„Google-Richtlinien 2025: Ein entscheidendes Jahr für das Affiliate-Marketing“
Das Jahr 2025 ist für das Affiliate-Marketing von entscheidender Bedeutung. Google zieht die Schrauben in mehreren Bereichen an: Content-Qualität, Datenschutz und Tracking-Mechanismen stehen im Zentrum. Auf unserem BLOG wurden im Jahr 2025 mehrere richtungsweisende Artikel veröffentlicht, die diese Entwicklungen beleuchten. In diesem zusammengefassten Überblick erläutern wir die wichtigsten Punkte, zeigen die Konsequenzen für Publisher und Advertiser auf und leiten Handlungsempfehlungen ab.
Qualitäts- und Inhaltsrichtlinien: Google bestraft Whitelabel-Gutscheinseiten
Schon zu Beginn des Jahres setzte Google ein deutliches Zeichen. Im Artikel „Google macht Ernst: Gutschein-Whitelabels und Drittinhalte in Europa aus dem Index verbannt“ wird beschrieben, wie Google seinen „Site Reputation Abuse“-Algorithmus auch in Europa ausrollt. Domains großer Verlage, die Gutschein-Whitelabels hosten (z. B. Verlagsseiten mit gleichem Design, aber externem Gutschein-Content), verlieren massiv an Sichtbarkeit.
Für Affiliate-Marketer bedeutet das: reine Whitelabel-Gutscheinseiten ohne echten redaktionellen Mehrwert sind bei Google zunehmend gefährdet. Google will Inhalte mit hoher Qualität bevorzugen, nicht solche, die nur monetarisiert sind.
In der Folge analysiert der Artikel „Wie ein Google Update die Gutscheinlandschaft durchrüttelte: Zwischenstand und Handlungsempfehlungen“ die konkreten Auswirkungen auf das Affiliate-Geschäft. Daraus ergaben sich wichtige Erkenntnisse für das Affiliate-Marketing:
- Der Anteil der Whitelabel-Gutscheinprogramme am Umsatz vieler Advertiser sank leicht, aber nicht dramatisch, von 20 % auf 18 %.
- Einige Gutscheinplattformen mit stabilem Eigen-Traffic (z. B. mydealz oder Coupons.de) konnten ihre Position stärken, während reine Whitelabel-Modelle deutlich verloren.
- Für Advertiser ist es wichtig, ihre Gutscheinstrategie neu auszurichten: Statt nur auf Whitelabel-Seiten zu setzen, sind Diversifikation und echte Reichweitenpartner gefragt.
- Affiliates hingegen sollten ihre Abhängigkeit von Google-Traffic überdenken und alternative Kanäle (Newsletter, soziale Netzwerke, Content) nutzen.
Tracking & Datenschutz: Google’s neue Cookie-Strategie
Google plant die Einführung einer „One-Time Global Prompt“: Nutzer sollen auf Konto- oder Browserebene entscheiden können, ob sie Third-Party-Cookies erlauben oder ablehnen. Dies hat große Auswirkungen:
- Third-Party-Cookies bleiben weiterhin bestehen, aber Google gibt den Nutzern mehr Kontrolle.
- Für das Affiliate-Tracking heißt das: Man kann nicht mehr einfach davon ausgehen, dass Third-Party-Cookies immer gesetzt werden.
- Wichtig wird der Wechsel zu alternativen Tracking-Methoden: z. B. Server-Side-Tracking, First-Party-Daten (z. B. über ein Login-System), oder probabilistisches Tracking mit Machine Learning.
- Auch Googles eigene Privacy-Technologien (wie die Privacy Sandbox, die unten beschrieben wird) sollten aktiv beobachtet werden.
Datenschutz-Zukunft: Google’s Privacy Sandbox
Der Artikel „Google aktualisiert Pläne zur Privacy Sandbox – Was bedeutet das für Affiliate Marketing?“ beleuchtet Googles langfristige Strategie im Datenschutz. Darau ergeben sich folgende wesentliche Erkenntnisse:
- Google verschiebt die Einführung einer neuen Cookie-Abfrage in Chrome: Nutzer sollen weiterhin selbst entscheiden können, ob Third-Party-Cookies erlaubt sind, zumindest vorerst.
- Drittanbieter-Cookies bleiben damit vorerst Bestandteil des Trackings, Dies verschafft Affiliates kurzfristig Planungssicherheit.
