Der große Affiliate-Marketing Trend-Report 2022

In Zusammenarbeit mit der Digital-Marketing-Agentur xpose360 haben wir wieder eine große Umfrage unter 1.100 Affiliates, Merchants, Agenturen, Netzwerken und Technologie-Anbietern durchgeführt, um dabei einen objektiven Blick auf über die wichtigsten Affiliate-Marketing-Trends in 2022 zu erhalten.

Daraus ist der große Affiliate-Marketing Trend-Report 2022 entstanden, welcher die Entwicklungen und Trends, aber auch Probleme und Gefahren für die Branche beleuchtet. 

Zudem haben wir 38 Expertinnen und Experten der Affiliate-Branche nach ihrer Meinung zu den künftigen Entwicklungen befragt.

Download der Whitepapers: Affiliate-Marketing Trend-Report 2022

Den kompletten 111-seitigen Trend-Report inkl. aller Umfrage-Ergebnisse, Experten-Meinungen und Bonus-Teil kannst Du hier kostenlos herunterladen.

Der Podcast zum Trend-Report 2022

Ausschnitt der Umfrageergebnisse

Im Folgenden kannst Du Dir bereits einige spannende Ergebnisse aus den Umfragen für Affiliates und Merchants ansehen, sowie die Expertenmeinungen lesen.

Umfrage-Ergebnisse aus Sicht der Affiliates

Die Top 5-Trends aus Sicht der Affiliates in 2022

  • 54 %: Cross-Device-Tracking
  • 50 %: Cookie-Consent Tools / Plugins
  • 38 %: TTDSG
  • 36 %: Attribution und Customer-Journey-Tracking
  • 35 %: AdBlocker-Problematik

Die 5 größten Probleme für Affiliates in 2022

  • 57 %: Das Tracking funktioniert nicht richtig
  • 55 %: Fehlendes Mobile-Tracking beim Merchant
  • 51 %: Zu geringe Provisionen der Merchants
  • 47 %: Fehlendes Cross-Device-Tracking beim Merchant
  • 43 %: Datenschutz- bzw. ePrivacy- / TTDSG-Regelungen

Die Top 5-Wünsche der Affiliates an die Merchants in 2022

  • 66 %: Generell höhere Provisionen
  • 52 %: Cross-Device-Tracking
  • 50 %: Sicheres Tracking (1st-Party oder Mastertag-Tracking)
  • 44 %: Mehr Transparenz und Einblicke in die Trackinglogik
  • 40 %: Mehr Support und persönlichen Kontakt zum Merchant

Umsatz-Entwicklung der Affiliates in 2021

Umsatz-Prognose der Affiliates für 2022

 

Die Top 5 Wachstumspotentiale für 2022 aus Sicht der Affiliates

  • 64 %: Besseres Tracking, um alle Sales messbar zu machen
  • 60 %: Attraktive Endkundenaktionen
  • 56 %: Provisionserhöhungen
  • 52 %: Zusätzliches Budget in Form von WKZ oder alternativen Vergütungsmodellen
  • 38 %: Bessere Suchmaschinen-Platzierungen meiner Seite

Affiliates: Bevorzugte Tracking-Verfahren zur Provisionsvergütung 

  • 54 %: Kommt auf das Partnerprogramm an
  • 50 %: CPC + WKZ
  • 40 %: Last-Cookie-Wins
  • 24 %: Attributionsmodelle über Customer-Journey-Tracking
  • 8 % – First-Cookie-Wins
  • 6 %: Unentschlossen

Gefahr für das Affiliate-Marketing durch das TTDSG

Tracking-Modelle der Zukunft aus Sicht der Affiliates

Umfrage-Ergebnisse aus Sicht der Merchants

Die Top 5-Trends aus Sicht der Merchants

  • 63 %: Cookie-Consent Tools / Plugins
  • 58 %: TTDSG
  • 56 %: Attribution und Customer-Journey-Tracking
  • 51 %: Cross-Device-Tracking
  • 44 %: Anstehende ePrivacy-Verordnung

Umsatz-Entwicklung der Merchants in 2021

Umsatz-Prognose der Merchants für 2022

Die Top 5 Wachstumspotentiale für 2022 aus Sicht der Merchants

  • 72 %: Aktionen mit Affiliates
  • 67 %: Neue Affiliates
  • 56 %: Attraktive Endkundenaktionen
  • 44 %: Zusätzliches Budget in Form von WKZ oder alternativen Vergütungsmodellen
  • 40 %: Mehr Offenheit für Tests (Retargeting, SEA-, E-Mail-Kampagnen…)

Die Top 5 Aktionen in 2021 aus Sicht der Merchants 

  • 51 %: Black Friday / Black Week
  • 41 %: Cyber Week / Cyber Monday
  • 39 %: Corona- / Lockdown-bezogene Aktionen
  • 26 %: Weihnachten
  • 23 %: Ostern

Anteil der Merchants, die ein Customer-Journey-Tracking einsetzen

Anteil der Merchants, die ein Cross-Device-Tracking einsetzen

Anteil der Merchants, die eine Consent-Management-Plattform implementiert haben 

Merchants, die aufgrund von ITP 2.X bzw. Browserregulierungen das Tracking in 2021 umgestellt haben

Die 5 bedeutendsten Publisher-Modelle in 2022 für die Merchants

  • 61 %: Cashback / Bonus
  • 59 %: Gutscheine / Couponing
  • 57 %: Content-Seiten
  • 46 %: Deal-Seiten
  • 34 %: Influencer-Publisher (YouTube / Instagram…)

Gefahr für das Affiliate-Marketing durch das TTDSG aus Sicht der Merchants

Affiliate-Marketing – eine gute Alternative zu den GAFA-Plattformen

Expertenmeinungen

Wir haben dieses Jahr viele Expertenmeinungen bekommen. Du findest diese hier unterteilt nach Affiliates / Merchants / Agenturen, Netzwerke und Technologie-Anbieter.

Expertenmeinungen der Affiliates

Lukas Jakobs, BurdaForward
„2021 war (wieder) ein völlig verrücktes Jahr. Wir haben endlich den Impfstoff, doch Corona bleibt und weitere Mutationen werden folgen. Wir müssen lernen, mit den Virusvarianten zu leben. Einmal mehr werden Gesellschaft und Unternehmen in der vierten Welle auf eine harte Probe gestellt.

Die Marktteilnehmer, die sich schnell an die fundamental wandelnde Arbeitswelt anpassen können, haben eine Chance im „war for talents“. Was macht die Remote-Arbeit mit dem Wir-Gefühl? Wie funktioniert das Onboarding aus der Ferne? Plötzlich konkurrieren Unternehmen viel standortunabhängiger miteinander. Die hybride Arbeitswelt pulsiert und viele Antworten auf Fragen bleiben unklar. Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Gestaltungsfähigkeit, all dies spielt auch im Zuge der neuen Tech-Spielregeln und Regulierungen eine elementare Rolle. Die Marktteilnehmer, die den radikalen Wandel umarmen, die Lust haben auf Veränderungen, werden gestärkt in die Zukunft gehen können. Ein authentischer Purpose, gelebte Werte und eine starke Vision sind das Fundament für den Erfolg in der Zukunft.

