HOW TO – Wie sich Prinz Sportlich von einer One-Man-Show zum Multi-Plattform Affiliate etabliert hat

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In den letzten Monaten und Jahren war Till Schiffer und seine Firma – die Prinz Sportlich GmbH & Co. KG – schon oft auf den gängigen Affiliate Events wie der Affiliate Conference und anderen Online-Marketing-Kanälen präsent. Das Unternehmen, welches seinen Hauptsitz in Holzwickede bei Dortmund hat und mittlerweile 15 Mitarbeiter beschäftigt, wurde 2014 gegründet und ist seit 2018 eine eigenständige GmbH & Co. KG. Mit über 600.000 Instagram-Followern und über 800.000 App-Downloads, gehört die Marke zu den wichtigsten Playern im Sports-Fashion- & Sneakersektor.
Seit 2017 gehört auch die Marke SNKRADDICTED zum Portfolio des Affiliate-Senkrechtstarters.

Wir hatten die Gelegenheit, persönlich mit dem Gründer zu sprechen und haben ein paar Fragen mitgebracht:

Moin Till – die wichtigste Frage zuerst: Wie gehts dir?

Den Umständen entsprechend, die die aktuelle Lage mit sich bringt, auf jeden Fall sehr gut.

Na das hört sich doch schonmal gut an! Aber du kannst dir ja denken, dass wir auch viele Fragen rund um Prinz Sportlich an dich haben. Wie fing es denn an und welche Stolpersteine lagen dir während der Gründungs- und Aufbauphase im Weg?

Die Idee kam mir als chronisch klammer Student aus einer eigenen Problematik heraus. Mit nur sehr begrenzten finanziellen Mitteln, aber einem großen Interesse für Sneaker und Mode im allgemeinen, war ich für mich selber schon immer auf der Suche nach den neuesten Klamotten und Sneakern zu den besten Preisen. Mit der Zeit hat es sich immer mehr zu einer Art Hobby entwickelt, die besten Deals zu finden und selber zuzuschlagen. Das man aus so etwas auch ein Geschäft entwickeln kann wurde mir dann durch einen Nebenjob bei urlaubsguru.de klar. Für das Reiseschnäppchen-Portal habe ich während meines Studiums Blogbeiträge geschrieben und dachte mir: „Wenn das Konzept für Reisen so gut funktioniert, wieso sollte es da draußen nicht auch genügend Leute geben, die Lust darauf haben bei neuer Streetwear und Sneakern zu sparen?!“ Mit dieser Idee bin ich dann an die beiden Urlaubsguru Gründer (Daniel Marx & Daniel Krahn) herangetreten, habe sie vorgestellt und konnte sie ein Glück von diesem Konzept überzeugen und von Anfang an auf ihre Erfahrung bauen.

Besonders was das Aufbauen einer erfolgreichen Website angeht konnte ich mir da viel abgucken. Allerdings hatte ich, was das ganze Business angeht, natürlich 0 Vorerfahrung und musste mir so gut wie alles, was im Online- und Affiliate-Marketing wichtig ist, selbst beibringen.

Besonders der Aufbau einer starken und treuen Community ist mit vielen Ups & Downs verbunden und erfordert ein hohes Maß an Kreativität und Kontinuität.

Du hattest und hast auch immer noch zwei Mentoren an deiner Seite – die beiden Geschäftsführer der UNIQ GmbH, welche unter anderem die Plattform urlaubsguru.de betreiben. Welche Vorteile haben sich durch die Zusammenarbeit ergeben und würdest du neuen Start-Ups empfehlen solange es geht alles alleine zu managen, oder lieber von Beginn an Investoren an Board zu holen?

Das kann man meiner Meinung nach gar nicht so generell Beantworten. Es muss schon immer Sinn machen, wenn man jemanden mit an Bord holt und Teile seines Unternehmens an jemanden abgibt. Wenn es passt und ein Investor nicht nur durch Geld, sondern mit wirklicher Expertise unterstützen kann, ist es auf jeden Fall mehr als einen Gedanken wert, um seiner Idee einen Boost zu geben.

In meinem Fall waren/sind die beiden Jungs aber tatsächlich mehr in der Mentoren Rolle und Standen mir mit Rat und Tat, statt mit dicken Geldbündel zur Seite.

Fehler, die jemand anderes schon mal gemacht hat, nicht noch einmal zu begehen und direkt den richtigen Weg gehen zu können ist meiner Meinung nach sogar mehr Wert als das ganz dicke Investment.

Euer Geschäftsmodel basiert ja grundsätzlich auf reinen Affiliate-Kooperationen. Siehst du einen immer stärker werdenden Trend in Richtung Branding-, Traffic- und Imagekampagnen? Insbesondere durch eure extrem hohen Reichweiten auf Facebook und Instagram?

Grundsätzlich ja. Wir haben mit 100% Einnahmen aus Affiliate Marketing begonnen und das Affiliate Marketing macht auch jetzt noch den Großteil unserer Umsätze aus. Aber wie du schon erwähnst werden Branding, Traffic und Imagekampagnen für uns auch ein immer wichtigerer Umsatztreiber.