- Gleichzeitig arbeitet Google an Privacy-APIs, insbesondere Attribution Reporting und Protected Audience, um Tracking auch ohne Third-Party-Cookies zu ermöglichen.
- Ab Q3 2025 plant Google neue Schutzmaßnahmen, z. B. „IP Protection“ und Verbesserungen im Inkognito-Modus.
- Fazit aus Sicht des Affiliate-Marketings: Es ist eine Übergangsphase. Affiliates und Netzwerke sollten jetzt beginnen, cookielose Lösungen strategisch zu integrieren und ihre Tracking-Infrastruktur zukunftssicher auszurichten.
KI, Google & neue Herausforderungen für Content-Strategien
Im Artikel „Teil 5: Zwischen KI-Dominanz und neuen Google-Herausforderungen“ analysiert Markus Kellermann, wie Google und KI die Spielregeln verändern.
- Google verschärft seine Qualitätsstandards weiter – Content mit geringem Mehrwert wird abgewertet, was besonders Affiliate-Seiten trifft, die sich stark auf Monetarisierung stützen.
- Die Einführung von AI Overviews: Google zeigt zunehmend KI-generierte Zusammenfassungen direkt in den Suchergebnissen. Diese Overviews könnten dazu führen, dass Nutzer Antworten direkt bei Google bekommen und nicht mehr auf externe Seiten mit Affiliate-Links klicken.
- Google testet außerdem, Gutscheincodes direkt in den Suchergebnissen (Snippet) anzuzeigen – was den Traffic auf Gutscheinseiten gefährdet.
- Gleichzeitig steigt die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT/SearchGPT: Nutzer recherchieren vermehrt über KI, dies verändert das klassische Suchverhalten.
- Diese Entwicklung verlangt nach neuen SEO-Strategien: Inhalte müssen nicht nur SEO-optimiert sein, sondern auch für natürliche Sprache und Intent ausgerichtet sein. Hochwertige, thematisch tiefe Inhalte werden zum Wettbewerbsvorteil.
Handlungsempfehlungen & Strategieausblick
Basierend auf den oben zusammengefassten Entwicklungen lassen sich folgende strategische Schlüsse ziehen:
- Content-Qualität priorisieren
- Entwickle Inhalte mit klarem Mehrwert für Nutzer, vermeide reine Monetarisierungs-Seiten.
- In Gutschein-Content investieren: Mehr Eigenrecherche, redaktionelle Inhalte, nicht nur Listings.
- Diversifizierung von Traffic-Quellen
- Reduziere die Abhängigkeit von Google-Suchen: Baue Newsletter, Social-Media-Kanäle oder Community-Plattformen auf.
- Partnerprogramme mit Publishern, die einen stabilem Eigen-Traffic aufweisen (z. B. Cashback, Content-Seiten) verstärken.
- Technische Vorbereitung auf cookieloses Tracking
- Implementiere oder erweitere Server-Side-Tracking.
- Nutze First-Party-Daten (z. B. Login, Registrierung) zur Attribution.
- Beobachte Googles Privacy-APIs (Attribution Reporting, Protected Audience) & experimentiere mit ihnen frühzeitig.
- SEO & Content-Strategie neu denken
- Passe SEO an natürliche Sprache an („Conversational SEO“), um auch bei KI-generierten Suchfunktionen relevant zu bleiben.
- Erstelle Content für langfristige Sichtbarkeit (Evergreen), nicht nur für kurzfristige Trafficspitzen.
- Monitoring & Anpassung
- Verfolge regelmäßig die Performance von Affiliate-Seiten vor und nach Algorithmus-Updates.
- Teste neue Tracking-Modelle und analysiere ihre Auswirkungen (z. B. A/B-Tests, Attribution-Modelle).
- Bleibe flexibel: Google-Richtlinien und Nutzerverhalten ändern sich kontinuierlich.
Fazit
2025 ist kein gewöhnliches Jahr im Affiliate-Marketing – es ist ein Jahr des Umbruchs. Google treibt sowohl die Qualitätsansprüche von Inhalten voran als auch die Kontrolle über Tracking-Mechanismen. Für Affiliates und Advertiser bedeutet das: Jetzt ist die Zeit, strategisch zu handeln. Wer sich früh anpasst, seine Infrastruktur modernisiert und Inhalte stärker auf echten Nutzwert ausrichtet, kann sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil sichern. Diejenigen, die auf alte Muster setzen, riskieren hingegen, von den Neuerungen überholt zu werden.