Der Markt konsolidiert und fokussiert sich weiter. Größe und Skalierbarkeit werden immer wichtiger. „The winner takes it all” ist heute schon in vielen Bereichen des Affiliate Marketings gelebte Praxis. Ich blicke optimistisch in die Zukunft, wenn gleich die Herausforderungen an Gesellschaft, Führungskräfte und Arbeitnehmer gewaltig sind.“

Andre Matern, Deals & More GmbH
„Contextual Targeting und Prospecting Marketing wird 2022 auf dem Vormarsch sein, da keine Cookies benötigt werden.“

Peer Wandinger, affiliate-marketing-tipps.de
„Moderne datenschutzgerechte Tracking-Methoden im Affiliate-Marketing, um endlich von den Cookies wegzukommen.“


Bjoern Weiland, TriMeXa GmbH
„Die Unsicherheiten der Reglementierungen durch DSGVO, TTDSG und ePrivacy treiben mich um. Die Consent Layer Thematik nervt nicht nur mich als Affiliate und Unternehmer, sondern auch mich als normalen User – und vermutlich auch die gesamte deutsche Internetwelt. Ständig auf jeder einzelnen Seite Consent-Layer wegklicken zu müssen, führt das eigentliche Ziel – die Sensibilisierung der User für Tracking- und Cookie-Thematiken – ad absurdum und ist die dämlichste Entwicklung im Datenschutz seit Jahren. Absolutes Unverständnis.

Zeitgleich gibt es nach wie vor zu viele Grauzonen und Unsicherheiten, insb. mit dem neu eingeführten TTDSG und der bald kommenden ePrivacy-Verordnung. Was wird nun wie lange Bestand haben, bis man wieder Änderungen eingehen muss?

Martin Rieß, Checkout Charlie
„Travel kommt endlich voll zurück.“



Sebastian Gorbatsch, Miles & More GmbH | Lufthansa Group
„Das Affiliate Marketing wird sich auch in 2022 als einer der konstanten Kanäle im Online Marketing Mix behaupten oder zumindest bei vielen weiteren online tätigen Unternehmen als einer der Treiber (neu) herauskristallisieren. In meiner mittlerweile 15-jährigen Zugehörigkeit in der Branche musste ich doch in der Vergangenheit recht häufig mit anhören, dass Affiliate Marketing eher das ungeliebte Stiefkind ist, weil sich eben angeblich nicht so schnell mal eben wie über alte oder „klassische“ Kooperationsformen die richtig großen Deals realisieren lassen. Mal eben schnell etwas vom Start weg zu skalieren bleibt da eher den großen Brands vorbehalten und ist da höchstwahrscheinlich deren Strahlkraft zuzuschreiben. Nein, im Affiliate Marketing, bei dem es sehr stark auf People Business ankommt, benötigt es eben ggf. die Geduld einer behutsamen Aufbauphase, ehe man vielleicht auf einem Level ankommt, bei dem es richtig Spaß macht. Die Pandemie war hier in den letzten beiden Jahren noch einmal bei vielen ein Beschleuniger, um dem Affiliate Marketing einen verdienteren Stellenwert zukommen zu lassen. Hier sehe ich auch in 2022 eine Trendfortsetzung.

Auch unumgänglich: Die Trackingthematik und die Suche nach einer passenden Alternative für das Cookie für unsere Branche MUSS weiterhin DAS Thema für 2022 sein! Aber auch beim Thema Cross-Device und App-to-App Tracking wird sich mehr bewegen müssen, wobei auch die Netzwerke noch stärker in der Pflicht sehe, hier passende Lösungen anzubieten.

In 2021 hat sich beim Ausrollen von Attributionsmodellen von einzelnen Merchants wieder spürbar mehr bewegt. Hier gehe ich auch für das kommende Jahr von einer weiteren Steigerung aus, wobei zu hoffen ist, dass man auch dann stets vorab genau prüft, ob ein Attributionsmodell auch mit allen im Programm vorhandenen Publisher Verticals vereinbar ist und ggf. Ausnahmeregelungen schafft.“

Ingo Kamps, Axel Springer Teaser Ad GmbH
„Die gezielte Ansprache von Nutzern wird in allen Online-Marketing-Disziplinen durch die Cookie-Einschränkungen zunehmend schwieriger. Neben den Tracking-Herausforderungen ist das Affiliate Marketing als Abbild der Online-Marketing-Kanäle auch von diesem Umstand betroffen. Dementsprechend werden viele Publisher zukünftig verstärkt auf semantische bzw. kontextuelle Technologien zurückgreifen, um Nutzer weiterhin zielgerichtet und datenschutzkonform ansprechen zu können und trotzdem noch genügend Conversions zu initiieren.“

Torsten Latussek, COUPONS.DE
„Für das nächste Jahr sehe ich das Thema Cookie Consent vorn auf der Agenda. Wie reagieren nun die letzten Affiliate-Netzwerke? Wird sich ein Standard etablieren? Wird der Publisher weiter vorgeschoben bei Consent-Einholung? Können Netzwerke den Consent konform weitergeben bis in den Shop und wie gehen die Shops damit um? Welche Gerichtsurteile verändern die Auslegungen des Gesetzes? Neben den offenen Fragen und verschiedenen Anpassungen wird die Branche aber die Auswirkungen auch konkret an Zahlen sehen.

Als weiteren Trend erhoffe ich eine striktere Qualitätssteigerung durch Fraud-Bekämpfung. Das Affiliate-Marketing darf nicht in eine unseriöse Ecke gedrängt werden, weil derzeit noch so viele die Augen vor suspekten Geschäftsmodellen oder konkreten Verstößen verschließen. Hier sind die Netzwerke aktiv gefordert, aber auch der BVDW, der für mehr Aufklärung auf Advertiserseite sorgen muss. Affiliatemanager sollten aufgeklärt werden und dann klar Position beziehen und die Einhaltung von Regeln einfordern, wenn es nicht schon agentur- oder netzwerkseitig abgesichert wird.“

Thomas Punzel, Global Savings Group
„Die Unsicherheit in der Affiliate-Branche war 2021 nicht nur aufgrund der Pandemie groß, auch aufgrund neuer Regularien und der Cookie Consent Thematik wusste man nicht so richtig wohin die Reise gehen wird. Doch auch das letzte Jahr haben wir alle gut überstanden und können positiv auf 2022 blicken. Dennoch werden wir uns auch in diesem Jahr mit Herausforderungen beschäftigen müssen, die bereits 2021 und z.T. auch schon 2020 auf der Agenda standen, wie z.B. Attribution, Cross-Device-Tracking, Browser-Regulierungen.

