Montag, 23. Januar 2017

Keywordadvertising im Affiliate-Marketing

Es ist immer ein kontroverses Thema für die Advertiser. Soll ich meinen Affiliates erlauben Keywordadvertising zu betreiben oder nicht?

Oft wird es den Publisher dann zwar erlaubt, allerdings mit ziemlich eingeschränkten SEM-Policies. So dass die Publisher den Brand nicht einbuchen dürfen und in der Display-URL nicht direkt auf die URL des Programmbetreibers verlinken dürfen.

Welche Vorteile es allerdings haben könnte, den Publisher die volle Freiheit im Keywordadvertising zu überlassen, möchte ich hier in ein paar Sätzen kurz erläutern.

Zum einen muss man natürlich sagen, dass man nicht generell allen Publisher das SEM erlauben muss. Es gibt allerdings einen bestimmten Teil an Affiliates, die sich professionell auf das Thema SEM spezialisiert haben und hier große Erfahrungen vorweisen können.

Im Normalfall ist es doch so, dass die meisten Advertiser eine Agentur beauftragt haben, welche das Keywordadvertising betreut. Allerdings ist es doch auch so, dass eigentlich niemand in der Lage ist Millionen von möglichen Keywordkombinationen einzubuchen und abzudecken.

Und hier könnten die spezialisierten SEM-Affiliates ins Spiel kommen. Diese haben sich evtl. auf Nieschen konzentriert oder haben teilweise Erfahrungen mit anderen Themengebieten gemacht und könnten somit auch Keywords abdecken, an welche die Agentur oder der Programmbetreiber gar nicht denkt.

Wenn man also auserwählten Affiliates erlauben würde auf bestimmte Themengebiete oder Keywords einzubuchen, könnte man dadurch einen weiteren überaus relevanten Umsatz generieren, den man ohne die Affiliates vielleicht nicht bekommen hätte.

Dafür ist es natürlich nötig, diesen Affiliates das Brand-Keyword über Google freizuschalten.

Ein weiterer Vorteil neben dem Zusatzeinkommen ist für die Advertiser natürlich auch, dass diese nur im Erfolgsfall eine pay-per-Sale-Provision bezahlen müssen und somit keinerlei Nachteile bei der Freigabe des Keywordadvertisings für Affiliates haben.

Über eine rege Diskussion über die Kommentarfunktion würde ich mich freuen.

Über Markus

Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate NetworkxX, der Affiliate Conference und dem Affiliate Innovation Day drei der bedeutendsten Affiliate-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.

8 Kommentare

  1. Ich kann das nur unterstreichen. Wir sind mit der Entscheidung für totale SEM-Freigabe sehr glücklich und haben sogar unsere eigene Kampagne zu Gunsten der Affiliates eingestellt.

  2. Das man Affiliates nicht auf Brands bieten lassen will, ist aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar. Dass man nicht jeden, sondern nur ausgewählte Affilitates SEM machen lässt, auch noch.
    Jede weitere Einschränkung kann ich jedoch überhaupt nicht nachvollziehen. Auf der OMD hat ein Kollege von zanox bei seinem Vortrag auch empfohlen, neben dem Brand auch die generischen Begriffe für Affiliates zu sperren, und die Affiliates nur auf den Longtail loszulassen. So habe ich jetzt deinen Artikel auf verstanden.

    Also das kann ich überhaupt nicht verstehen. Als Merchant würde ich die SEM-Agentur auf jeden Fall in den Wettbewerb mit den Affilites schicken. Denn die Agentur hat eine ungleich bessere Ausgangsposition. Und wenn sie es dann dennoch nicht schafft, gegen die Affiliates anzukommen, hat sie es auch nicht besser verdient. Ich behaupte mal, eine gute Agentur sollte bei generischen Begriffen überhaupt kein Problem mit der Affiliate-Konkurrenz haben. Hat sie es doch, würde ich mich als Merchant doch fragen, ob die Agentur auch wirklich was von ihrem Handwerk versteht. Das wäre also sozusagen gleich eine Art Qualitätskontrolle.

    PS: Installiere doch bitte mal das „Subscribe to Comments“-Plugin. Dann klappt das auch mit den Diskussionen über die Kommentarfunktion besser.

  3. @Markus B.
    Sehe ich auch so! Bravo!

