Sonntag, 15. Dezember 2019
Keine Panik auf der Titanic – Das neue Cookie-Recht

Keine Panik auf der Titanic – Das neue Cookie-Recht

Wenn man sich die verschiedenen Medienberichte so durchliest, könnte man zum Entschluss kommen, dass das bisherige Cookie-Tracking in dieser Form seit dem 01.10.2019 nicht mehr möglich ist.

Zu Recht sorgt die neue Entscheidung des EuGH, aber auch die zahlreichen Artikel auf sämtlichen Blogs und Online-Magazinen für viel Verunsicherung in der Branche.

Auch wir, mit der xpose360, beschäftigen uns bereits seit Jahren als Agentur und Berater mit dem Thema Cookie-Regulierung und die Auswirkungen einer möglichen ePrivacy-Verordnung. Um für mehr Transparenz zu sorgen, haben wir daher auch eine Artikelserie veröffentlicht, die regelmäßig erweitert wird.

Teil 1: Welchen Einfluss haben Firefox und das EuGH auf das Affiliate-Cookie-Tracking (+ Interview mit André Koegler und Britta Behrens)
Teil 2: Welche Auswirkungen hat das Planet49-Urteil auf das Affiliate-Cookie-Tracking + Interview mit Martin Erlewein)

Doch nun zum eigentlichen Thema, nämlich dem gestern verkündeten EuGH-Urteil zum Fall Planet49, den schon manche als „Sargnagel des Online-Marketings“ titulieren. Ich denke es ist seit Monaten klar, dass die Branche sich neu aufstellen muss.

Erst vor Kurzem präsentierte beispielsweise Awin ihr neues Bounceless-Tracking und wies dabei auch auf das Thema Data-Light hin, was in diesem Zusammenhang ein wichtiger Hinweis ist, da letztendlich im Affiliate-Marketing i.d.R. keine Nutzerprofile gespeichert werden.

Daher ist blinder Aktionsmus und Panik kein guter Berater. Jeder Artikel und jeder Bericht zum aktuellen Thema spielt letztendlich den Datenschutzbehörden in die Karten, die natürlich gerne das Telemediengesetzt ändern und die Datenschutzbestimmungen noch strenger regulieren würden.

Umso beruhigender ist es daher, dass der BVDW als größter Branchenverband bereits gestern eine Pressemitteilung mit folgender Stellungnahme veröffentlicht hat, die wir kurz zusammenfassen wollen:

  • Das EuGH geht in seinem Urteil nicht auf die Fragestellung ein, wann eine Cookie-Einwilligung für das Setzen der Cookies erforderlich ist
  • Aus dem Urteil kann nicht geschlossen werden, dass jedweder Zugriff einwilligungsbedürftig ist
  • Der EuGH hat sich nicht zu anderen möglichen Rechtsgrundlagen geäußert
  • Für deutsche Unternehmen gelten lt. BVDW erst einmal weiterhin die Maßstäbe des derzeit geltenden Rechts, also des Telemediengesetzes (TMG) und der DSGVO

Letztendlich liefern wir keine Rechtsberatung, sondern berufen uns dabei lediglich auf die offizielle Stellungnahme des BVDW.

Nichts desto trotz, wird auch die Affiliate-Branche die Themen Cookie-Regulierung, ePrivacy-Verordnung, AdBlocker, Gerichtsentscheidungen, Browserregulierungen weiter intensiv beschäftigen. Und auch die Schaffung und Ausgestaltung von Rechtsgrundlagen zur Nutzung der unterschiedlichen Cookie-Arten wird mehr denn je Aufgabe der Politik sein.

Wir können daher jedem Affiliate-Marketer nur empfehlen, sich auch weiterhin intensiv mit dem Thema zu beschäftigen.

Auf der Affiliate Conference am 11. November 2019 in München gibt es hierzu mehrere Vorträge und Panels, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

1. Vortrag um 17.30 Uhr von Michael Neuber (Justiziar des BVDW):

Wie steht es um die ePrivacy-Verordnung und was bedeutet sie für das Affiliate-Marketing
Die anstehende ePrivacy-Verordnung könnten einschneidende Veränderungen für die Affiliate-Branche ergeben. In seinem Vortrag erfahren Sie vom BVDW-Leiter für Recht und Regulierung aus erster Hand welche aktuellen Auswirkungen die Änderungen auf das Affiliate-Marketing haben und wie sich die Branche jetzt schon darauf vorbereiten kann.

2. Diskussionspanel um 17.50 Uhr:

BVDW Panel-Diskussion „Alternative Trackingtechnologien der Connected Economy“
Im Panel des Bundesverband Digital Wirtschaft e.V. diskutieren die verschiedenen Teilnehmer über die Plattformökonomie und wie man unterschiedliche Trackingalternativen zum klassischen Cookie-Tracking etablieren kann. Wie können Affiliates und Merchants die verschiedenen Plattformen nutzen und welche Vor- und Nachteile ergeben sich für die Affiliate-Branche? Auf diese und weitere Fragen gehen die Teilnehmer ein.

Moderator: Nicolaus von Schorlemer (BVDW e.V.)
Teilnehmer 1: Sven Bornemann (European netID Foundation)
Teilnehmer 2: Lukas Jakobs (Cliqz MyOffrz GmbH)
Teilnehmer 3: Hakan Özal (financeAds GmbH)
Teilnehmer 4: André Koegler (easy Marketing GmbH)

3. Diskussionspanel um 18.20 Uhr:

Panel-Diskussion „Trends im Affiliate-Marketing“
In der großen Panel-Diskussion diskutieren Vertreter der Affiliate-Netzwerke, Affiliates, Merchants und Agenturen über die neuesten Trends und Entwicklungen der Affiliate-Branche. Wie muss sich die Branche weiterentwickeln und welche Veränderungen führen zu weiterem Wachstum der Branche?

Moderator: Ingo Kamps
Public Network: Dino Leupold von Löwenthal (verticalAds Group)
Private Network: Thomas Goschnick (easy.Affiliate)
Agentur: Markus Kellermann (xpose360)
Advertiser: Jennifer Kosanke (Postbank)
Affiliate: Sebastian Atanassov (Shoop)

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.