Weiterhin werden wir uns mit den Themen TTDSG und Cookie-Consent weiter beschäftigen müssen. Ich würde es nicht als Trend bezeichnen wollen, jedoch sollten wir schauen, dass aus Publisher- und Advertiser-Sicht die Themen Transparenz und eine nachhaltigere Zusammenarbeit noch stärker forciert werden, mit dem Ziel langfristig gemeinsam erfolgreich zu wachsen.

Im Großen und Ganzen glaube ich jedoch, dass auch 2022 ein sehr interessantes Jahr für unsere Branche werden wird und noch mehr hoffe ich, dass wir endlich auch mal wieder „offline“ Events durchführen können und uns persönlich sehen. Denn insbesondere der direkte Face2Face Austausch ist wichtig, um bestimmte Trends zu forcieren. In diesem Sinne, Euch allen ein erfolgreiches neues Jahr!“

Expertenmeinungen der Merchants

Barbara Mayer-Schumacher, abomix.de
„Für uns wird der „Trend“ sein uns unter der Prämisse der „fairen Verbraucherverträge“ weiterhin am Markt zu behaupten.“

Eike Schmiederer, Bergfreunde GmbH
„Costumer Journey Attribution um den unterschiedlichen Publisher-Modelle unabhängig faire Provisionierungen anzubieten.“

Stephan Kunze, CBR eCommerce GmbH (Street One & CECIL)
„Alle Jahre wieder die heißen Fragen in der Trendumfrage – und zum Schluss dann noch der „Trend des kommenden Jahres“. Es ist wie immer schwierig genau zu prognostizieren, aber ich glaube weiterhin das die Trackingthemen, TTDSG und ePrivacy einen sehr entscheidenden Einfluss auf die Branche haben werden. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, gleichwohl ich es mir natürlich anders wünschen würde, dass das nervige Corona-Thema in 2022 vom Tisch sein wird. Ich glaube hier dürfen wir alle sehr gespannt sein, wohin uns das Virus, die Maßnahmen der Regierung sowie die voranschreitende Gesellschaftsspaltung bringen werden. Für die Affiliate Branche wünsche ich uns allen, dass wir gut durch das Jahr 2022 kommen, niemand auf der Strecke bleiben muss und wir uns weiterhin stärken und eine sehr entscheidende Rolle im Marketing-Mix spielen.“

Christina Hofer, Telefónica Germany Retail GmbH
„Für mich gibt es auch für das Jahr 2022 nicht den einen Trend. Grundsätzlich wird es spannend zu sehen, ob sich das Kaufverhalten wieder zurück in Richtung Offline-Abschluss bewegt, sobald die Pandemie überwunden ist (Zeitpunkt natürlich tbd). Ich gehe jedoch von einem max. Shift in Höhe von 5% aus.

Zudem werden uns folgende Themen sicherlich intensiver (weiter) beschäftigen:

  • Technische Rahmenbedingungen kontinuierlich optimieren
  • Datenschutz
  • Fraud-Prevention
  • Budgetallokation auf Basis von Customer-Journey Erkenntnissen
  • Individuelle Entwicklung von Partnern
  • Test & Learn
  • Vermarktungs-Flexibilisierung
  • Attraktive Endkunden- & Publisheraktionen
  • Business Development – Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen / Vermarktungsansätzen
  • Customer Centricity

Ich freue mich auf alle Fälle auf ein spannendes Jahr 2022 und egal welche Herausforderungen auf uns zukommen, ich bin mir sicher, dass die Affiliate-Branche sie meistern wird!“

Konstantin Lahmann, SIXT SE
„Wer hätte das letztes Jahr für möglich gehalten? Die Pandemie bleibt bestimmendes Thema und wir müssen unsere Maßnahmen weiterhin an Corona anpassen. So nervig das auch sein mag, so gut hat es in 2021 geklappt und SIXT und der Affiliate Kanal gehen mit einem sehr guten Ergebnis ins neue Jahr.

Speziell für unsere Affiliate Branche erwarte ich, dass das Thema Tracking wieder stark im Fokus von uns allen stehen wird. Zum einen im Bezug auf die Änderungen der Gesetzgebung und den browserbasierten Einschränkungen einzelner Anbieter, aber auch in Hinsicht auf das App Tracking und dem Auf-/Ausbau für alle Player, die in diesem Bereich noch nicht optimal aufgestellt sind. Für SIXT wird unsere App weiterhin eine sehr wichtige Rolle einnehmen.

Ich wünsche uns allen weiterhin starke Nerven in 2022 und dass wir die Krise gemeinsam bewältigen.“

Hakan Özal, DKB AG
Der Affiliate-Marketing Markt in Deutschland wird weiterhin stark wachsen. Tracking & Datenschutz bleiben Top Thema, aber werden weniger Angst verbreiten. Private Network Lösungen werden an Bedeutung gewinnen, da Advertiser sich immer mehr auf ihre wichtigsten Affiliates fokussieren.

Spannend bleibt der Markt rund um Social Media und Influencer Marketing, da immer mehr User immer mehr Zeit auf ihren Handys verbringen. Instagram, Snapchat & TikTok werden stark an Bedeutung gewinnen, da ihre Zielgruppe älter wird und somit ertragreicher für Werbetreibende. Im Gegensatz dazu werden klassische Banner-Kampagnen oder Websites an Bedeutung und Einfluss verlieren, da sie selten zum Last-Click führen.

Leider werden Google & Facebook (in der Finanzwelt auch Check24) wohl weiterhin den größten Anteil am Werbebudget erhalten. Daher bleibt es umso spannender, welche Affiliates auch in 2022 sich weiterhin behaupten und eine signifikante Anzahl an Neukunden genieren können. Besonders spannend wird es nach der Corona-Pandamie für die Travel & Finanz-Industrie werden, hier erwarte ich die größten Wachstumsraten und Affiliate-Partys!

