Der März 2026 hat im Affiliate- und Performance-Marketing erneut gezeigt, wie stark sich die Branche gerade verändert. Zwischen KI, Tracking, neuen Publisher-Modellen, hybriden Vergütungen und veränderten Customer Journeys wird immer deutlicher, dass alte Muster nicht mehr überall tragen. Gleichzeitig entstehen genau daraus neue Chancen, für Advertiser, Publisher, Netzwerke und Technologieanbieter gleichermaßen.
Influencer Marketing wird 2026 deutlich erwachsener
Influencer Marketing wächst weiter, wirkt 2026 aber deutlich strukturierter als noch vor ein paar Jahren. Marken planen sauberer, schauen genauer auf Performance und behandeln den Kanal nicht mehr nur als Reichweitenhebel. Instagram bleibt die wichtigste Plattform, TikTok ist fest etabliert, und Short Video ist inzwischen praktisch Standard. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an Messbarkeit, Creator Fit und transparente Zusammenarbeit. Unterm Strich geht der Trend klar weg von spontanen Einzelaktionen und hin zu langfristigen, planbaren Setups.
Tracking ist nicht mehr nur Technik, sondern Steuerung
Tracking ist 2026 weniger Krisenthema, dafür viel stärker Teil der strategischen Steuerung. Die großen Baustellen rund um Cookies, Browser-Einschränkungen und Datenlücken haben viele Programme technisch besser aufgestellt. Statt nur Ausfälle zu vermeiden, geht es jetzt um First-Party-Daten, CRM-Anbindung, Cross-Device-Betrachtung und bessere Customer-Journey-Analysen. Viele Advertiser haben bereits auf First-Party- und Server-to-Server-Modelle umgestellt, was die Basis deutlich stabiler macht. Dadurch wird Tracking immer mehr zu einem echten Wettbewerbsvorteil.
B2B-Affiliate-Marketing wird für Publisher spannender
Im B2B-Bereich geht es immer weniger um den schnellen Klick und immer mehr um Sichtbarkeit, Einordnung und Vertrauen. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten werden Publisher wichtiger, die fachlich stark sind und in der Recherchephase Orientierung geben. Spannend ist dabei, dass solche Inhalte nicht nur in klassischen Suchmaschinen, sondern auch in AI-Overviews und generativen Antworten an Gewicht gewinnen. Für Publisher kann das langfristig attraktiver sein als klassische, rein transaktionsgetriebene Modelle. B2B-Affiliate-Marketing wirkt damit 2026 deutlich chancenreicher als viele lange dachten.
Tradedoubler wächst, aber vor allem profitabler
Tradedoubler hat 2025 nicht nur zugelegt, sondern vor allem an operativer Stärke gewonnen. Im Zeitraum Januar bis Dezember 2025 erzielte Tradedoubler einen Gesamtumsatz von 2.222 Mio. SEK. Der währungsbereinigte Bruttogewinn erhöhte sich um 11 Prozent auf 493 Mio. SEK. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 23 Prozent auf 112 Mio. SEK zu. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der EBITDA-Marge, die sich von 21 auf 23 Prozent verbesserte. Gerade in einem Umfeld mit Budgetdruck ist das ein starkes Signal. Dazu kommen internationale Expansion und ein klarer Fokus auf KI als Teil der weiteren Entwicklung. Das Gesamtbild ist deshalb weniger „solides Jahr“ und mehr „strategisch gut auf Kurs“.
Die Publisher-Landschaft sortiert sich gerade neu
Im Affiliate-Marketing verschieben sich die Gewichte spürbar. Klassische SEO-Modelle geraten stärker unter Druck, während Social, Influencer, Content Commerce, Onsite-Tools und KI-nahe Modelle an Bedeutung gewinnen. Content und Cashback bleiben wichtig, aber die Rolle einzelner Modelle verändert sich deutlich. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von einigen großen Playern, was die Landschaft auf der einen Seite effizienter, auf der anderen Seite aber auch konzentrierter macht. Wer künftig sichtbar bleiben will, muss sich technologisch und inhaltlich deutlich besser positionieren.
