#AskTheExpert mit Malte Landwehr

In der aktuellen Ausgabe von #AskTheExpert sprechen wir mit einem Experten, der zugleich als Speaker auf einer der kommenden TactixX vertreten ist. Malte Landwehr beleuchtet in seinem Vortrag „AI Search Optimierung 2026: Was funktioniert, was nicht und welche Rolle spielen Affiliates?“ die Auswirkungen von ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews auf Sichtbarkeit, Traffic und Kaufentscheidungen im digitalen Umfeld. Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, welche Strategien im Bereich AI Search aktuell wirklich funktionieren, welche Herausforderungen entstehen und welche Rolle Affiliates künftig in KI-basierten Suchumgebungen spielen werden.

Was macht dich zum Experten?

Ich habe im Alter von 15 Jahren SEO aus Versehen entdeckt und seitdem wenig anderes gemacht. Ich habe als Student eines der 40 größten Blogs in Deutschland gehabt. Vor Peec war ich 5 Jahre bei idealo, zuletzt als VP SEO und Mitglied der Geschäftsleitung mit Verantwortung für 4 Teams und, je nach Land, 30% bis 50% des Umsatzes.

Aktuell bin ich CPO und CMO bei Peec AI. Wir sind laut Business Insider eines der am schnellsten wachsenden AI-Startups in Europa. Für unsere 2.500+ Kunden überwachen wir mehrere Millionen LLM-Chats pro Tag – und lernen daraus kontinuierlich. Zudem habe auf 100+ Konferenzen (OMR, SMX, republica, BrightonSEO, PI Live, usw.) in 5+ Ländern gesprochen.

Wie stark verändern ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews bereits heute die klassische Suche und Customer Journey?

Stark. Und stärker als die meisten Marketer glauben. Die klassische Suche war ein Klick-Kanal. Auf 100 Suchen kommen 30 bis 40 Klicks.

In LLM-basierten Antwort-Maschinen sehen wir für 100 Such-ähnliche Prompts nur 1 bis 5 Klicks. Für viele Marken bedeutet das, dass sich die Entscheidung von der eigenen Website in den Chat verschiebt. Auch wenn ChatGPT nur 1% der Klicks liefert, ist es möglich, dass es bereits für 20% der Neukunden sorgt. So gesehen bei mehreren Kunden! Für Publisher erfordert es ein Neudenken des Geschäftsmodells.

Wichtig: Perplexity spielt keine große Rolle mehr. Es wurde von Claude, Gemini, Grok und vermutlich auch Amazon Rufus überholt.

Welche Strategien funktionieren aus deiner Sicht aktuell wirklich, um in AI-basierten Suchumgebungen sichtbar zu bleiben?

Es gibt eine Reihe von Dinge, die sehr gut funktionieren:

  1. Source Gaps schließen. Tracke deine Prompts. Schau welche Quellen für deine Themen zitiert werden. Wenn deine Wettbewerber dort genannt werden und du nicht, sorg dafür, dass du dort genannt wirst. Mit einer netten E-Mail, einem Kommentar, oder mit Geld. Funktioniert sehr, sehr gut.
  2. Eigene Inhalte. Produziere Inhalte die von LLMs als Quelle herangezogen werden. Klare, deklarative Sprache. In sich geschlossene Absätze. Hohe Informationsdichte. Explizite Nennung von Entitäten.
  3. Listicles und Vergleiche. Ist cringe aber funktioniert. Hubspot, Dropbox, Monday, ClickUp machen es. Ein Artikel über „Bestes CRM“ und sie selbst stehen auf Platz 1. Achtung: wer es übertreibt riskiert einen Rankingverlust bei Google!
  4. Advertorials. In Deutschland klappen Bild und Handelsblatt extrem gut. Wenn gekaufte Artikel im Google Index landen, können sie auch Quelle für LLM-Antworten werden.

Welche Risiken oder Herausforderungen siehst du durch AI Search insbesondere für Publisher?

Für Publisher wird es brutal. Klicks in AI-Antworten sind 80% bis 90% niedriger als bei klassischen Suchergebnissen. LLMs fassen den Inhalt zusammen, der Klick auf den Publisher entfällt. Ich rechne damit, dass große Publisher in den nächsten Jahren weiter signifikant organischen Traffic verlieren. Die Geschäftsmodelle „Reichweite für Display Ads“ und „SEO Traffic für Affiliate Provision“ funktioniert nicht in einer Welt, in der LLMs Fragen vollumfänglich beantworten.

Welche Rolle werden Affiliates künftig in einer Welt spielen, in der Suchergebnisse zunehmend KI-generiert ausgespielt werden?

LLMs zitieren liebend gerne genau die Quellen, die Affiliates publizieren. Listicles, Vergleichsartikel, „die 10 besten X“. LLMs schicken zwar kaum Traffic – aber sie nutzen diese Artikel um ihre Antworten zu generieren.

Das heißt: Affiliates werden weniger zur Klick- und Provisionsmaschine. Sondern mehr zur Citation Surface. Marken werden zukünftig weniger fragen „wie viele Klicks bringst du mir“ und mehr „in wie vielen LLM-Antworten taucht dein Artikel auf, in dem ich erwähnt werde“. Das bricht das CPC- und CPO-basierte Vergütungsmodell. Ich erwarte Pay-per-citation Vergütungsmodelle. Oder Fixbeträge.

Katharina Hörmann
Katharina Hörmann
Katharina Hörmann startete im April 2022 als Trainee im Affiliate Marketing bei der MAI xpose360 GmbH. Inzwischen ist sie als Affiliate Marketing Managerin tätig und betreut sowohl B2C- als auch B2B-Kunden in den Bereichen Retail und Vertragswesen. Zudem ist sie verantwortlich für das Format #AskTheExpert hier auf dem Blog.

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