Expertenmeinungen der Agenturen, Netzwerke und Technologie-Anbieter

Oliver Ottilie, retailAds GmbH & Co. KG
„Ein zuverlässiges und sicheres Tracking im Rahmen der sich stets bewegenden Richtlinien bildet auch im Jahre 2022 die Grundlage für ein erfolgreiches Affiliate Programm und ist somit mein Dauertrend.“


André Koegler, easy Marketing GmbH
„Alle Player sind angehalten alternative Tracking- und Vergütungsformen einzusetzen und zu testen, um Datenschutz- und Browserregulierungen entgegenzutreten. Mit dem Cookie-Consent des TTDSG und dem damit verbundenen quasi Verlust des berechtigten Interesses sind kreative Ideen gefragt.“

Kristina Dubs, Adtraction
„Ich glaube, dass der Trend im nächsten Jahr eine Neuverteilung von Partnersegmenten sein wird. Wir sehen, dass sich immer mehr unserer Advertiser neue Traffic-Quellen wünschen und neben Gutschein- und Cashback-Seiten auch nach weiteren neuen Partnerschaften suchen. Ich denke es gehört der Vergangenheit an, dass 90 % des Traffic für einen Advertiser von den gleichen Publisherkategorien kommen und sehe die gleichmäßigere Verteilung von vielen verschiedenen Partnern, wie auch Influencer, Apps, API Webseiten etc. als Trend für das kommende Jahr an.“

Tobias Korsten, xpose360 GmbH
„Der Trend in 2022 wird definitiv Affiliate-Marketing in den Social Media Kanälen (TikTok, Instagram etc.).“



Gesine Pindt-Oye, financeAds
„Persönlich rechne ich mit einem extremen Anstieg im Reisesegment, der vorrangig von Geimpften ausgereizt wird. Zudem werden Kryptowährungen im Finanzbereich weiter an Bedeutung gewinnen. Micro-Influencer werden durch steigendes Home-Shopping und das Vertrauen ihrer Community immer relevanter für Werbetreibende.“

Gregor Janik, Firstlead GmbH (ADCELL)
„Auch im Jahr 2022 werden wir wieder steigende Umsätze im Affiliate Marketing beobachten können. Affiliate Marketing Netzwerke, die Ihren Publishern, Advertisern und Agenturen proprietäre Lösungen für ein den aktuellen Datenschutzbestimmungen angepasstes, transparentes und sicheres Tracking zur Verfügung stellen können, werden weitere Marktanteile gewinnen.“

David McLoughlin, AWIN AG
„Das Thema Tracking und damit verbundene Herausforderungen – zum Beispiel in Cookie Consent und Datenverarbeitung – wird uns ganz klar in 2022 weiterhin beschäftigen. Aber ich sehe auch das Thema Pricing als ein wichtiges Thema dieses Jahr – es wird immer mehr auf Budgets aufgepasst und Merchants werden Preistransparenz vom Affiliate Anbieter fordern.“

Tobias Rast, Ingenious Technologies AG
„Das Thema Investition in gute, also nach wie vor funktionierende und akkurate, Tracking-Technologien (true first party, server side) wird auf Shopseite weiterhin hochaktuell sein und auch mittlere und kleinere Shops erreichen. Das ist auch notwendig, insbesondere, wenn wir als Branche uns das CPO-Vergütungsmodell erhalten wollen.“

Detmar Eggers, ad agents GmbH
„Die Möglichkeit für kleinere Influencer jetzt Links bei Instagram einzustellen, eröffnet ein großes Potenzial für das Affiliate Marketing und die Advertiser. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Angebot für die Influencer interessant genug ist und ob die Influencer unter dem Stichwort Cookie Consent Advertiser TTDSG-konform bewerben können.“

Bernd Aipperspach, lead alliance
„Im Jahr 2022 wird die Regulatorik noch viel Raum einnehmen. Vermutlich wird es auch Urteile geben, die dann hoffentlich mehr Klarheit schaffen. Influencing / Content Creation wird sich aus meiner Sicht weiterentwickeln und – so meine Prognose – Vergütungsmodellen abseits der reinen Transaktionsverprovisionierung Aufwind verschaffen (müssen). Weitere Zusammenschlüsse und Übernahmen in allen Bereichen werden auch in ´22 beobachtet werden können.“

Ralf Fischer, verticalAds Group GmbH
„Nach dem ersten kompletten Covid-Jahr wird uns das Thema auch in 2022 beschäftigen. Grundsätzlich wird das Online bzw. Performance Marketing weiter profitieren. Händler mit klassischen Absatzkanälen, insbesondere Ladengeschäften, sind auf Grund der weiter bestehenden Einschränkungen noch viel stärker auf digitales Geschäft angewiesen. Hier wird über die Erreichung von Zielen entschieden. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Advertisern. Die richtige Strategie, der entsprechende Mix aus verschiedenen Partnerkanälen (z.B. klassischen Affiliates, Influencern, B2B-Kooperationen etc.) und auch die proaktive Beschäftigung mit dem Thema Leistungsmessung entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Mit der Vielfalt steigen die Chancen und Risiken, so dass es nie wichtiger war mit den richtigen Agenturen und Netzwerken zu arbeiten.“

Marcus Seidel, Firstlead GmbH / ADCELL
„Auch wenn das Wachstum 2021 gegenüber dem absoluten Corona Krisenjahr 2020 nicht mehr ganz so stark war, so wird sich das positive Wachstum der Vorjahre auch in 2022 weiterhin fortsetzen.

Der Onlinehandel hat in den letzten zwei Jahren noch einmal bedeutend an Relevanz im Kaufverhalten von Privatpersonen und Unternehmen gewonnen und wird diese auch nicht mehr verlieren.

Trotz aller positiven Prognosen muss sich das Affiliate- und Performancemarketing im Hinblick auf Technologien und Datenschutzkonformität stetig weiterentwickeln und am Ball bleiben. Zum einen um weiter ein relevanter und reichweitenstarker Kanal im Onlinemarketing Mix zu sein und zum anderen um nicht irgendwann einfach durch die großen Tech-Konzerne substituiert zu werden.“

Tom Rother, CJ Affiliate
„Bei den Publishermodellen im Affiliate Marketing erwarte ich im neuen Jahr einen besonderen Aufschwung bei den Micro-Influencern. Sie genießen in ihrer jeweiligen Nische eine hohe Glaubwürdigkeit und haben somit wichtigen Einfluss auf die Kaufentscheidungen. In einer Welt, die immer fragmentierter und komplexer wird, spielt Vertrauen eine immer größere Rolle. Zumal Reviews auf den klassischen eCommerce Plattformen an Bedeutung verlieren bzw. weniger vertrauenswürdig werden.

Die Bedeutung von Machine Learning/KI und ähnlichen Technologien wird massiv zunehmen. Eine stringente, fortlaufende Optimierung von Programmen mithilfe von Daten und Insights bilden wesentliche Wettbewerbsvorteile für Advertiser und Publisher, aber auch Agenturen und Netzwerke (oder eben auch Nachteile, wenn man diese nicht oder nur teilweise zur Verfügung hat). Das unermessliche Volumen an Daten macht jedoch immer neue Tools, Fähigkeiten und Prozesse notwendig, um aus der Masse an Daten die relevanten Insights zu gewinnen und zielgerichtet einsetzen zu können.