Die DMEXCO bleibt ein Pflichttermin für Partnerschaften
Die DMEXCO 2026 bleibt einer der zentralen Treffpunkte für digitales Marketing in Europa. Interessant ist hier vor allem die Idee der NexXt Business Performance & Partner Marketing Lounge von Oliro, die eine sichtbare Präsenz ohne kompletten Einzelstand ermöglicht. Für viele Unternehmen ist das ein pragmatischer Weg, um Leads, Gespräche und neue Kontakte mitzunehmen, ohne den vollen Messeaufwand zu tragen. Die Lounge richtet sich klar an Agenturen, Netzwerke, Publisher und Technologieanbieter aus dem Performance- und Partner-Marketing. Damit wird die DMEXCO wieder ein Ort, an dem aus Kontakten schnell konkrete Kooperationen werden können.
impact.com baut im DACH-Markt gezielt aus
Mit Hakan Özal als neuem Director Sales DACH setzt impact.com ein klares Zeichen für weiteres Wachstum in der Region. Der Fokus liegt darauf, komplexe Partnerschaften über mehrere Kanäle hinweg zentraler, messbarer und skalierbarer zu machen. Genau das trifft einen Nerv, weil viele Unternehmen Affiliate, Influencer, Referral und B2B-Partnerschaften noch immer getrennt steuern. Die Richtung ist damit klar. Weg von Silos, hin zu integrierten Partnership-Ansätzen. Für den DACH-Markt ist das eine weitere Bestätigung, dass das Thema kanalübergreifende Steuerung an Bedeutung gewinnt.
Reine CPO-Modelle reichen vielen Publishern nicht mehr
Die Vergütung im Affiliate-Marketing wird flexibler und anspruchsvoller. Viele Publisher wollen nicht mehr nur auf den letzten Klick reduziert werden, vor allem dann nicht, wenn sie aufwendige Formate, Platzierungen oder neue Konzepte liefern. Entsprechend gewinnen Hybridmodelle aus CPO, WKZ, CPC und weiteren Bestandteilen deutlich an Bedeutung. Zusätzliche Budgets fließen vor allem dort, wo Platzierungen, Tests oder hochwertige Integrationen einen klaren Mehrwert liefern. Das Thema Fairness in der Vergütung wird damit 2026 noch einmal deutlich größer.
KI und Performance rücken im Influencer Marketing enger zusammen
Im #AskTheExpert mit Simon Hörtreiter wird ziemlich klar, wohin sich Influencer Marketing bewegt. KI hilft inzwischen bei Konzeption, Scouting, Analyse, Fraud Detection, Outreach und Contentproduktion. Gleichzeitig wird der Kanal messbarer, ohne dadurch automatisch zu einem reinen Performance-Kanal zu werden. Branding bleibt wichtig, aber der Druck auf saubere KPIs nimmt weiter zu. Social Commerce ist ebenfalls auf dem Radar, auch wenn er noch nicht in allen Bereichen im Mainstream angekommen ist.
Das AffiliateBLOG Breakfast in München hat gezeigt, wie wichtig echte Treffen immer noch sind
Beim AffiliateBLOG Breakfast in München kamen am 20. März 2026 im togather Restaurant etwas mehr als 50 Leute aus der Branche zusammen. Neben dem Networking gab es Vorträge zu modernen Performance-Modellen, den Folgen von KI-Suche und Zero-Click-Entwicklungen für Content Publisher sowie zu Affiliate als skalierbarer Growth-Engine. Gerade diese Mischung aus Austausch und fachlichem Input macht solche Formate wertvoll. Man merkt, dass persönliche Gespräche in der Branche weiterhin viel bewegen, gerade wenn neue Partnerschaften entstehen oder Themen schneller eingeordnet werden sollen. Das nächste Breakfast ist bereits für den 1. Oktober 2026 in Köln angekündigt.