  4. In der aktuellen IWB ist auch ein sehr guter Artikel von Michael Kruse von CJ zu diesem Thema mit dem Titel „Affiliates brauchen Freiheiten“.
    Ich sehe es natürlich so wie Sascha und Markus B.

    Wenn sich ein Merchant für SEM-Affiliates entscheidet ist das einfach performance-orientierter. Bei Agenturen werden ja noch nicht mal (meistens zumindest, soweit ich weiß) die Retouren sprich Stornos berücksichtigt.
    Bei Affiliates kann der Merchant dies berücksichtigen (ist natürlich angenehm, wenn man hier ebenfalls etwas größzügiger ist).

    Daher denke ich daß der Merchant mit Affiliates günstiger weg kommt – und Sascha Erfahrung zeigt ja auch genau dies.

  5. Soweit, so gut. Aber diesen Satz musst Du schon noch erklären:
    „Dafür ist es natürlich nötig, diesen Affiliates das Brand-Keyword über Google freizuschalten.“

    Wieso ist das nötig?

    Wir verbieten zudem auch, unsere Display URL zu verwenden. Einfach, weil wir in der Vergangenheit Probleme mit unseren eigenen Kampagnen bekommen haben. Grundsätzlich sollte es die nicht geben, da wir in der Regel auf ein Keyword höher bieten können als der Affiliate und sicher auch einen vernünftigen Quality Score haben. Dennoch ist es oft vorgekommen, dass die Anzeige von Affiliates geschaltet wurde anstatt unserer. Das fände ich soweit noch in Ordnung, wenn die Affiliate-Anzeige dann auch eine entsprechend hohe Position gehabt hätte anstatt auf Seite zwei herumzukrepeln.
    Rational ist das wohl nicht erklärbar und auch Google konnte uns da keine vernünftige Antwort geben, außer, dass der Affiliate dann wohl einen höheren Quality Score hätte, was ja Blödsinn ist, wenn unsere Anzeige normalerweise auf 2-3 rankt und die des Affiliates im zweistelligen Bereich.
    Da uns dies nur die Gesamt-Sales (SEM + Affiliate) vermiest, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.

  6. eBay, Amazon, Overstock, Expedia/UK, Zappos und viele andere Merchants mit riesigem Produktangebot verfolgen eine offene Politik und lassen direkte Verlinkung bzw. Nutzung der DisplayURL zu.
    @ Markus: Ich kann Deine Aussagen nur unterstreichen. Viele Händler lassen sich von Ihrer SEM-Agentur um den Finger wickeln. Obwohl Agenturen eine deutlich komfortablere Position haben (können höher bieten) soll es schon des öfteren vorgekommen sein, dass sie von der Summe der Affiliates „geschlagen“ wurden. Um diese Peinlichkeit zu vermeiden, werden dann schnell zahlreiche unsinnige Argumente gefunden (Gefahr für die Marke, höhere Akquisitionskosten,…).
    @ Patrick: Das höre ich zum ersten Mal. Google liefert prinzipiell nur die Anzeige aus, die höher positioniert würde. Dass die Anzeigen der Affiliates schlechter ranken als Eure, sollte dann eigentlich nicht passieren.

    Wer eine genaue Analyse aller Effekte einer offenen Politik (DisplayURL erlauben) möchte, dem kann ich diesen Artikel empfehlen.

    By the way: Einige große Merchants, die ihre Programme SEM-freundlich gestalten, generieren über SEM-Affiliates jährliche Umsätze im 8-stelligen Bereich!

  7. >Wieso ist das nötig?

    Nötig ist es dann, wenn man dem Affiliate erlauben will, dass er den Brand im Anzeigentext verwendet. Ob man das dem Affiliate erlauben möchte, ist wieder eine andere Frage.

    >Da uns dies nur die Gesamt-Sales (SEM + Affiliate) vermiest, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.

    Die Story ist natürlich schon krass und die Reaktion in diesem Fall verständlich. Manchmal macht Google halt schon komische Sachen. Ich würde aber doch meinen, dass eine solch eigenartige „Verdrängung“ nicht die Regel, sondern die absolute Ausnahme darstellt.

  8. Hey Andreas,

    erklären kann ich es mir auch nicht – nur an lange Telefonate mit unserem Google-Ansprechpartner erinnern kann ich mich noch 🙂