Beim Thema Tracking bleiben Browser-Restriktionen, ePrivacy und TTDSG weiterhin enorme Herausforderungen. Sie erfordern ein hohes Maß an Investitionen in Technologie sowie die Implementierung neuer Trackingverfahren.“

Tobias Allgeyer, CJ Affiliate
„Ich sehe die Affiliate Branche insgesamt sehr optimistisch. Infolge der Pandemie nutzen immer mehr Unternehmen Affiliate-Marketing. Die Vorteile sind vor allem messbare und skalierbare Ergebnisse. Es steht nicht in Konkurrenz zu anderen Kanälen, sondern ist wichtiger Bestandteil einer Omni-Channel-Strategie und ergänzt die anderen Kanäle im Mix in idealer Weise. Der Affiliate-Kanal wird sogar zum „Verstärker“ für das gesamte Marketing. Auch in unserem Netzwerk entwickeln wir zunehmend eine Omnichannel-Perspektive. Zugleich müssen die anderen Marketingkanäle performanceorientierter werden, um Schritt zu halten – über das gesamte Spektrum der vorhandenen Metriken.

Die gewonnenen First-Party Daten sind für Advertiser wichtig, um den Konsumenten im Detail zu verstehen. Ob wir das volle Potenzial des Kanals ausschöpfen, wird davon abhängen, wie gut wir weiterhin Innovationen entwickeln und datengesteuerte Lösungen anbieten.

Publisherseitig prognostiziere ich eine verstärkte Nutzung von BNPL (Buy now pay later) – Modellen. BNPL, auch bekannt als Point-of-Sale-Kredit oder Point-of-Sale-Finanzierung, ist ein Finanzierungsangebot, das es dem Verbraucher ermöglicht, ein Produkt zu kaufen, ohne den Betrag im Voraus bezahlen zu müssen. Die Anbieter von BNPL Lösungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und es ist weltweit die am schnellsten wachsende Zahlungsmethode im E-Commerce. Es wird erwartet, dass 30 % der gesamten E-commerce Ausgaben in Europa bis 2025 über BNPL abgewickelt werden. Die Vorteile sind u.a. Zugang zu neuem, erweiterten Kundenpotential sowie Absatz von hochpreisigen Produkten ohne Rabatt.“

Petra Semle, CJ Affiliate
„Aufgrund der Pandemie beobachten wir einen ausgeprägten Trend weg vom stationären Handel hin zu digitalen Plattformen und Online-Shops. Diese Entwicklung hat sich in einem Jahr so beschleunigt, wie sonst in 5 Jahren. Digitale Dienste nehmen in allen Bereich des privaten und öffentlichen Lebens zu und so führt die neu adaptierte digitale Nutzung beim Shopping zu einem größeren Momentum für eCommerce und mCommerce.

Darüber hinaus stellt Cross-Border Traffic eine große Chance für Händler aus der DACH Region dar, in andere Länder zu verkaufen und so überdurchschnittlich zu wachsen.

Wir erwarten für 2022 einen weiteren Ausbau des Cross-Border Shoppings, da viele Unternehmen ihr internationales Wachstum so schnell und einfach vorantreiben können, ihr Risiko minimieren und unabhängiger von konjunkturellen und anderen Schwankungen in den bisherigen Märkten werden. Da Cross-Border-Shopper in Ländern außerhalb ihres Kernmarktes einkaufen, ist für diese das Vertrauen in die Plattform und die authentischen Produkte besonders wichtig. Um Vertrauen zu gewinnen, empfiehlt sich eine Kombination von Influencern, internationalen Trust-Siegeln und Ratings von internationalen Kunden sowie renommierte Zahlungsmethoden. Die wesentliche Motivation für solche Cross Border Shopper liegt im Finden von besseren Deals und Produkten, die nicht oder nur schwer in ihrem jeweiligen Heimatmarkt erhältlich sind.

Ich sehe im Affiliate Marketing die klare Fokussierung auf individuelle Unternehmensziele neben dem reinen Umsatzziel sowie damit einhergehend eine verstärkte strategische Incentivierung der Publisher. Partner können und sollten idealerweise gemäß deren Wertbeitrag zu diesen strategischen Unternehmenszielen vergütet und incentiviert werden. Dies kann beispielweise bedeuten, dass die Neukunden-Gewinnung bei der Vergütungs-Struktur berücksichtigt wird oder ein Partner in einem Expansion-Markt eine höhere Provision erhält, als ein Partner im Heimatmarkt. Diese strategische Incentivierung ist eine zentrale Möglichkeit, um noch mehr aus dem eigenen Affiliate Programm herauszuholen.“

Martin Jäger, martin-jaeger.com
„Auf die Gefahr hin, mich gegenüber letztem Jahr zu wiederholen, die Herausforderung ein akkurates Tracking zu gewährleisten ist nicht kleiner geworden. Die gesetzlichen Anpassungen durch das TTDSG machen allen Beteiligten künftig das Leben nochmal ein bisschen schwerer. Es wird in 2022 also extrem spannend zu sehen, wie insbesondere die Netzwerke die neuen Anforderungen umsetzen und welche Auswirkungen dies haben wird. Ein weiterer Trend wird aus meiner Sicht die weitere Konsolidierung des Marktes. Die Global Savings Group war in diesem Jahr ja bereits auf großer Shoppingtour und ich denke wir werden in den kommenden Jahren weitere Zusammenschlüsse von Publishern vielleicht sogar von Netzwerken sehen.“

Richard Oberhofer & Andreas Sasnovskis, Webgains GmbH
„Vor einem Jahr hat sich vermutlich niemand vorstellen können, dass wir zum wiederholten Male ein durch Corona verursachtes, derart turbulentes Jahr erleben würden. Letztendlich hat das auch für die Affiliate-Branche erneut dazu geführt, dass die für uns alle so wertvollen und geschätzten Messen und Networking-Events leider ausblieben.

Dennoch haben wir uns hervorragend an die Situation anpassen können und jeder Einzelne hat, selbst unter schwierigsten Bedingungen, sein Bestes gegeben, um Kunden und Partner zu betreuen. Wie gut das Webgains gelungen ist, kann man den Publikationen der ersten drei Quartale 2021 der ad pepper media International N.V. entnehmen. Der Shopping-Boom im Internet hält weiterhin an und führt u.a. dazu, dass Konsumenten ihre Einkaufsaktivitäten online beibehalten werden.

Im Auge behalten muss jeder Player auf dem Markt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die allen Akteuren das Leben nicht einfacher machen. Derzeit bewegt das Inkrafttreten des TTDSG zum 01.12.2021 die gesamte Online-Branche und für Webgains gesprochen schätzen wir uns sehr glücklich, dass wir bereits im Mai 2018 die richtigen Entscheidungen trafen und Weichen für die Zukunft stellten. Unser damals getroffener First Party Cookie Tracking-Ansatz blieb von den Änderungen unberührt und für die Zusammenarbeit mit unseren Advertisern, Agenturen und Publishern mussten keine Anpassungen vorgenommen werden, vorausgesetzt, dass schon wie bisher die Anforderungen an die Speicherung von Cookies durch Advertiser umgesetzt wurden.