Last Click bremst eher, als dass es wirklich erklärt
Last Click wirkt auf den ersten Blick einfach, blendet aber einen großen Teil der tatsächlichen Marketingwirkung aus. Gerade frühe und mittlere Touchpoints, etwa Content, Inspiration oder Vertrauensaufbau, gehen in dieser Logik schnell unter. Das führt dazu, dass Closing-Kanäle überbewertet werden und Programme zunehmend in eine einseitige Richtung kippen. Customer-Journey- und Multi-Touch-Attribution setzen genau dort an und verteilen den Wert differenzierter über mehrere Kontakte. Wer Wachstum sauber verstehen will, kommt an dieser breiteren Sicht kaum noch vorbei.
Compliance wird mit KI und Affiliate-Links noch wichtiger
Das Thema Compliance wird 2026 spürbar strenger, vor allem rund um Affiliate-Links, KI-generierte Empfehlungen und neue Formen synthetischer Inhalte. Die FTC schaut laut Beitrag genauer hin, und zwar nicht nur auf klassische Influencer, sondern ausdrücklich auch auf Affiliates, Blogger und andere Provisionsmodelle. Entscheidend ist, dass materielle Verbindungen klar und sichtbar offengelegt werden, egal ob es um Provisionen, Geschenke, Rabatte oder andere Vorteile geht. Gleichzeitig geraten virtuelle Influencer, KI-Avatare, synthetische Stimmen und Deepfake-nahe Formate stärker in den regulatorischen Fokus. Für Programme heißt das ganz praktisch: sauberere Verträge, klarere Disclosure-Vorgaben und ein deutlich strengeres Monitoring nach Veröffentlichung.
Gute Affiliate-Programme brauchen Betreuung und nicht nur ein Setup
Viele Partner-Programme laufen nicht deshalb schlecht, weil sie zu wenig Partner haben, sondern weil die vorhandenen Partner nicht aktiv genug gehalten werden. Regelmäßige Kommunikation, neue Produkte, Inhalte, Anreize und echte Betreuung machen dabei einen großen Unterschied. In der Umfrage hatten stark betreute Programme deutlich mehr aktive Affiliates als sehr hands-off geführte Setups. Dazu kommt, dass viele Marken zu wenig mit bestehenden Influencer-Partnern als Affiliates arbeiten, obwohl genau dort oft das naheliegendste Potenzial liegt. Affiliate-Marketing wirkt hier weniger wie ein Selbstläufer und mehr wie ein Kanal, der gepflegt werden muss, damit er wirklich trägt.
Affiliate-Marketing wächst weiter, aber die Unterschiede zwischen guten und schwachen Setups werden größer
Affiliate-Marketing wächst 2026 weiter, gleichzeitig wird aber deutlicher, dass nicht alle gleichermaßen davon profitieren. Vor allem Videoformate über YouTube, TikTok und Shortform-Content gewinnen stark an Bedeutung und treiben inzwischen einen großen Teil des Affiliate-Traffics. Parallel geraten klassische SEO-Setups stärker unter Druck, weil Google-Updates und AI Overviews vielen Publishern Reichweite kosten. Erfolgreich sind vor allem Modelle, die mehrere Kanäle kombinieren, also etwa Content, Video und E-Mail statt nur auf eine Quelle zu setzen. Auch bei der Monetarisierung zeigen sich klare Unterschiede, weil Nischen wie E-Learning, Finance oder SaaS deutlich attraktiver sind als klassische Retail-Modelle. Insgesamt wirkt der Markt weniger wie ein schneller Nebenverdienst und mehr wie ein Kanal, der Tiefe, Ausdauer und ein sauberes Setup belohnt.
