Die Bauer Media Group richtet ihr digitales Publishing grundlegend neu aus und zieht sich in Deutschland aus großen Teilen ihres bisherigen Onlinegeschäfts zurück. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wird die Bauer Xcel Media Deutschland KG zum 30. September geschlossen. Rund 160 Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen.
Künftig konzentriert sich der Verlag hierzulande nur noch auf die drei Digitalmarken Lecker.de, TVMovie.de und Astrowoche.de. Zahlreiche weitere bekannte Online-Angebote – darunter Wunderweib.de, Bravo.de, InTouch.de, Autozeitung.de, Cosmopolitan.de und Selbst.de – werden eingestellt. Das Printgeschäft der Bauer Media Group bleibt von den Maßnahmen unberührt.
Veränderte Marktbedingungen erzwingen Kurswechsel
Als Begründung nennt das Unternehmen den tiefgreifenden Wandel im digitalen Publishing. Inhalte würden zunehmend über Plattformen und KI-gestützte Dienste konsumiert, ohne dass Nutzer klassische Verlagswebsites besuchen. Gleichzeitig verschärften sich der Wettbewerb im Online-Werbemarkt und der Druck auf etablierte Erlösmodelle. Dadurch seien Reichweite und Wirtschaftlichkeit vieler digitaler Angebote deutlich zurückgegangen.
Die Neuaufstellung ist Teil einer weltweiten Strategieanpassung. Bauer beendet sein bisheriges globales Digitalmanagement und verlagert die Verantwortung für digitale Angebote wieder stärker in die jeweiligen Landesgesellschaften. Gleichzeitig soll das digitale Portfolio in allen Märkten verschlankt und enger mit dem klassischen Publishing-Geschäft verzahnt werden.
Konzentration auf wirtschaftlich tragfähige Angebote
Nach Angaben des Unternehmens bleibt Publishing weiterhin ein zentrales Geschäftsfeld. Künftig will Bauer verstärkt auf die Kombination aus einem starken Printportfolio und ausgewählten digitalen Angeboten setzen, die langfristig wirtschaftlich tragfähig sind. Betroffenen Mitarbeitenden sollen, sofern möglich, offene Stellen innerhalb der Unternehmensgruppe angeboten werden. Mit diesem Schritt reagiert Bauer auf die veränderten Rahmenbedingungen im digitalen Medienmarkt und setzt künftig auf ein deutlich fokussierteres Geschäftsmodell.

