Sonntag, 19. November 2017

Bitte recht freundlich – soziale Netzwerker und ihre Fotos

analoger FotoapparatJeder hat in seinem Leben schon mal ein Foto gemacht. In den Ferien wird viel und gerne fotografiert, auf Familienfesten werden tolle oder auch peinliche Schnappschüsse geschossen und wer ein modernes Smartphone hat, der macht gerne mal ein Selfie. Aber alle, die zu den normalen Hobbyfotografen gehören, machen bei Weitem nicht so viele Fotos wie die Fans der sozialen Netzwerke, denn sie drücken um satte 40 % mehr auf den Auslöser. Das Institut für Demoskopie Allensbach wollte es genau wissen und hat die Vielfotografierer genau unter die Lupe genommen und wollte wissen, wer besonders viel fotografiert. Die Umfrage und ihre Zahlen sind erstaunlich, wahrscheinlich auch für diejenigen, die selbst gerne und oft ein Foto knipsen, um es dann in einem der sozialen Netzwerke zu posten.

Seit elf Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die sich mindestens einmal pro Woche selbst ablichten, mehr als verdreifacht und ein Ende dieses Trends ist noch lange nicht abzusehen. Im Gegenteil, die Zahl der Selfies steigt und steigt. Auch die Zahl der Hobbyfotografen, die sich nur einmal im Monat fotografieren, hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Waren es vor zehn Jahren noch 21 % der Mitglieder unter 65 Jahre, die das Netz mit ihren Fotos geschmückt haben, so sind es heute schon 49 %. Noch größer ist Zahl der sozialen Netzwerker, die gerne Fotos machen und sie dann auf Facebook oder auf einem anderen Social Network einstellen. 37 % machen nach der Studie des Allensbacher Instituts mindestens einmal in der Woche ein Foto von sich und teilen es dann mit anderen. In der Altersgruppe zwischen 14 und 64 Jahre sind es 25 % und auch die Gruppe zwischen 14 und 29 Jahre drückt immer mehr auf den Auslöser.

Warum machen so viele Menschen so viele Fotos und stellen sie dann in ein soziales Netzwerk ein? Diese steigende Zahl ist ein Phänomen, denn obwohl die meisten Menschen Angst davor haben, im Netz ausspioniert oder Opfer einer Straftat zu werden, lassen sie es sich nicht nehmen und machen ihr ganz privates Leben öffentlich und für alle einsehbar. Besonders Familien mit Kindern sind nicht zu bremsen. Viele Mütter und Väter posten zum Teil mehrmals täglich die neusten Schnappschüsse der Sprösslinge und auch frisch verliebte oder verheiratete Paare sind nicht eben zurückhaltend und teilen ihr Glück mit der gesamten Facebook Gemeinde.

Vor allem die soziale Plattform Instagram gewinnt immer mehr Fans. Nach dem Motto: Was die Stars und Sternchen dieser Welt können, das können wir auch, werden Fotos in allen Lebenslagen bei Instagram eingestellt. Aber nicht nur Selfies haben Konjunktur, auch Bilder aus dem Büro oder aus der Küche sind zu sehen, selbst vor so privaten Räumen wie dem Bad und dem Schlafzimmer macht die Lust alles und jedes zu fotografieren, nicht halt. Für viele soziale Netzwerker scheint das Motto zu lauten: Ich fotografiere, also bin ich.

Bildquelle: © fotorix / Pixelio.de

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