Neben den rechtlichen Herausforderungen wird auch die weitere Konsolidierung von Publishern eine maßgebliche Veränderung am Branchen-Markt bewirken. So wie die Übernahme durch Webgears der Sparheld International, die GSG die Shoop Germany im Cashback-Segment und die Vermählung von Yieldkit mit Digidip (durch die Private-Equity Waterland) drücken klare Interessen aus, für die Branche allerdings nicht unwesentlich bedeutsam, ob hinsichtlich Reichweitenwachstums, Marktanteils-Tendenzen oder schlichtweg dem immer größer werdenden Augenmerk an Kapitalinteressen(ten).

Reichweite und Marktanteile sind dabei nicht nur hierzulande ein entscheidendes Thema für das Wachstum unserer Branche. Auch Webgains schreitet hier mit überzeugten Schritten voran und erfreut sich neben den jüngeren Märkten in BENELUX und den Nordics nun auch am überaus interessanten polnischen Markt, wo Webgains zwar schon länger präsent war, seit Oktober nun aber begonnen hat, ein Team vor Ort aufzubauen.

In das vor uns liegende Jahr 2022 blicken wir sehr optimistisch und mit Freude entgegen und werden uns mit dem gesamten Webgains TEAM den noch unbekannten Variablen und Herausforderungen mit aller Tatenkraft entgegenstemmen. Natürlich setzen wir auch darauf, endlich wieder unsere befreundeten Kunden und Partner persönlich treffen zu können und wünschen allen Branchen-Kolleg*innen alles Gute!“

Stefan Bernauer, Rakuten Advertising
„In Zukunft werden Modemarken verstärkt verantwortungsvolle Verbraucher ansprechen, deren Fokus auf dem ethischen und nachhaltigen Konsum liegt, da das Bewusstsein für Umweltfragen während der Pandemie stark zugenommen hat.

Technologien zur Authentifizierung und Rückverfolgung von Produkten werden eine zentrale Rolle spielen, weil das Überprüfen der ökologischen und sozialen Glaubwürdigkeit von Marken einen immer wichtigeren Stellenwert einnimmt. Auf diese Weise wird garantiert, dass Brands ihren Nachhaltigkeitsnachweis erbringen können, der zudem ein bedeutender Aspekt ihrer Marketingaktivitäten sein wird.

Die Zusammenarbeit mit den richtigen Publishern wird ihnen auch dabei helfen, Werbebotschaften an die entscheidenden Zielgruppen zu richten.

Mit dem drohenden Wegfall der Cookies von Drittanbietern im Jahr 2023 – und damit der Erfassung von potentiellen Kunden – werden Marken ihre Zielgruppenansprache anpassen müssen. In einer Welt ohne Cookies wird der passende Kontext entscheiden. Den richtigen Content am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und vor dem richtigen Publikum zu platzieren wird deshalb das A und O sein.

Daher wird auch die Art und Weise, wie Marketer den Kontext nutzen, smarter werden und Shoppable Content wird 2022 ein wesentlicher Trend sein. Influencer und andere Content-Schaffende werden dadurch noch stärker in die Pflicht genommen, da es immer wichtiger wird Botschaften an Konsumenten so zu anzubringen, dass sie nicht unnatürlich oder aufdringlich wirken.

Die Menschen wollen die Brands sehen, die für sie am relevantesten sind, daher werden Marketer versuchen, den Verbraucher im richtigen Moment anzusprechen. Den Kontext zu beachten wird Werbetreibenden neue Möglichkeiten eröffnen, ihre Budgets effizienter einzusetzen und gleichzeitig Monotonie zu vermeiden.“

Anja Heinicke, Artefact Germany GmbH
„Viele für uns in 2021 relevante Themen werden uns auch in 2022 weiter beschäftigen. Nachdem uns wie erwartet die Corona-Pandemie 2021 nicht verlassen hat, so konnten sich dennoch viele zuvor stark betroffene Branchen besonders in der zweiten Jahreshälfte langsam erholen. Wir erwarten, dass sich das auch in 2022, trotz anhaltender Pandemie, so weiterentwickeln wird. Auch wenn uns gerade erst die TTDSG zum Handeln gedrängt hat, wird uns das Thema Datenschutz durch die ePrivacy-Verordnung und den Digital Service Act vorerst nicht so schnell verlassen und weitere technische Optimierungen notwendig machen.  Anpassungsfähigkeit seitens der Advertiser und Netzwerke ist an dieser Stelle gefragt um weiterhin auf dem Wachstumskurs zu bleiben.

Publisherseitig ist das Thema Influencer Marketing bereits seit Jahren in aller Munde. Nachdem Instagram aber nun auch Usern aller Größen ermöglicht, Links in die Stories einzubauen, kann dies einen ganz neuen Anreiz für Micro- und Nano-Influencer, bieten sich wieder verstärkt mit Affiliate Marketing auseinanderzusetzen. Neben Instagram ist vor allem das Wachstum von TikTok kaum zu Bremsen und stellt somit auch eine weitere attraktive Bewerbungsmöglichkeit dar.

Nachdem in 2021 ursprünglich hybrid geplante Branchen- und Networking-Events doch erneut auf digital only umgestellt wurden, stehen die Chancen für 2022 gut, dass sich die Branche bald wieder persönlich vor Ort treffen und austauschen kann.

Als weitere Branchen-Herausforderung sehen wir den Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach fähigen Affiliate Marketing Managern übersteigt das Angebot aktuell sehr. Es besteht daher die anhaltende Herausforderung frische Talente für die Industrie zu begeistern und auszubilden.“

Alexander Hollstein, onlyoneway.de
„Das neue Jahr 2022 wird, wie schon die Vorjahre geprägt werden, von der im letzten Dezember in Kraft getreten ePrivacy Verordnung, sowie der DSGVO.

Beim Thema Tracking wird vordergründig „neue“ Trackingtechnologien ein Thema sein, dazu gehören Server 2 Server Tracking, First Party und es werden auch andere Varianten die „cookiefrei“ arbeiten in den Fokus rücken. Das Thema Attribution bleibt ein Trend sollte und wird langsam auch als kanalübergreifende Maßnahme verstanden, da sie nicht nur für die Abrechnung, sondern auch für die Bewertung einzelner Kampagnen, nicht nur Kanäle, relevant ist. Bei Partnern wird Content in den Fokus rücken, nicht nur im Bereich Content Affiliates oder Verlage, sondern auch im Bereich Display, wie man jetzt schon an vereinzelten Angeboten erkennen kann.

Das Thema Social Media bzw. Influencer als Partner wird 2022 noch spannender den zumindest bei Instagram ist mit der Möglichkeit des Linkeinbaus in Storys eine Messung unabhängig von einem Gutscheintracking möglich.

