Montag, 24. Juli 2017

Alter schützt vor Facebook nicht

Eine Umfrage von Forsa, die man jetzt bei http://www.internetworld.de nachlesen kann, brachte es an den Tag: Immer mehr ältere Menschen werden Mitglied bei sozialen Netzwerken, um sich auszutauschen und neue Bekanntschaften zu machen. Für die Umfrage wurden 1.000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren gefragt, von denen 700 in sozialen Netzwerken aktiv sind. Die Ergebnisse der Forsa Umfrage sind überraschend, denn es sind mittlerweile mitnichten nur die jungen Leute, die über Facebook und andere Netzwerke kommunizieren, Freude treffen und neue Leute kennenlernen. Heute ist ein Drittel der User älter und es sind in der Gruppe der 65– bis 69-jährigen 40%, die jeden Tag an ihrem Computer sitzen und sich im sozialen Netzwerk erkundigen, was es denn so Neues gibt. In der Gruppe der Menschen, die zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, kann man sogar noch mehr User, nämlich 60% finden, die soziale Netzwerke einfach toll finden. 32% der Senioren sind bei Facebook angemeldet und 28% sind bei Stayfriends registriert. Hier ist es vor allem interessant, wenn man nach alten Klassenkameraden forschen will, aber auch wenn man neue Freunde und Bekannte finden möchte. 18% der älteren Generation sind bei, Wer-kennt-wen und tauschen sich dort aus.

Warum sind soziale Netzwerke für ältere Menschen so attraktiv? Die Frage ist einfach zu beantworten. Viele Senioren haben die Scheu vor dem neuen Medium Internet abgelegt und viele sind heute in der Lage, selbstständig mit dem Computer umzugehen. Soziale Netzwerke wie Facebook sind perfekt für diejenigen, die vielleicht aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr so oft das Haus verlassen können, um sich mit Freunden zu treffen. Die sozialen Netzwerke schließen in diesem Fall eine Lücke. Aber auch das Interesse an Neuigkeiten und die Gelegenheit sich zu unterhalten und mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, reizt viele ältere Menschen. Sie nutzen den Computer einfach, um noch am täglichen Geschehen teilzunehmen.

Ärger droht Facebook aber jetzt von einer anderen Seite, denn die Bundesministerin für den Verbraucherschutz Ilse Aigner (CSU) will verhindern, dass es bei Facebook möglich wird, sein komplettes Leben zu dokumentieren. Sie befürchtet, übrigens nicht als Einzige in diesem Fall, das Facebook dann erfolgreich die Datenschutzlinien überschreitet und das private Leben eines jeden Menschen für alle anderen User sichtbar wird. Nach Meinung von Ministerin Aigner sei das ganz und gar nicht im Sinne der Datenschutzgesetze und die Idee von Facebook damit absolut absurd. Gerade im Internet sei es wichtig, die persönlichen Daten so gut wie eben notwendig zu schützen und schon Kinder wüssten mittlerweile, wie gefährlich es sein kann, wenn man im Internet und speziell über die sozialen Netzwerke zu viel über sich und sein privates Leben preisgibt. Ilse Aigner will ihr Amt nutzen und auch auf europäischer Ebene intervenieren und erreichen, dass die Datenschutzgesetze strenger gehandhabt werden und nach Möglichkeit Facebook durch eine gesetzliche Regelung stoppen.

Bildquelle: © berlin-pics / Pixelio.de

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