Donnerstag, 30. März 2017

Das Problem mit dem Datenschutz

Frei nach Goethe könnte man fragen: „Wie hältst Du‘s mit dem Datenschutz?“ Die Amerikaner sind da sehr kleinlich, wie jetzt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Harris Interactive herausfand und die man bei http://www.internetworld.de nachlesen kann. Nicht nur in Deutschland schlagen die Wellen des Unmuts hoch, wenn es um die persönlichen Daten geht, die Amerikaner sind zunehmend genervt und gehen in die Opposition, wenn es um das Internet und den Datenschutz geht. 69 % haben das Vertrauen in Anbieter und Websites im Bezug auf den Datenschutz komplett verloren und 76 % würden keinem die Erlaubnis geben, mit den privaten Daten zu handeln. Für 94 % der Amerikaner ist die Privatsphäre sehr wichtig und 49 % wollen selbst darüber bestimmen, was mit ihren Daten bei Facebook und Co. geschieht. 35 % wollen, dass die sozialen Netzwerke sich mehr um die privaten Daten ihrer Nutzer kümmern und sie wollen einen Datenschutz, der funktioniert.

Jeder, der bei einem sozialen Netzwerk ist oder auch alle, die schon einmal in einem Internet Shop eingekauft haben, kennen das Problem: Kaum macht man eine andere neutrale Seite auf, dann bekommt man exakt die Artikel an der Sidebar oder auch in der nervigen Bannerwerbung zu sehen, die man gerade bestellt hat. Sicher man kann zum Schutz die sogenannten Cookies deaktivieren, aber das hat den entscheidenden Nachteil, dass man viele Internetseiten erst gar nicht mehr öffnen kann. Es nützt auch wenig, sich von der permanenten Werbung befreien zu wollen, denn die persönlichen Daten werden trotzdem nach Herzenslust verkauft. Einmal mehr sind in diesem Zusammenhang die sozialen Netzwerke in der Kritik, allen voran Facebook, denn hier gehört das Targeting, also die auf eine bestimmte Person ausgerichtete Werbung schon zur Tagesordnung. In den USA lehnten laut Umfrage 58 % der Befragten diese Art der Werbung ab und das ist ein Anstieg von satten 27 % gegenüber dem Vorjahr.

Aber nicht nur die sozialen Netzwerke und Webshops sind in Verruf geraten, auch die Apps haben einen immer schlechteren Ruf. 85 % derjenigen, die an der Umfrage teilgenommen haben, vertrauen den Apps nicht mehr und 62 % der Amerikaner haben Angst davor, dass ihre mobilen Aktivitäten beobachtet und dann genutzt werden. Mittlerweile sind weniger als 10 % dazu bereit, ihren Standort, ihre Adresse oder auch ihren Namen und die Telefonnummer in ihr Smartphone einzugeben. Sie wollen schlicht und einfach verhindern, dass diese Daten ausgespäht und dann vermarktet werden.

Das neue Meldegesetz wurde beschlossen, als Fußballdeutschland jubelnd vor dem Fernseher saß und die Spiele der Europameisterschaft verfolgte. Jetzt ist eine sehr absurde Situation eingetreten, denn auf der einen Seite hat die Politik den Datenschutz praktisch außer Kraft gesetzt, auf der anderen Seite verpflichtet sich die Werbewirtschaft, die Rechte der Internetnutzer mehr zu stärken. Persönliche Daten können nur mit Zustimmung des Nutzers weitergegeben werden und jeder kann sich gegen Werbemails und lästige Anrufe wehren. Nur die postalischen Daten sind nicht geschützt und das nutzt der Staat jetzt aus.

Bildquelle: © Gerd Altmann / Pixelio.de

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