Affiliate Produktdaten und Duplicate Content im Google-Panda-Update

Einige Affiliates mussten in den vergangenen Monaten bereits schmerzhafte Erfahrungen mit dem Google Panda-Update machen. Es handelt sich dabei um einen Filter, den Google dazu einsetzt bestimmte Webseiten zu „bestrafen“, wenn diese doppelte Inhalte (Duplicate Content) oder auch schlechten Content (Thin Content) verwenden. Gerade Affiliates, die mit Produktdaten arbeiten, hat es in den letzten Monaten hart getroffen. Der Grund dafür ist meistens, dass die Produktendaten die Affiliates von Merchants zur Verfügung gestellt werden, oftmals die selben Produktinformationen enthalten, die auch der Merchant selbst in seinem Onlineshop verwendet. Das bedeutet, dass der Affiliate die selben Texte auf seiner Seite einbindet, wie der original Onlineshop und somit duplicate Content auf seiner Seite integriert.

Oftmals kommt dann noch dazu, dass die zur Verfügung gestellten Produktdaten teilweise auch nur sehr wenige Inhalte aufweisen, wie abgekürzte Produkttexte, ein Produktbild, wenige Produktinfos usw. Aus Sicht von Google bezeichnet man solche Informationen dann auch als Thin-Content.

Damit Google dann die entsprechenden Seiten „abstrafen“ kann, unterscheidet die Suchmaschine dann welche Seite oder welcher Shop nun den „Original“-Inhalt zur Verfügung stellt und wer den duplicate Content, bzw. den Thin-Content. Hierzu hat Google auch sehr gute Möglichkeiten anhand des Content-Alters, der stärke und autorität einer Webseite und auch der themenrelevanten Inbound-Links wirklich die original Seite zu erkennen und die anderen Seiten abzustrafen.

Doch wie sollte man nun als Affiliate und auch als Merchant vorgehen?

1. Tipps für den Merchant

Als Merchant sollte man eigentlich nie den original Datenfeed für Affiliate-Marketing verwenden. Google versucht zwar sein Bestes, um den original Content zu erkennen, bzw. die original Seite, aber gerade bei kleineren oder neuen Shops kann es auch einmal passieren, dass gute Affiliates mit den Produktdaten vor dem original Shop ranken.

Gerade Top-Affiliates haben oftmals alte, starke Seiten mit vielen Backlinks. Wenn man solchen Affiliates nun den original Datenfeed gibt, kann es auch einmal passieren, dass die Affiliate-Seite  von Google hochwertiger eingeschätzt wird, als der eigene Shop.

Daher sollte man als Merchant seinen Affiliates einen extra erstellten Datenfeed zur Verfügung stellen, der speziell für die Affiliates erstellt wird und eigene Produktinformationen- und texte enthält.

Man muss hierzu natürlich nicht für jeden Affiliate extra einen eigenen Datenfeed zur Verfügung stellen, aber man sollte insgesamt für Affiliate-Marketing einen extra Feed erstellen. Welcher der Affiliates dann das Spiel bei Google gewinnt, hinsichtlich der duplicate Content-Problematik ist ein Kampf, den die Affiliates unter sich ausmachen müssen.

2. Tipps für Affiliates

Als Affiliate sollte man bedenken, dass der Produktdaten-Feed als Grundlage für den eigenen Content zu betrachten ist. Daher sollte man als Affiliate auch nicht einfach nur 1:1 die Produktinformationen auf seiner Seite veröffentlichen. Besser ist es, wenn man die Grund-Informationen mit eigenem Content anreichert und um Informationen wie Erfahrungsberichte, Testberichte, Kundenmeinungen, Testimonials, usw. erweitert. Weitere Ideen sind z.B. Germanistik-Studenten damit zu beauftragen den Content sinnvoll umzuschreiben, oder um weitere produktspezifische Informationen zu erweitern.

Desweiteren sollte man die Informationen aus dem Produktfeed auch anpassen. So kann man beispielsweise die Produktbilder aus dem Datenfeed herunterladen und auf seinem eigenen Server hosten, optimalerweise ändert man dabei auch gleich den Bildernamen. Zudem kann man auch die Produkt-Deeplinks redirecten und maskieren, damit diese nicht nach eindeutigen Affiliate-Links ausschauen. Das hat den Vorteil, dass die Links nicht von AdBlockern gesperrt werden und Google die Seite nicht als Thin-Content-Seite einstuft. Zudem kann man durch einen Redirect auch ein eigenes Tracking verwenden und dadurch über ein Analytics-Tool auch interne Linkstatistiken zur Verbesserung der Conversion führen und die Seite dadurch optimieren.

Eine weitere Empfehlung für Affiliates ist, beim Start einer neuen Affiliate-Seite die einzelnen Produktseiten für Google zu sperren, z.B. über die robots.txt und den Meta-Tag noindex. Zum Start sollte man Google zur Indizierung nur die Startseite und die Kategorie-Seiten freigeben. Dadurch kann man sich erst einmal auf die Brands der Kategorien fokussieren und durch eine optimale interne Verlinkung erst einmal nur die Hauptseiten in den Fokus stellen. Wenn dann die Seite eine entsprechende Relevanz hat, kann man nach und nach für die Hauptbrands auch die entsprechenden Produktseiten freischalten.

Wichtig dabei ist, dass die Affiliate-Seite mit der Zeit eine bestimmte Eigenständigkeit erlangt, z.B. durch guten user generated Content, gute Kundenbewertungen und eigenen Content. Dadurch kann man verhindern, dass Google die Seite als Thin-Content-Seite einstuft, bzw. wegen duplicate Content abstraft.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Affiliate-Produktdaten und wie geht Ihr damit um? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

Bildquelle: © Benjamin-Thorn / Pixelio.de

Markus Kellermann
Markus Kellermannhttps://www.affiliateblog.de
Markus Kellermann ist bereits seit 1999 im Online-Marketing tätig und Geschäftsführender Gesellschafter der Digital-Marketing-Agentur xpose360 GmbH mit Sitz in Augsburg. Als Autor hat Markus Kellermann bereits eine Vielzahl von Artikeln in Fachmagazinen publiziert. Zudem organisiert er mit der Affiliate Conference, dem Affiliate Innovation Day und der Influencer Conference drei der bedeutendsten Online-Marketing-Veranstaltungen und betreibt neben dem Affiliate-Portal affiliateBLOG.de auch den Podcast Affiliate MusixX.
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