Im digitalen Marketing verdichten sich die Umbrüche gerade spürbar
Mitte März wurde noch einmal deutlich, wie viele Baustellen sich im digitalen Marketing gerade gleichzeitig verschieben. Google sorgte mit dem Core Update weiter für Bewegung in den Rankings, während parallel AI Mode mit neuen Shopping-Anzeigen, Direct Offers und Checkout-Funktionen immer stärker Richtung Commerce-Plattform wächst. Gleichzeitig rollt ChatGPT-Werbung weiter aus, bleibt aber in Sachen Messbarkeit und Attribution noch deutlich unreifer als klassische Kanäle. Auch bei Meta geht der Trend klar in Richtung mehr Automatisierung, unter anderem mit neuen KI-Funktionen in Ads Manager und stärker vereinfachtem Audience Targeting. Besonders auffällig ist, dass klassische Messmodelle wie Last Click in diesem Umfeld immer weniger ausreichen, weil Suchverhalten, Kaufprozesse und Plattformlogiken sich gerade grundlegend verändern. Wer digital sichtbar bleiben will, braucht deshalb nicht nur gute Inhalte, sondern auch deutlich bessere Daten, flexiblere Attributionsmodelle und einen wachen Blick auf neue KI-Flächen.
B2B-Affiliate-Marketing braucht mehr Strategie, bietet dafür aber viel Potenzial
In der neuen Folge des Podcasts Affiliate TalkxX spricht Tom Dirnhöfer mit Marius Hasselkus von Sage darüber, warum B2B-Affiliate-Marketing auch 2026 enormes Potenzial hat. Im Mittelpunkt steht, dass B2B deutlich anders funktioniert als klassisches B2C, weil Produkte oft erklärungsbedürftig sind, Entscheidungsprozesse länger dauern und mehrere Touchpoints bis zur Conversion eine Rolle spielen. Gerade deshalb sind Content-Partner, Fachmedien, Communities und Vergleichsplattformen besonders wichtig, weil sie Orientierung geben und Vertrauen aufbauen. Erfolgreich wird der Kanal vor allem dann, wenn Ziele, passende Publisher-Typen, Budgets und Zuständigkeiten früh sauber definiert werden. Dazu kommt, dass aktives Partnermanagement und transparente Kommunikation im B2B noch wichtiger sind als in vielen Standard-Programmen. Die Podcast-Folge macht damit ziemlich klar, dass B2B-Affiliate-Marketing zwar anspruchsvoller ist, bei guter Planung aber langfristig sehr gut funktionieren kann.
#CloseUp: Persönliche Einblicke und ein starker Karriereweg
Mit Géraldine Franck rückte im März auch wieder eine bekannte Persönlichkeit aus der Affiliate-Branche in den Fokus. In der aktuellen #CloseUp-Ausgabe geht es um ihren internationalen Karriereweg, ihre heutige Rolle bei BurdaForward und ihre Sicht auf Affiliate-Marketing als Netzwerk- und Vertrauensgeschäft. Neben den beruflichen Stationen kommen auch persönliche Seiten zur Sprache, etwa ihre Neugier, Reiselust und Offenheit für neue Erfahrungen. Gerade diese Mischung aus fachlichem Hintergrund und persönlichem Einblick macht das Format angenehm lesbar. Solche Porträts bringen im Monatsrückblick eine andere, etwas menschlichere Perspektive in die sonst oft zahlen- und trendgetriebenen Branchenthemen.
Fazit
Der März zeigte vor allem eines: Affiliate-Marketing entwickelt sich immer stärker zu einem vernetzten, datengetriebenen und strategischen Kanal. Themen wie KI, Attribution, Compliance, aktives Partnermanagement und neue Publisher-Modelle laufen nicht mehr nebeneinander, sondern greifen immer stärker ineinander. Genau deshalb reicht es immer seltener aus, nur auf einzelne Taktiken oder alte Erfolgsmodelle zu setzen. Wer den Kanal langfristig erfolgreich nutzen will, braucht heute mehr Flexibilität, ein besseres Gesamtverständnis und die Bereitschaft, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen. Es bleibt also spannend, und der April dürfte direkt an viele dieser Entwicklungen anknüpfen.