Mit den Themen Content und Influencer wird auch der Einfluss von Affiliate Kampagnen auf die Markenbildung sichtbar und dieser Einfluss sollte und wird teilweise schon von Shops beachtet.

Neben diesem wird es weitere Automatisierungen basierend auf Maschine Learning geben ob auf Partnerseite beim Ausspielen der Kampagnen, Werbemitteln oder Produkten und auch auf Seiten der Programmbetreiber oder Agenturen bei der Partnersuche oder Bewertung.

Kurzum die „Trendthemen“ waren und sind Datenschutz, Tracking, Maschine Learning und Content.“

Dino Leupold von Löwenthal, Admitad
„Neues Jahr, neue Strategien – was kommt, was bleibt.

Tschüss Cookies! Wer in Zukunft noch Nutzerdaten auf seiner Website sammeln will, braucht jetzt die aktive Einwilligung des Nutzers. Damit ist das bisherige Opt-out-Model zur Cookie-Einwilligung nicht mehr rechtens, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) und folgte damit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Es wird nicht an möglichen Lösungen mangeln, die, zugegeben, technisch kompliziert umzusetzen wären, aber auch von dem Marketing-Standpunkt etwas mehr Überzeugungsarbeit benötigen – sowohl für Agenturen, Publisher, Advertiser als auch für Benutzer.

Wir haben ein neues Tracking-Tool für Publisher Admitad-Teleport, damit landen Besucher ohne Umwege und Redirects über das Affiliate-Netzwerk, direkt auf der Website des Advertisers. Keine Redirects – kein Problem.

Kontext-Werbung wird zunehmend eine wichtigere Rolle spielen, der Umsatz über Blogs und Social-Media-Kanäle stieg im Jahr 2021 um 80%.  Auch E-commerce steigt weiter, gezielte Strategien sind gefragt. Der Black Friday-Umsatz in Deutschland lag mindestens in einem oberen sechsstelligen Bereich pro Händler dieses Jahr.

Ob Singles Day, Valentinstag oder Weihnachten – Verbraucher wollen Geld für relevante Produkte mit einem guten Preis ausgeben.

Affiliate Marketing bleibt für mich People’s Business, risikoarmes Performance Marketing für den Advertiser und ein sehr hoher Grad an Transparenz und Know-How.“

Tim Lomborg, Awin DACH
„2022 wird die Art und Weise, wie Affiliate-Aktivitäten getrackt und gemessen werden können, noch ausgefeilter als bisher. Sei es durch den Einsatz von Attribution oder Bounceless Tracking, das die Notwendigkeit eines zwischengeschalteten Ad-Network-Servers beseitigt, oder durch die zunehmende Nutzung von App-Tracking: In 2021 haben wir bei Awin 80% mehr App-Sales verzeichnet als noch im Vorjahr. Aber auch auf Server-to-Server kann nicht mehr verzichtet werden, denn im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass wir 12,6% mehr Cookies über S2S aufzeichnen konnten.

Zudem hat das TTDSG das Thema Cookie Consent im gesamten digitalen Marketing und so auch für Affiliate Marketer erneut in den Fokus gerückt. In diesem Jahr geht es vor allem darum, dass sich alle PartnerInnen technisch so aufstellen, dass die Cookie-Informationen korrekt an Affiliate-Netzwerke übermittelt werden. Hier können Awin PartnerInnen von den Awin Consent Signals profitieren, bei denen Verticals wie Cashback und Loyalty als zwingend erforderlich eingestuft werden, um auch ohne Cookies tracken zu können. Awin beobachtet die Entwicklung sehr genau und wird bereit sein, Lösungen und Technologien anzubieten, die den neuesten rechtlichen Vorgaben und Möglichkeiten entsprechen. Ein weiterer Trend, den wir bei Awin sehen, sind die immer komplexer werdenden Geschäftsmodelle von TechnologiepartnerInnen, die neben klassischen Publishern ebenfalls über Affiliate Marketing angebunden werden können. Ein Fokus von Advertisern wird in diesem Jahr sein, eCommerce-Innovationen an diese PartnerInnen auszulagern, um interne Ressourcen zu schonen.“

Claudia Batschi-Rota, Tradedoubler
„Ein ereignis- und erfolgreiches Jahr lieg hinter uns, ein vielversprechendes neues ist frisch gestartet. Die für uns essenziellsten Erfolgsfaktoren bleiben unverändert – Führende und robuste Technologie, speziell wenn es um das Thema Tracking geht sowie smarter Service und Beratung um die immer vielfältiger werdenden Werbemöglichkeiten im Performancemarketing gezielt einzusetzen.

Dabei sehen wir es für immer wichtiger an, User durch den gesamten Funnel hindurch bis hin zum Kauf zu begleiten und nachhaltig zu konvertieren.

Angefangen bei reichweitenstarken Kampagnen im Premium Media Bereich, über Social-Platzierungen z.B. auf TikTok, Reviews auf Testplattformen, Empfehlungen durch Influencer, Search-Platzierungen, aktionsgetriebene Voucher- und Cashback-Promotions bis hin zu Leadgenerierung, App-Install und Retention deckt der Performance-Kanal alle wichtigen Bereiche der Kundenansprache ab.

Das Performance Marketing der Zukunft ist ganzheitlich und intelligent! Der Trend und damit das Muss ist es alle Möglichkeiten zu kennen und erfolgreich für seine Marke bzw. seinen Shop einzusetzen!“

Marc-Andre Napierala, Internet Allstars GmbH
„Das Jahr 2022 wird in meinen Augen wegweisend für das gesamte Affiliate-Marketing. Nach dem Quasi-Todesurteil für klassisches Cookie-Tracking, wird sich in diesem Jahr alles darum drehen alternative Trackingmethoden zu finden und zu evaluieren. Denn Performance muss von beiden Seiten richtig gemessen werden damit auch beide Seiten daran verdienen können. Doch wo Umbruch passiert, entstehen auch Chancen. Diese Veränderungen hindert uns und die Branche aber nicht daran, das Affiliate-Marketing weiterzuentwickeln und weiter zu stärken. Das Jahr wird spannend und wegweisend für uns alle.“

Fazit der Trend-Umfrage: Affiliate-Marketing gehört auch 2022 zu den Wachstumstreibern im Online-Marketing-Mix

Markus Kellermann, Geschäftsführer der xpose360 GmbH, bewertet die Entwicklung der Affiliate-Branche wie folgt: „Unser neuer Affiliate-Trend-Report 2022 zeigt, dass Affiliate-Marketing auch 2022 zu den Wachstumstreibern im Online-Marketing-Mix gehören wird.

Als im März 2020 die Corona-Pandemie begann, dachte wohl niemand, dass diese so lange dauern wird. Viele Händler und Onlineshops haben aufgrund des veränderten Kaufverhaltens davon profitiert und sich mittlerweile der Situation angepasst. Laut einer Studie von IBM hat die Pandemie die Verlagerung hin zum digitalen Shopping um etwa fünf Jahre beschleunigt und auch bei Advertisern und Publishern führte die Pandemie zur Beschleunigung von technischen Innovationen.

