Relaunch. Wie kam es dazu und was habt ihr genau gemacht?

Ja tatsächlich, wir haben Anfang Februar unseren bislang größten Relaunch gefeiert. Dabei haben wir die Infrastruktur hinter unserer Website und App komplett umgebaut, um bereit für neue Möglichkeiten zu sein.

Wie so ziemlich jede Website, sind auch wir mit WordPress gestartet, weil es einfach unglaublich viele Vorteile bietet, wenn man ein neues Projekt beginnt.

Doch nach all den Jahren und Weiterentwicklungen haben wir zunehmend Probleme erkannt und auch gesehen, dass wir so nicht unendlich weiter arbeiten können.

Ein konkretes Beispiel ist der Versand von Push Nachrichten. Wenn mehrere Tausend Menschen gleichzeitig eine Release- oder Restock-Nachricht öffnen, dann kommt so ein WordPress System irgendwann an seine Grenzen, da das CMS einfach nicht für so eine Nutzung vorgesehen ist.

Bestimmte Features sind mit WordPress als CMS auch nicht (optimal) umsetzbar. Wie zum Beispiel eine unserer neuesten Entwicklungen, nämlich die Automatisierung mithilfe von Datenfeeds. Wir haben nun knapp über 100 Shops im Portfolio mit insgesamt über 55.000 Sneakern. Das auf einem WordPress Blog zu bauen und aktuell und dynamisch zu halten ist kaum möglich.

Wird sich die Zusammenarbeit mit den Advertisern dadurch verändern?

Davon gehen wir stark aus. Früher haben wir unseren Release Kalender manuell gepflegt und haben so in der Zeit zwischen 2016 – 2023 rund 8.000 Sneaker angelegt.

Nach dem Relaunch und der Einführung der Automatisierungen hat sich unser Produktkatalog quasi über Nacht auf 55.000 Sneaker vergrößert. Somit sind wir auch für die Advertiser deutlich interessanter, da wir mehr Produkte anbieten können und auch generell deutlich schneller einen Großteil des Produktsortiments neuer Advertiser aufnehmen können.

Welche Tipps würdest du Affiliates geben, die den gleichen Schritt schaffen möchten?

Ich denke, für uns hat sich vor allem das Durchhaltevermögen ausgezahlt. Wettbewerb wird es immer geben und man darf nicht “still” stehen. Vor allem im Online Marketing gibt es täglich neue Dinge zu lernen.

Die Disziplin durch alle Ups und Downs zu gehen und die Bereitschaft jeden Tag zu lernen und sich und die Marke voranzubringen, sind zwei sehr wichtige Punkte, die ich jedem auf den Weg geben würde.

An welchen Projekten arbeitet ihr aktuell?

Wie bereits erwähnt, ist durch den Relaunch nun der Grundstein für weitere Features gelegt. Viel möchte ich dazu noch nicht sagen, aber wir haben bereits eine ziemlich klare Roadmap für dieses Jahr.

Dann gibt es da natürlich noch unsere zweite Marke, “Canzt”. Hier verkaufen wir unterschiedliche Pflege- und Reinigungsmittel für Sneaker. Aktuell ist Amazon unser stärkster Kanal, wir möchten aber auch unseren eigenen Shop besser platzieren, um nicht ganz so abhängig zu sein vom E-Comm Giganten.

Vor allem Nike hat Resellern den Kampf angesagt und versucht durch vermehrte Restocks und das Erschweren der Nutzung von „Bots“ den Zugang zu Hype Sneakern zu erleichtern. Wie siehst du die aktuellen Entwicklungen auf dem Sneaker Markt und hat das Ganze auch Auswirkungen für euch?

Ich halte es für schwierig, Bots und Reseller pauschal als schwarze Schafe hinzustellen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der “Hype” irgendwo herkommt und wenn Reseller bereit sind, das Zehnfache des UVP für einen Schuh zu bezahlen, dann schlägt das hohe Wellen und das ist nun mal ein Bestandteil des Marketing Sets.

Diese zusätzliche Aufmerksamkeit wiederum incentiviert Hersteller, weitere Collabs auf den Weg zu bringen. Daraus ergibt sich quasi eine Art Kreislauf. Ich bin mir sicher, ohne Reseller und Bots würde es eine Menge dieser limitierten Collabs gar nicht geben.

Ist es mies für junge Menschen und Sneaker Fans, dass sie einen bestimmten Schuh nicht am Release Tag bekommen? Definitiv! Aber man muss sich die Frage stellen, ob es diesen Schuh überhaupt geben würde ohne Reseller, Bots und künstlicher Verknappung.

Aus geschäftlicher Sicht waren limitierte Releases für uns schon immer Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite können wir durch unseren Release Kalender, News und Push Nachrichten immer Reichweite aufbauen, da die Leute immer auf der Suche nach möglichst guten Insiderinformationen sind.

Auf der anderen Seite erhalten wir in der Regel keine bis kaum Provisionen für exklusive Releases. Manche exkludieren limitierte Releases komplett von Provisionen, manche zahlen lediglich 1% und wiederum andere starten Raffles auf ihren Social Media Kanälen.   

Was sind eure nächsten großen Ziele? Wo siehst du Grailify in drei bzw. fünf Jahren?

Grailify ist in Deutschland mittlerweile ziemlich gut etabliert. Vor wenigen Jahren haben wir den ersten Schritt ins Ausland gewagt und haben eine englischsprachige Version gestartet. Die Internationalisierung ist definitiv auf dem Plan für die nächsten Jahre.

Abschließend: Was ist dein „Grail Sneaker“ und was ist dein meist getragener Schuh?

Eine sehr gute Frage! In beiden Fällen tendiere ich zum Ultra Boost von adidas. Ich habe schon zahlreiche unterschiedliche adidas Ultra Boost durchgetragen, es ist und bleibt einfach der bequemste Daily Beater.

Gleichzeitig ist der Solebox x adidas Ultra Boost Uncaged für mich eines der Top Grails. Der Schuh kam irgendwann im Frühjahr 2016 raus und ich verbinde damit so ein wenig die Anfänge von Grailify. Ich erinnere mich noch, wie ich am Samstag vergeblich versucht habe, diesen Schuh zu bekommen, aber absolut keine Chance hatte. Der Preis kletterte dann ziemlich schnell auf knapp 1.000€. Mittlerweile ist der Preis auf unter 400€ gefallen. Wäre eigentlich jetzt langsam eine Überlegung wert, vielleicht zuzuschlagen…

Dann bleibt mir nur noch zu sagen, danke für deine Zeit und die spannenden Einblicke in Grailify. Wir sind schon sehr gespannt, welche spannenden Themen uns in Zukunft erwarten.

Falls ihr Fragen habt, oder gerne mit Grailify kooperieren möchtet, meldet euch gerne via E-Mail bei mir.

Michael Dorsch

Affiliate Manager

E-Mail: m.dorsch@xpose360.de

Michael Dorsch
Michael Dorsch
Michael Dorsch arbeitet seit 2021 bei der Digital-Marketing-Agentur xpose360 im Bereich Affiliate Marketing. Durch sein Sportmanagement Studium konnte er bereits erste Erfahrungen im Marketing sammeln und wendet diese nun bei der xpose360 erfolgreich in der Praxis an.
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