Vor allem weil unsere Partner einfach wissen, was sie von uns bekommen. Wir kennen unsere sehr spezifische Community aus dem FF und können so mit Advertisern sehr passende Kampagnen aufsetzen, die bisher wirklich immer zu absoluter Zufriedenheit bei unseren Partnern geführt haben. Das liegt aber auch größtenteils daran, dass wir wirklich viele Kooperationsanfragen absagen und wirklich nur das machen, was zu 100% zu uns und unserer Community passt. Wir sind nicht auf der Jagd nach dem letzten Euro und stehen bei allem was wir machen für den maximalen Mehrwert für alle beteiligten – egal ob uns selber, den Advertisern oder Follower von Prinz Sportlich / Snkraddicted.

Neben Prinz Sportlich gehört ja auch die schon mehrfach genannte Brand SNKRADDICTED zu euerm Portfolio. Wie kam es dazu und welche Vorteile ergeben sich durch die Ausweitung der Zielgruppen?

Die Überlegung, eine ähnliche Seite wie Prinz Sportlich mit dem Fokus auf Release- und Restock-Infos zu gehypten und limitierten Sneakern aufzubauen, gab es bei mir schon lange. Ganz kurz hatte ich noch darüber nachgedacht, das Ganze auch auf Prinz Sportlich abzubilden, doch der Gedanke war schnell verworfen. Hauptgrund dafür war, dass es nicht besonders clever gewesen wäre diese beiden Zielgruppen zu vermischen.

Eines Tages schrieb mir dann Tamo (Gründer von Snkraddicted) quasi aus dem Nichts. Er betrieb damals eine bereits relativ große Instagram Seite, auf der er einfach schöne Sneaker Fotos mit der Community teilte. Den Namen Snkraddicted fand ich direkt extrem gut und die Basis, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt noch eine eher internationale Community mit 0,0 Monetarisierung war, war gegeben. Wir haben uns getroffen, uns unterhalten und unsere Standpunkte ausgetauscht. 2 Monate später ging es dann schon los – das war der November 2017. Im Grunde genommen bin ich das, was die Urlaubsguru Gründer für mich waren, für Tamo und Snkraddicted.

Mittlerweile gehört Snkraddicted zu den größten oder ist vielleicht sogar der Größte Publisher im Sneakerhead-Bereich. Das ist schon sehr krass.

Wir vergleichen Prinz Sportlich & Snkraddicted immer mit zwei Halbkreisen, die zusammen einen ganzen ergeben und für Advertiser aus unserer Nische die perfekte Kombination abbilden.

Genug von der Vergangenheit – sprechen wir mal über das Hier und Jetzt. Wie sieht denn so ein typischer Alltag bei der Prinz Sportlich GmbH & Co. KG aus? Das Team steht hier wahrscheinlich im Mittelpunkt oder?

Damit hast du es eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Die Jungs und Mädels, die hier arbeiten, sind platt gesagt ein Abbild unserer Communities. Wir machen jeden Tag das, woran wir privat auch sehr viel Spaß haben, weshalb hier auch ein sehr entspanntes und dennoch extrem fokussiertes Arbeitsklima herrscht.

Eigentlich jeder, der hier arbeitet, ist Quereinsteiger in diesem Gebiet – gemeinsam haben wir extrem viel gelernt und uns den aktuellen Moment hart erarbeitet.

Sorry aber diese Frage muss leider auch kommen: Wie läuft es aktuell bei euch und vor allem, wie hat sich die Corona-Pandemie auf eure Gesamtperformance und die Kooperationen ausgewirkt?

Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier vieles so eng verwachsen mit den Jungs und Mädels von Urlaubsguru ist, die, wie die komplette Reisebranche, an der Corona Pandemie zu knabbern haben, fällt es schwer zu sagen, dass wir Profiteure der aktuellen Lage sind. Aber natürlich profitieren wir am aktuellen „Boom“ des E-Commerce und haben im Vergleich zum Vorjahr unsere Wachstumsprognosen schon jetzt um 100% übertroffen.

Allerdings habe ich auch immer im Hinterkopf, dass uns diese verdammte Situation wirtschaftlich auch noch eines Tages treffen kann. Gerade jetzt wurde der zweite Lockdown beschlossen, die Gastronomien deutschlandweit geschlossen. Viele unserer Follower sind Studenten und haben unter anderem Nebenjobs in der Gastronomie – um nur ein Beispiel zu nennen. Irgendwann wird auch die Kaufkraft im allgemeinen Nachlassen. Vor diesem Kreislauf verschließen wir die Augen nicht und sind auch für uns für schwierigere Zeiten vorbereitet.

Last but not least – was sind eure Pläne? Der Affiliate-Sektor ist ja bekanntlich sehr schnelllebig und fordert vor allem von Affiliates, immer neue Ideen und Möglichkeiten.

Wir setzen aktuell vieles daran in unserer Arbeit noch „technologischer“ zu werden. Durch unsere beiden Apps haben wir einen ersten sehr großen Schritt in die Richtung Aufbau eigener Plattformen gemacht und werden hier in der Zukunft auch noch einige weitere, größere Projekte umsetzen. Zu viel will ich nicht verraten, die Mitbewerber schlafen nicht und viele sind stark darin unsere Ideen zu kopieren.

Perfekt – vielen Dank dir für die Antworten und Insights. Es ist auf jeden Fall sehr interessant zu sehen, wie sich deine Firma in der deutschen Online-Fashion-Szene etabliert hat und wo es für euch noch hingehen soll.

Falls ihr Fragen habt, gerne mit Prinz Sportlich kooperieren würdet oder über weitere Potentiale sprechen wollt, meldet euch gerne via E-Mail bei mir.
Daniel Kocher
Senior Affiliate Manager
E-Mail: d.kocher@xpose360.de