65 % der Advertiser und 68 % der Affiliates rechnen daher für 2022 mit steigenden Umsätzen. Bei den Agenturen/Netzwerken und Technologien rechnen ebenfalls 69 % mit einem Umsatzwachstum für 2022. 2020 waren es noch 59 %, die ein Wachstum prognostiziert haben. 34 % der werbetreibenden Unternehmen sehen zudem in Affiliate-Marketing eine gute Alternative zu den GAFA-Unternehmen (Google, Amazon, Facebook und Apple), sowie 55 % sehen darin eine gute Ergänzung.

Auch die Themen Datenschutz und Tracking werden das Jahr 2022 weiter dominieren. Mit einer Neuregelung und einem Geltungsbeginn der ePrivacy Verordnung ist nicht vor 2025 zu rechnen und mit dem neuen TTDSG hat der deutsche Gesetzgeber im Dezember 2021 neue Tatsachen für die Consent-Einholung geschaffen. Für Advertiser und Publisher bedeutet das auf jeden Fall, dass sie ihre technische Infrastruktur neu bewerten und sich an die rechtlichen Vorgaben halten müssen. Zudem gibt es aktuell noch viele offene Fragen rund um Cookie-Consent und dem TTDSG hinsichtlich der konkreten Consent-Anforderungen, des Risikoaspekts und der finalen Designanforderungen für Cookie-konforme Banner, welche noch in einer Orientierungshilfe durch die DSG geklärt werden muss.

Dennoch haben lt. der Trend-Umfrage immer noch 21 % der Advertiser ein veraltetes Third-Party-Tracking im Einsatz. Zwar sind das weniger als Anfang 2021, wo noch 51 % ein veraltetes Tracking im Einsatz hatten, dennoch besteht dringender Handlungsbedarf bei Advertisern, neue Trackingalternativen zu implementieren.

Hinsichtlich zukunftsfähiger Tracking-Modelle im Affiliate-Marketing sehen 89 % der Advertiser und 62 % der Affiliates das Server-to-Server-Tracking als Zukunftsmodell, auch wenn aktuell nur 27 % bereits ein Server-to-Server-Tracking im Einsatz haben. Auch zukünftig bleiben daher die Entwicklungen und die Restriktionen der Browserhersteller, politische und gerichtliche Entscheidungen spannend.

Technologien für Customer-Journey- und Cross-Device-Tracking sind im Affiliate-Marketing weiterhin noch unterrepräsentiert. Trotz der Entwicklung, dass sich Kaufprozesse auch durch die Corona-Pandemie verlagert haben, und der Erkenntnis, Online-Marketingbudgets zu erhöhen, arbeiten immer noch zu wenig Advertiser datengetrieben. Die Nutzung von Customer-Journey-Tracking hat lt. Trend-Umfrage sogar von 54 % in 2020 auf nur noch 45 % in 2021 abgenommen. Das Ende des Silodenkens und des Gießkannenprinzips ist bei vielen Unternehmen leider immer noch nicht in Sicht. Hierzu bedarf es tiefer organisatorischer Veränderungen, aber nur, wer den Mut dafür hat, wird zukünftig Wettbewerbsvorteile erreichen.

Dasselbe gilt auch für das Cross-Device-Tracking. Obwohl 55 % der Affiliates ein fehlendes Mobile-Tracking und 47 % ein fehlendes Cross-Device-Tracking als die größten Probleme für 2022 sehen, setzen erst 38 % der Advertiser ein deviceübergreifendes Tracking ein, um damit auch Medienbrüche durch verschiedene Devices messbar zu machen.

67 % der Advertiser sehen in neuen Affiliates das größte Wachstumspotential für 2022. Nach wie vor gehören dabei Content-Publisher mit 57 % mit zu den bedeutendsten Publisher-Modellen. Vor allem große Verlagshäuser stehen dabei vor (Umsatz-)Herausforderungen. Als Chancen wird dabei der Bereich Content Commerce gesehen, der für die engere Verzahnung der Inhalte (Content) mit angegliederten Einkaufsmöglichkeiten (Commerce) steht. Doch auch Cashback- / Bonus-Affiliates (61 %), Gutscheine / Couponing-Seiten (59 %) und Deal-Seiten (46 %) zählen für Advertiser weiterhin mit zu den wichtigsten Publisher-Modellen. Neues Wachstum erhoffen sich Advertiser auch von Influencern. 34 % sehen diese als Wachstumstreiber für 2022. Auch aufgrund der Entwicklungen, dass Instagram seit 2021 jedem Influencer den Link-Sticker freigeschaltet hat, ermöglicht es jetzt natürlich noch viel mehr Influencern für Produkte Werbung zu machen und diese mit Affiliate-Links zu versehen. V.a. die Akquise von zielgruppenspezifischen Micro-Influencern bietet dadurch viel neues Umsatzpotential. Auch neue Publisher-Technologien auf Basis von KI und Machine Learning gehören zu den Wachstumstreibern im Affiliate-Marketing. Hinzu kommen viele weitere Möglichkeiten der Trafficgenerierung über TikTok, Twitch und Podcasts. Dabei könnte es weiter zu Veränderungen in der Provisionierung kommen, so dass der Anteil der WKZ-Kosten steigen könnte.

Auch die Themen Nachhaltigkeit und Quick Commerce werden den eCommerce in 2022 prägen und an Bedeutung gewinnen. Dementsprechend müssen die Händler und Markenhersteller ihre Unternehmensstrategie anpassen und sich Gedanken über ihre weitere Ausrichtung machen.

Affiliate-Marketing wird also auch 2022 weiterwachsen und Marktanteile im Online-Marketing-Mix dazu gewinnen. Der Fachkräftemangel könnte allerdings das Wachstum bremsen. Daher muss die Branche bestrebt sein, weiterhin als attraktiver Marketingkanal wahrgenommen zu werden und Innovationen weiter zu treiben.“

Infografik der Affiliate-Marketing Trends 2022

Download der Whitepapers: Affiliate Trend-Report 2022

Den kompletten 111-seitigen Trend-Report inkl. aller Umfrage-Ergebnisse, Experten-Meinungen und Bonus-Teil kannst Du hier kostenlos herunterladen.

Verena Joppich
Verena stieg 2014 nach dem Studium der Medienkommunikation in die Affiliate-Branche ein und betreute seitdem operativ und strategisch Partnerprogramme unterschiedlichster Verticals. Sie ist aktuell bei der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH tätig und verantwortet dort als Head of Affiliate Marketing die Affiliate-Abteilung. Zudem verfasst Verena regelmäßig Fachartikel und erstellt seit 2021 den umfassenden Affiliate Marketing Trend-Report.
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