Donnerstag, 25. August 2016

Affiliate-Marketing in Südamerika und USA

Im Juni fand in Berlin die Performance Marketing Insights statt. In zwei Vorträgen ging es dabei auch um Affiliate-Marketing in Südamerika und den USA.

Daher wollen wir Euch in diesem Artikel einen kurzen Recap über die beiden Märkte und die Vorträge auf der PMI liefern.

1. Südamerika

Chechu Lasheras (Omnicom Media Group), moderierte auf der PMI die Diskussionsrunde zum Thema Performance Marketing in Südamerika. Teilnehmer des Panels waren Santiago Darmandrail (Vorcu), Michelle Jakobs Pereira (Crobo) und Augustin Gau (SOICOS).

Darüber, dass es sich bei LATAM um einen extrem wachsenden Markt handle, waren sich alle einig. Beispielsweise verzeichnet Brasilien Wachstumsraten im Online Marketing von über 30% pro Jahr. Zu den umsatzstärksten Branchen zählen die Bereiche Travel, Elektronik und Fashion. Nach Aussagen von Augustin Gau stammt ein Großteil der Publisher aus Europa. Ein Grund hierfür könnte sein, dass hier das Know-how schon vorhanden ist, wobei lokale Publisher noch etwas hinterher hinken. Businessmodelle, die den meisten Umsatz generieren sind vor allem Search, Display und Email-Marketing. Content- und Gutscheinseiten spielen aktuell eine eher untergeordnete Rolle, da laut Santiago nur ca. 10% der Merchants bereit sind Gutscheincodes zur Verfügung zu stellen.

Durch einen hohen Qualitätsstandard, technische und manuelle Überwachung und Wissenstransfer aus Europa stellt Fraud in Latein Amerika kein großes Thema mehr da – ganz auszuschließen ist Betrug allerdings nirgendwo, da schwarze Schafe immer wieder neu Möglichkeiten entwickeln unerlaubt Provisionen abzugreifen.

Als größte Barriere sah das Panel die Bezahlmöglichkeiten im Online Shop. Laut Michelle gibt die Bevölkerung nur sehr ungern Kreditkateninformationen im World Wide Web. Hier herrscht eine große Skepsis und es bedarf dem Aufbau von Vertrauen gegenüber dem Online Shop. Ein weiteres interessantes Insight von Michelle war, dass ungefähr die Hälfte der Einwohner über kein eigenes Bankkonto verfügt. Ein Lösungsansatz ist der Boletto, eine Art Kauf per Vorkasse. Der Kunde zahlt den Betrag in einer Zahlstube ein – sobald das Geld beim Merchant eingegangen ist, wird die Ware versandt.

Abschließend wurde den Teilnehmern mit auf den Weg gegeben, bereits jetzt über einen Markteintritt nachzudenken, da es momentan noch vergleichsweise einfacherer ist, als in zwei oder drei Jahren.

2. USA

Über das optimale Setup eines Affiliate Programms, der Partnergewinnung sowie der Optimierung in den Vereinigten Staaten referierte Peter Figueredo von House of Kaizen am zweiten Konferenztag.

„Affilates care about the network“ – so stellt sich wohl der erste und wichtigste Punkt die Auswahl des richtigen Affilate Netzwerkes dar. Zu den drei Top Playern gehören Commission Junction, als größtes Netzwerk in den USA gefolgt von Shareasale und Clickbank mit über 100.000 aktiven Affiliates.

Bezüglich des Attributionsmodells steht das Last Cookie Wins Prinzip immer noch an erster Stelle – alternativ vergüten Advertiser auch den ersten Kontakt. Besonderes Augenmerk sollte man beim Setup auf die unterschiedlichen Steuergesetze legen, welche sich von Bundestaat zu Bundestaat unterscheiden.

Die Methoden der Rekrutierung decken sich mit den Erkenntnissen aus dem Vortrag von Geno Prussakov, jedoch listete Peter direkt einige Top Publisher aus dem Loyalitiy, Shopping und Couponingbereich auf, die in keinem Partnerprogramm fehlen sollten. Darüber hinaus gab er Empfehlungen neuer innovativer Publisher, in denen er viel Potential sieht und eine Kooperation aufgebaut werden soll.

Interessant ist die Tatsache, dass der Anteil der Sales von Top-Affiliates in den USA wesentlich höher ist als in Europa. So können es bei amerikanischen Partnerprogrammen bis zu 200 Top-Affiliates sein, die 90% der Umsätze generieren, während es bei Programmen in Europa teilweise nur 10-20 Top-Affiliates sind, die den Großteil der Umsätze erziehlen.

Um ein bestehendes Programm zu optimieren gab Peter ebenfalls interessante Insights. So bevorzugen Affiliates beispielsweise den persönlichen Kontakt aber auch wöchentliche bzw. monatlichen Newsletter über das Netzwerk. Versandkostenfrei – und Rabattaktionen funktionieren weit besser als „bogo“ (buy one, get one free) oder „gwp“ (gift with purchase). Neben Bannern, Textlinks und Gutscheinen sollte den Affiliates auch Content für Ihre Webseite zur Verfügung gestellt werden.

Zu den Top-3-Aktionen um die Sales zu steigern, gehören in den USA die Versandkostenfrei-Aktion, gefolgt von Rabatt-Aktionen und limitierten Produkt-Aktionen.

Bildquelle: © Dieter Schütz / Pixelio.de

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.